Gesundheit

Das Schweigen der Leber

Das Schweigen der Leber
Foto: Trias Verlag

pm. „Das Schweigen der Leber“ ist der Titel eines neuen, kurzweilig und witzig geschriebenen Buchs über die vielfältigen Funktionen der Leber und wie man verhindern kann, dass dieses faszinierende Organ krank wird. Die Leber gehört zu den wichtigsten Organen in unserem Organismus, denn sie ist die größte Drüse und das zentrale Organ für den Stoffwechsel des Körpers. Sie arbeitet unermüdlich, um Hormone und Energie bereitzustellen und unseren Körper Tag für Tag von den anfallenden Giften aus dem Stoffwechsel zu befreien. Die Leber ist das bei Weitem duldsamste Organ unseres Körpers, zudem hat sie unglaubliche Regenerationsfähigkeiten: Sie hält härtesten Beanspruchungen stand und heilt oft wieder - sofern man sie danach in Ruhe lässt.

Doch auch wenn die Leber im Vergleich zu anderen Organen außergewöhnlich regenerationsfähig ist, hat auch sie ihre Grenzen. Allerdings schweigt sie, selbst wenn ihr zu viel zugemutet wird. Und genau darum geht es in dem gerade neu erschienenen Buch „Das Schweigen der Leber“: Über die lebenswichtigen Geheimnisse eines stillen Organs aufzuklären und aufzuzeigen, welche negativen Auswirkungen eine falsche Ernährung, übermäßiger Alkohol, Bewegungsmangel und Diäten auf die Leber haben.

Dabei wird klar, dass man kein Gesundheitsapostel werden muss, um zu vermeiden, was die Leber krank macht. Viele praktische Tipps, wie man diesem faszinierenden Organ guttun und es sorgsam pflegen kann, helfen den Lesern, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und dabei trotzdem gut zu leben und das Leben genießen zu können.

Die Autoren dieses informativen und interessanten, gleichzeitig aber nicht belehrend, sondern oft witzig und mit Esprit geschriebenen Buches sind Prof. Dr. med. Ansgar W. Lohse, Klinikdirektor am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, und Ulf C. Goettges, der früher in der Chefredaktion von Printmedien wie Welt am Sonntag, Bild und Berliner Zeitung mitgearbeitet hat und jetzt als Buchautor tätig ist. Prof. Lohse ist als Hepatologie-Experte u.a. zum Koordinator des Europäischen Referenznetzwerkes für Lebererkrankungen berufen worden, leitet mehrere große Verbünde zur Leberforschung und hat schon vielen Leberpatienten - darunter auch Ulf Goettges - das Leben gerettet.

 

Der stellte als Überlebender während der Behandlung im Klinikum Hamburg Eppendorf so viele Fragen, das daraus die Idee zu diesem Buch entstand.

In Deutschland leben mindestens fünf Millionen Leberpatienten. Und etwa jeder vierte Deutsche hat eine vor allem durch ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung verursachte Fettleber - meist ohne es zu wissen. „Trotz der weiten Verbreitung von Lebererkrankungen gibt es erstaunlicherweise kaum Bücher für Laien - also für jeden, der sich fragt, wie dieses zentrale Organ eigentlich genau funktioniert“, so die Autoren. „Wir möchten jenes Wissen vermitteln, das es uns ermöglicht, die faszinierenden Fähigkeiten der Leber zu verstehen und sie gut zu behandeln. Denn Wissen ist die beste Medizin.“

Warum waren Asterix und Obelix der Leber-Diagnostik um Jahrzehnte voraus? Aus welchem Grund gehören Gummibären in den Käfig und nicht in die Tüte? Welche Gefahren lauern womöglich in der „Maurermarmelade“ (Thüringer Mett)? Und wie kam es, dass in einem Käsekeller eines der wichtigsten Diagnose-Verfahren in der Leber-Diagnostik erfunden wurde? - Solche und weitere Fragen beantworten die Autoren in ihrem Buch.

Außerdem räumen sie mit Mythen auf, die sich zum Thema Lebergesundheit hartnäckig halten. Alkoholpausen tun der Leber beispielsweise nicht in jedem Fall gut. „Wenn nach einer längeren Alkoholpause sofort das alte Level wieder erreicht wird, identifiziert die Leber Alkoholbestandteile als Gift und fängt an, sie zu bekämpfen. Die Folge: akute Leberentzündung“, klären die Autoren auf. Auch hilft es der Leber nicht, wenn man Medikamente als Pflaster oder Creme anstelle von Tabletten anwendet. Denn egal, wie man ein Medikament einnimmt - die Wirkstoffe erreichen über den Blutkreislauf immer die Leber und werden dort verstoffwechselt.

Alkohol ist bekanntlich ein sehr häufiger Auslöser für tödlich verlaufende Fettlebererkrankungen. „Nicht weil Wein oder Bier Fett enthalten, sondern der Abbauprozess das Fett erzeugt“, erklärt Prof. Lohse. Außerdem haben unsere Ernährungsgewohnheiten die Fettleber auch ohne den Beitrag von Alkohol inzwischen zu einer weltweiten Volkskrankheit gemacht, welche die alkoholbedingten Leberschäden in vielen Ländern bereits überholt haben. Etwa 25 Prozent der Weltbevölkerung leiden inzwischen an einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung, abgekürzt NAFL.

„Die gute Nachricht: Eine Umstellung der Ernährung (weniger Fett, weniger Zucker, keine großen Mahlzeiten am späten Abend), kombiniert mit mehr Bewegung, kann das Problem lösen. Erste Grundregel: Mehr Gemüse, weniger Fett essen - aber bitte nicht mehr Obst: Warum? Weil Obst sehr viel Fruktose, das heißt Fruchtzucker, enthält, der für die Leber sogar deutlich problematischer ist als ganz normaler Zucker“, erklären Lohse und Goettges.

Das Schweigen der Leber, 2021 (1. Auflage), Trias Verlag. Von: Prof. Dr. med. Ansgar W. Lohse und Ulf C. Goettges; ISBN 978-3-432-11271-8

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