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Ein Helfer in turbulenten Zeiten

Foto: Kasten Uhde
Innere Ruhe, Gelassenheit und einen gesunden Umgang mit Stress kann wieder erlernt werden. Foto: Kasten Uhde

pm. Wir leben nicht erst durch Corona in einer Welt, die von Wandel geprägt ist. Digitalisierung und Agilität stehen beispielsweise in der Arbeitswelt im Vordergrund. Der Hang zum Multitasking, Zeitdruck und fehlende Muße­zeiten lassen uns immer wieder wie in einem Hamsterrad fühlen. Im zur „Normalität“ gewordenen Alltag erhalten wir täglich neue Informationen über die Ausbreitung des Corona-Virus. Die meistgenutzten Wörter der Journalisten und Politiker, die im Appell an die Gesellschaft gerichtet werden, lauten ‚achtsam‘ und ‚besonnen‘. Die Auswirkungen auf unser Leben und die Wirtschaft sind spürbar und nach wie vor in ihrem vollen Umfang nicht absehbar. Selbst die kurzfristige Zukunft erscheint uns gerade überhaupt nicht mehr planbar. Vorrangig herrscht die Sorge um die eigene Gesundheit und die der Liebsten. Dazu kommt die Sorge um die eigene Existenz oder wie sich ganz alltägliche Dinge organisieren lassen.

Innere Stabilität statt ­Krisenmodus

In dieser von Verunsicherung geprägten Zeiten gerät unser Gehirn in den Stress- beziehungsweise Alarmmodus. Angst und Sorgen lähmen, führen zum Tunnelblick und das rationale Denkvermögen sowie Kreativität und Empathiefähigkeit nehmen ab. „Wie wäre es, auch in den aktuell herausfordernden Zeiten immer wieder in einen Zustand der inneren Stabilität zu kommen? Gelassen - zuversichtlich - besonnen“, fragt Nina Uhde, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Psychotherapie. Neurowissenschaften belegen: Innere Ruhe, Gelassenheit und ein gesunder Umgang mit Stress könne wieder erlernt werden. Achtsamkeit - sowohl eine innere Haltung als auch eine Schlüsselkompetenz, um den Herausforderungen unserer Zeit konstruktiv zu begegnen.

Was aber ist Achtsamkeit?

„Achtsamkeit ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit, in der wir im Hier und Jetzt ganz präsent sind. Achtsamkeit heißt, bewusst und im gegenwärtigen Augenblick wahrzunehmen, was gerade im eigenen Körper und Geist oder um einen herum passiert - und zwar ohne Bewertung. Dies unterscheidet sich von unserem Alltagsbewusstsein, in dem wir per Autopilot unserem üblichen Reiz-Reaktionsmuster folgen und routinemäßig funktionieren. Unser Bewusstsein ist im Alltag eher sprunghaft. Es neigt dazu, in die Vergangenheit oder Zukunft abzuschweifen und sich ablenken zu lassen. Zum Beispiel wird durch die vielen digitalen Reize von außen das Gehirn zusätzlich überstimuliert. Die Kompetenz, sich zu fokussieren, nimmt ab. Achtsamkeit kann in diesem Zusammenhang eine Methode sein, die uns lehrt, innezuhalten, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, zur Ruhe zu kommen und vor allem: sich nicht in der Angst zu verlieren. Achtsamkeit verhilft uns zu mehr Klarheit sowie dazu, mit unseren eigenen Bedürfnissen und Bewertungen in Kontakt zu kommen. Auch unterstützt sie uns dabei, der Angst ins Auge zu blicken. Denn wir benötigen auch diese Angst, um die Gefahr und die Ernsthaftigkeit der aktuellen Lage zu erkennen. Auf diese Weise bekommt sie sogar etwas Positives, denn sie setzt Kräfte frei. Sie erlaubt, zu erkennen, dass es gerade jetzt darum geht, trotz Abstand mit anderen Menschen in Verbindung zu bleiben, per Telefon, Videotelefonie, aber auch mittels Gebet oder Meditation. So können wir wieder bewusst agieren, statt blind zu reagieren. Neben der Möglichkeit, Achtsamkeit über Meditation zu entdecken, gibt es viele - auch kleine - Methoden, um Achtsamkeit in den Tagesablauf zu integrieren“, erklärt Nina Uhde.

MBSR ist ein erforschtes Achtsamkeitstraining

Dabei hat sich MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction, zu Deutsch: Stressreduzierung durch Achtsamkeit) als grundlegendes und am besten erforschtes Achtsamkeitstraining etabliert. Das achtwöchige Programm wurde bereits in den 1970er-Jahren von dem Molekularbiologen Dr. Jon Kabat-Zinn an der Universitätsklinik in Massachusetts (USA) entwickelt und wird weltweit im Gesundheitsbereich, in pädagogischen und sozialen Einrichtungen sowie in Unternehmen erfolgreich angewendet. Als Trainingsprogramm für den Geist verbindet es meditative Übungen in Ruhe und Bewegung mit Ansätzen aus der modernen Psychologie und Stressforschung.

Der klassische Achtsamkeits-Kurs nach dem MBSR-Konzept beinhaltet acht wöchentlich stattfindende Sitzungen mit einem Zeitaufwand von etwa 2,5 Stunden sowie ein Achtsamkeitstag von sechs Stunden, meist an einem Wochenende.

Kernelemente des Kurses

Die Kernelemente des Kurses beinhalten achtsame Wahrnehmung des Körpers in Ruhe und Bewegung mittels Bodyscan und Yoga, Meditation im Sitzen und Gehen, Kurzvorträge und Erfahrungsaustausch zum Thema Stress, Umgang mit Gefühlen, Umgang mit dem Körper und achtsame Kommunikation.

Die tägliche Übungspraxis zu Hause ist Voraussetzung, um von einem Kurs angemessen zu profitieren. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Vorgespräch statt und nach dem Kurs können Einzelgespräche verabredet werden.

Die KursteilnehmerInnen erhalten zudem ein Teilnehmerhandbuch und Übungsanleitungen mittels Audio-Dateien. Infos zum Kurs-Start am Donnerstag, 8. Oktober, erhält man auf www.nina-uhde.de oder telefonisch unter 07021/80464.

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