Artikel IG Kruichling

Vom Flächennutzungsplan zum Verkaufs-Hit

pm. Durch die Erschließung der Gewerbegebiete Kruichling und Hegelesberg sind in den letzten 30 Jahren zwei neue Industrieflächen in Kirchheim unter Teck entstanden. Insbesondere in der jahrzehntelangen Geschichte des Gewerbegebiets Kruichling gab es Tiefen und Höhen.

Foto: Jörg Bächle
Kruichling Foto: Jörg Bächle
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Kruichling Foto: Jörg Bächle

Am Anfang Stand der Plan

Auf Grundlage eines Flächennutzungsplans hatte die Kirchheimer Stadtverwaltung vor mehr als 30 Jahren einen Strukturplan für den Bereich Kruichling erarbeitet und im Gemeinderat vorgestellt. Anfang Juli 1988 stimmte dieser einem ersten Bauabschnitt zu. Die Straßen- und Kanalarbeitenfür das Gewerbegebiet Kruichling starteten Anfang 1992. Installiert wurde ein unterirdisch angelegtes Regenüberlaufbecken mit einem Volumen von 700 Kubikmetern in der Nähe Schöllkopf-/Hegelstraße und ein Brückenwerk für die Überführung der Bahnstrecke, die sich mit der neuen Verbindungsstraße ins Industriegebiet kreuzt. Am 6. Oktober wurde die Verbindungsstraße zwischen Nürtinger- und Schöllkopfstraße dem Verkehr übergeben.

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Kruichling Foto: Jörg Bächle
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Kruichling Foto: Jörg Bächle

Verhaltener Start - gutes Ende

In den 90er Jahren wurde auch Kirchheim von der Wirtschaftsflaute in der Region gebeutelt. Die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken hielt sich damals in Grenzen. Da auch bereits ortsansäßige Firmen, die sich mit einem Standortwechsel beschäftigten, nicht in Scharen in den „Kruichling“ zogen, kam man zu der Erkenntnis, auch in der Region zu werben. Ein erster Schritt war die Beteiligung an einem Pool der neu gegründeten „Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Stuttgart“, deren Aufgabe darin besteht, Wirtschaftsförderung direkt für die Städte und Gemeinden zu betreiben. Die Jahrtausendwende kam, doch das Gewerbegebiet bereitete zunächst weiterhin Sorgen: Die Gewerbefläche hatte sich noch immer nicht als der erhoffte „Renner“ erwiesen.

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Kruichling Foto: Jörg Bächle
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Kruichling Foto: Jörg Bächle

Heute hat man diese Probleme nicht mehr, eher im Gegenteil. Mittlerweile brummt das Geschäft mit den Gewerbeflächen. Angesiedelt haben sich Firmen wie Makino, Saunabau Geiger, Lehner Sensor Systeme, Betex, Holder und 2E Mechatronic, aber auch die Textilservice Süd-West, die tierärztliche Fachpraxis Dr. Tanja Schlegel, das Fitnesszentrum SLsports, der Shell-Autohof, der Event-Palast oder McDonald’s, um nur einige zu nennen. Auch Firmen wie Hagleitner, Stahlbau Schmid und MAN haben ihre Grundstücke bebaut, ebenso wie Godelmann, Wölpper, Stabil Group und weitere Betriebe. Im Kruichling sind somit alle städtischen Grundstücke veräußert.

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Kruichling Foto: Jörg Bächle

Gewerbegebiet Hegelesberg

Das zwischen Kruichling und der Stadt gelegene, vergleichsweise „junge“ Gewerbegebiet Hegelesberg wurde gerade zur rechten Zeit erschlossen. Grundlage für den Bebauungsplan Hegelesberg war eine Änderung des Flächennutzungsplans von einer Fläche für großflächigen Einzelhandel zu gewerblicher Baufläche, die vom Regierungspräsidium Stuttgart am 2. Mai 2014 genehmigt wurde. Seitdem haben innerhalb kurzer Zeit einige Unternehmen hier ihren neuen Platz gefunden: Daiber Werbetechnik, Sonic Equipment, Lieder, Mens Automation aus Denkendorf, die Lubrix GmbH und die Kögler Metallbau GmbH, Berlet Formenbau aus Owen, das Autohaus Ramsperger sowie Apparatebau Kirchheim (AK). Einzig die „Premiumfläche“ mit über 22.000 Quadratmetern war zwar des Öfteren reserviert, bisher aber noch nicht verkauft worden und ist für produzierendes Gewerbe mit entsprechenden Arbeitsplätzen vorgemerkt. Städtebaulich soll hier ein wichtiges Eintrittstor zu Kirchheim entstehen.

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Hegelesberg Foto: Jörg Bächle

Breitbandausbau im Kruichling

Im Sommer 2019 wurde mit Beginn der Breitband-Bauarbeiten im Gewerbegebiet Kruichling ein wichtiger Schritt zur Anbindung an das Glasfasernetz unternommen. Dieser Ausbau bildet einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung der städtischen Digitalisierungsstrategie - mit der Anbindung an das Glasfasernetz wurden die Weichen für eine zukunftsorientierte digitale Ausrichtung des Gewerbegebiet Kruichling gestellt. Für den Breitbandausbau schlossen die Gigabit Region Stuttgart GmbH, an der auch die Stadt Kirchheim Teck beteiligt ist, und die Deutsche Telekom im Mai 2019 eine Kooperationsvereinbarung. Die vereinbarte Kooperation mit der Deutschen Telekom AG ist einmalig in Deutschland und soll sicherstellen, dass bis 2025 alle Unternehmensstandorte und 50 Prozent der privaten Haushalte einen gigabitfähigen Hausanschluss erhalten. Bis 2030 sollen 90 Prozent der privaten Haushalte eine Anschlussmöglichkeit erhalten. Zudem werden die Voraussetzungen für den neuen Mobilfunkstandard 5G geschaffen. Die Kooperationsvereinbarung bietet vor allem Unternehmen die Chance, die entstehende digitale Infrastruktur zu fairen und marktüblichen Preisen zu nutzen.

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Hegelesberg Foto: Jörg Bächle

Kirchheim profitiert

Mittlerweile herrscht in den Gewerbegebieten große Betriebsamkeit, die städtischen Grundstücke sind nahezu alle veräußert, bebaut oder in Bebauung. Verschiedene Unternehmen haben sich angesiedelt und es wird produziert, trainiert oder konsumiert. Die Entwicklung der Gewerbegebiete ist gut für Kirchheim in vielerlei Hinsicht, denn attraktiv wird eine Kommune nicht nur durch eine schöne, belebte Innenstadt, sondern auch durch Arbeitsplätze, die es wert sind, dass man sich als Arbeitnehmer in der Nähe niederlässt. Und durch Gewerbe- wie Einkommenssteuer erhöhen sich anschließend die Einnahmen der Stadt.

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Hegelesberg Foto: Jörg Bächle

Breitbandausbau für „Weiße Flecken“

Die Stadt Kirchheim unter Teck hat im August 2020 den Förderantrag „Weiße Flecken“ gestellt. Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 6 Millionen Euro sind neben Schulen und privaten Adresspunkten auch zahlreiche Gewerbegebiete enthalten. Die Stadt erhält eine Förderung von 50 Prozent vom Bund und voraussichtlich 40 Prozent vom Land Baden-Württemberg. Im Förderantrag enthalten ist der Technologiepark Nabern, das Gewerbegebiet „Heimenwiesen“ in Ötlingen, das Gewerbegebiet Jesingen, das Gewerbegebiet „Im Hag“ und das Gewerbegebiet „westlich“ (Lenninger Weg, Faberweg und Dettinger Straße). Ein eigenwirtschaftlicher Ausbau der Telekom findet mit Start 2021 und Ende 2022 im Gewerbegebiet Bohnau statt. Hierzu hatte die Telekom im Sommer 2020 die Bedarfe der Gewerbetreibenden in der Bohnau abgefragt. Die Rückmeldungen reichten aus, um nun ein weiteres Gewerbegebiet in Kirchheim unter Teck zeitnah mit Glasfaser zu versorgen.

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