Berufsausbildung

Heute Azubi, morgen Chef

Heute Azubi, morgen Chef
Die Kraftfahrzeugmechatronikerin prüft im Innenraum des Fahrzeuges anhand einer Checkliste elektrische und elektronische Funktionen bei der Inspektion. Foto: Kfz-Innung

pm. „Autos sind einfach geil“, sagt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, wenn er gefragt wird, was sich seit seiner Lere nicht geändert hat. Aber ansonsten „dreht sich nirgendwo die Welt so schnell, wie bei den Autos, rasanter Wandel gehört zur DNA der Branche“. Inklusive Beständigkeit. Hört sich wie ein Widerspruch an, ist aber keiner: „Wir betreuen in unseren Werkstätten alles, egal ob Benzin-, Diesel-, Hybrid-, Wasserstoff oder Elektromotor, Hauptsache es sind Räder dran“. Das Auto aus dem vorigen Jahrhundert findet genauso die passende Werkstatt, wie Modelle, die noch auf Nischenantriebe stellen.

Berufe, in denen es nie ­langweilig wird

Das Prinzip heißt, „jedem eine Chance zu bieten, der sie verdient, aber auch mit der klaren Ansage, dass wir Azubis wollen, die auch eine echte Chance haben, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen.“ Die Regel ist deswegen inzwischen das Betriebspraktikum: „Da sehen alle Beteiligten, ob der Beruf passt und die Karriere mit Lehre starten kann.“ „Bei uns bekommt keiner etwas geschenkt, die Leistungen müssen stimmen“, sagt Obermeister Torsten Treiber, „aber im Gegenzug bieten wir Karrieremöglichkeiten in alle Richtungen - vor allem aber Berufe, in denen es nie langweilig wird.“

Ausbildungsberufe stehen zur Wahl

Diese Ausbildungsberufe stehen zur Wahl: Kraftfahrzeug-Mechatroniker/-in, Fahrzeuglackierer/in und Automobilkaufmann/-frau. Dazu kommen Bürokaufmann/ -frau und die „Fachkraft für Lagerwirtschaft“. Und Spezialisierungen: Kraftfahrzeugmechatroniker spezialisieren sich auf Pkw, Nutzfahrzeuge, Motorräder, Karosserie- und Instandhaltungstechnik, Hochvolttechnik - richtig, das sind die Elektroautos. Von denen gibt es noch nicht so viele, aber die Betriebe bilden für die Zukunft aus. Und für die Vergangenheit. Wer alte Autos mag, wird an Oldtimern seine Freude haben, auch das ist ein Feld, auf das man sich spezialisieren kann.

Computern statt schrauben

„Mädels oder Jungs sind uns gleichermaßen willkommen“, sagt Torsten Treiber. Arbeit am Auto ist kein Knochenjob mehr: „Die Arbeit hat sich gewandelt: Computern statt schrauben, trifft’s am besten. Wer im Fitnessstudio nicht vom Laufband oder Fahrradergometer fällt, hat genug Power für den Job“, sagt Torsten Treiber.

Auch mit guten Hauptschulabschluss einsteigen

Abläufe erfassen, Fehler entdecken, technisch immer auf dem neuestens Stand sein, darauf kommt es heute vor allem an: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“ Wer versteht, was er liest und es umsetzen kann, hat gute Chancen auf beruflichen Erfolg. Und die Welt spricht englisch, weswegen Sprachkenntnisse helfen. Von den Anforderungen her, bietet das Kraftfahrzeuggewerbe immer noch die Möglichkeit, mit einem guten Hauptschulabschluss einzusteigen. Aber die Betonung liegt auf „gut“. Und ein erfolgreiches Praktikum soll schon sein.

Karriere mit Lehre

Danach geht Karriere mit Lehre so: Die Standardausbildungszeiten sind dreieinhalb Jahre bei Kfz-Mechatronik, drei Jahre für Kaufleute, Lackierer und Logistiker.

Für alle mit Mittlerer Reife oder Abitur gibt’s eine Spezialvariante: das Berufskolleg

Dank dieses Angebotes steigen inzwischen rund 20 Prozent aller Auszubildenden mit Realschulabschluss oder Abitur in eine Lehre im Kfz-Gewerbe ein. Tendenz weiter steigend.

Nach oben gibt’s dann keine Grenze mehr: „Formel-1-Rennfahrer, Tuner, Ingenieur, Meister (seit 1. Januar 2020 Bachelor Professional) und mehr - jede Menge Möglichkeiten“, sagt Obermeister Torsten Treiber.

Für ihn das Beste: „Ich konnte mein eigener Chef werden.“

Alle Infos unter www.kfz-innung-stuttgart.de/autoberufe/ausbildung.

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