Berufsausbildung

Fremdsprachen als Schlüsselkompetenz

BIBB. Angesichts der Globalisierung der Wirtschaft und der Zunahme internationaler Verflechtungen werden Fremdsprachenkenntnisse im Arbeitsleben immer wichtiger. In vielen Erwerbstätig­keiten sind Fremdsprachenkenntnisse daher mittlerweile zu einer Schlüsselqualifikation geworden und fester Bestandteil im Arbeitsalltag, wobei Englisch die am häufigsten verwendete Fremdsprache ist. Rund 68 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland benötigen Kenntnisse in Fremdsprachen, wobei für rund 46 Prozent Grundkenntnisse und für rund 22 Prozent Fach­kenntnisse erforderlich sind. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf der Basis von repräsentativen Erwerbstätigenbefragungen aus den Jahren 2006, 2012 und 2018.

Unterscheidet man nach dem Anforderungs­niveau, wird deutlich, dass die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen bei Tätigkeiten, für die eine Berufsaus­bildung erforderlich ist, von rund 44 Prozent (2006), über 53 Prozent (2012) auf zuletzt 65 Prozent (2018) kontinuierlich gestiegen ist. Bei Tätigkeiten, für die ein Hochschulabschluss erforderlich ist, stieg der Wert von rund 78 Prozent (2006), über 83 Prozent (2012) auf zuletzt fast 89 Prozent (2018).

Nach Berufssektoren differenziert sind es vor allem IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe, in denen am häufigsten Fremdsprachenkenntnisse gefordert werden (rund 91 Prozent). Bei den kaufmännischen, unternehmensbezogenen, fertigungstechnischen und personenbezogenen Dienstleistungsberufen sind es zwischen 70 und 75 Prozent der Erwerbstätigen, die Kenntnisse in Fremdsprachen benötigen.

Im Hinblick auf das Niveau der Fremdsprachenkenntnisse zeigt sich, dass Fachkenntnisse in erster Linie in Informatik-Berufen und weiteren Berufen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie in Berufen der technischen Entwicklung, Konstruktion und Produktionssteuerung, aber auch in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen benötigt werden. Berufe, in denen überdurchschnittlich häufig fremdsprachliche Grundkenntnisse benötigt werden, sind vor allem Schutz-, Sicherheits- und Überwachungsberufe, Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe sowie Verkaufsberufe und medizinische Gesundheitsberufe.

Die repräsentativen Erwerbstätigenbefragungen werden vom BIBB in Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) alle sechs Jahre durchgeführt. Ausgewertet wurden dabei Daten von jeweils rund 20.000 Erwerbstätigen.

Weitere Informationen im Beitrag „Fremdsprachenanforderungen in der Arbeitswelt“ in der aktuellen Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis - BWP“ unter www.bwp-zeitschrift.de/16998 sowie unter www.bibb.de/arbeit-im-wandel.

Anzeige