Leben und Wohnen im Alter

Grenzen der Pflegetätigkeit

Was darf ein Krankenpfleger?

Zu den Aufgaben einer Pflegekraft gehört auch die Dokumentation und Auswertung der getroffenen Maßnahmen. Symbolbild

lps/AM. Krankenpfleger sind für die Betreuung, Beratung, Pflege und Beobachtung der Patienten in stationären oder ambulanten Einrichtungen sowie in der mobilen Krankenpflege verantwortlich. Darüber hinaus obliegt ihnen die Dokumentation und Auswertung der betreuenden Maßnahmen. Die wichtigsten Kompetenzen bestehen aus der Durchführung und Assistenz ärztlicher Anordnungen. Krankenpfleger dürfen keine medizinischen Entscheidungen treffen und nach diesen behandeln. Ein Arzt muss stets die Durchführung der Pflege überwachen und darf dem Krankenpfleger keine Aufgaben übertragen, die ihn überfordern oder seine Kompetenzen überschreiten. Jede einzelne Maßnahme sowie der Gesundheitszustand des Patienten sind für die Aufgabenübertragung entscheidend. Handelt es sich beispielsweise um eine Injektion, muss genau abgewogen werden, ob der betreffende Krankenpfleger dieser Anforderung gerecht wird. Werden in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen Aufgaben an nicht ausreichend qualifiziertes Personal delegiert, haftet der Krankenhausträger, die leitende Pflegeeinrichtung oder der verantwortliche Arzt für den Schaden, der durch mangelnde Koordination oder Kontrolle entstanden ist. Das kann beispielsweise die vorgeburtliche Überwachung einer Schwangeren und des ungeborenen Kindes durch eine Nachtschwester sein. Zudem kann ein Krankenpfleger wegen eines sogenannten Übernahmeverschuldens zur Verantwortung gezogen werden. Das tritt ein, sobald der Krankenpfleger entsprechend seiner Fähigkeiten hätte erkennen müssen, dass er bestimmte Maßnahmen nicht mit der nötigen Sorgfalt durchführen konnte. Um mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen, eignen sich diverse fachbezogene Weiterbildungen. Hierzu zählen die Intensiv- oder Palliativpflege, die Anästhesie oder eine Schulung für die Pflegedienstleitung.


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