Ortsvorstellung Bissingen

Spannende Zeitreise durch die Geschichte

Der Samstagabend steht ganz im Zeichen einer multimedialen Präsentation

Nachtdreh bei künstlichem Mondlicht im Bissinger Lamm.Fotos: Filmteam Steegmaier
Nachtdreh bei künstlichem Mondlicht im Bissinger Lamm. Fotos: Filmteam Steegmaier

TB. Das 1250-jährige Jubiläum der Gemeinde Bissingen wird dieses Wochenende gefeiert. Der Samstagabend steht ganz im Zeichen einer multimedialen Präsentation von Bissinger und Ochsenwanger Geschichte und Geschichten:

Es gibt wohl keinen Rechner oder Handy mehr am Markt, welches nicht mit dem Attribut „multimedial“ wirbt. Dass man bei Multimedialem auch Digitales mit Analogem und Historischem mischen kann und das daraus dann eine spannende Zeitreise durch die Geschichte Bissingens entsteht, daran hat auch Moritz Steegmaier großen Anteil.

Der 26jährige Filmemacher, der in Bissingen aufgewachsen ist, hat in Dortmund seine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton absolviert und ist neben seiner Tätigkeit bei der TU Dortmund seitdem als freiberuflicher Kameramensch, Kamera- und Tonassistent, Cutter und Realisator für diverse Sender und Auftragsproduktionen tätig. Für die Bissinger Jubiläumshow hat er mehrere Film­einspieler konzipiert und mit einem Team aus Kreativen umgesetzt. Wir haben ihn interviewt:

Hallo Herr Steegmaier, sie kommen direkt aus Dortmund zurück? Was haben sie da gemacht?

Moritz Steegmaier: In Dortmund haben wir die letzten Wochen die Filmeinspieler für die Show geschnitten, vertont und gegraded, also farblich coloriert. Zeitweise waren vier Cutter an unterschiedlichen Orten gleichzeitig tätig, um alles rechtzeitig fertig zu stellen. Außerdem haben wir ein Dortmunder TV-Studio angemietet und eine Szenerie nachgestellt, wo sowohl aus Bissinger als auch aus Ochsenwanger Sicht leidenschaftlich diskutiert wird, mit mehreren Kameras, vielen Strahlern und drei Schauspielern, das alles bei knapp 40 Grad Außentemperatur und ohne Klimaanlage.

Eine wahrlich heiße Angelegenheit. Da muss man erst einmal durchatmen. Trotzdem, so kurz vor dem Festwochenende, sind sie nicht aufgeregt?

Steegmaier: Eine solche immense Produktion ist immer eine Herausforderung. Es gibt zahlreiche Punkte, die schief gehen können, abgesehen von den großen Fragezeichen wie Wetter, Zuschauerzahl oder Stimmung. Es reicht wenn auch nur ein Kabel oder ein Stecker an der Veranstaltung streikt, dann heißt es zu improvisieren. Ich selbst bin mittlerweile doch etwas aufgeregt, wobei sich die Aufregung in den letzten Tagen im Rahmen gehalten hat, da noch sehr vieles organisiert werden musste. Das Team jedoch ist absolut entspannt.

Das hört sich doch gut an. Was haben sie denn für Filme produziert?

Steegmaier: Für die Jubiläumsshow haben wir verschiedene Formate produziert. Die bunte Mischung aus Filmeinspielern reicht vom szenischen Kurzfilm über das klassische Portrait bis hin zur abstrakten Darstellung von Dorfbrand oder der gemeinsamen Geschichte zwischen Ochsenwang und Bissingen. Die Dreharbeiten waren geprägt von hohem organisatorischem Aufwand. Das kann man nicht alleine schaffen, da braucht es ein flexibles und motiviertes Team vor Ort. Vor allem auch spontane Anfragen an die Bissinger liefen super. Nur wenn ein Ort total hinter einem so großen Projekt steht, kann es überhaupt gestemmt werden. Letztlich sind es die Kleinigkeiten wie eine fehlende Badekappe, ein brennendes Feuer, eine abgesperrte Straße oder ein Porsche 911er, der so etwas zu etwas Besonderem macht. Und das geht eben nur über die Bissinger vor Ort.

Wie lange haben sie produziert und wer hatte die Idee?

Steegmaier: Die Vorproduktionen der Filme haben knapp zehn Monate gedauert. In der Vorproduktion der Einspielfilme waren insgesamt knapp 50 Menschen beteiligt, vor oder hinter der Kamera. Die Idee entstand bei einem Gespräch mit Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf in seinem Büro. Entwickelt im Zug, am Schreibtisch, auf der Autobahn, mit Kollegen und vor allem in der Familie entstand so ein Ablaufplan, der das Programm strukturiert. Kreisarchivar Manfred Waßner schaffte denn historischen Background dafür.

Bereits in der Einleitung wird auf die multimediale Show hingewiesen. Was sind die Komponenten?

Steegmaier: Die Show ist als Geschichtenerzählung konzipiert. Unser Geschichtenerzähler Rolf-Rüdiger Most wird aus seinem märchenhaften Geschichtsbuch vorlesen. Die einzelnen Kapitel sind darin die verschiedenen medialen Inhalte. Umgesetzt wird die Gestaltung des Abends aber nicht nur durch die Filme, sondern auch durch das Saxophon-Ensemble, die Reden und den Einsatz von Licht- und Tontechnik einer Bissinger Eventfirma.

Haben sie den Ablauf geübt?

Steegmaier: Das Grundgerüst des Abends ist der Ablaufplan. Für alle Beteiligten ist darin aufgeführt wann, was, wo passiert. Es gab einige Besprechungen, wo der Plan diskutiert wurde bis er dann endlich stand.

Findet noch eine Generalprobe statt?

Steegmaier: Ja, bei der Generalprobe laufen alle Fäden zusammen, aus der Technik, der Musik, der Reden und der Organisation. Aufgrund der Party am Freitagabend wird es aber nur eine Probe geben. Daran werden alle beteiligt sein, die den Abend mitgestalten.

Wie lange geht die Show und was passiert danach?

Steegmaier: Die Show ist eng getaktet und mit einer Länge von knapp 90 Minuten geplant. Am Ende der Veranstaltung präsentiert Kreisarchivar und Autor Manfred Waßner die neu verfasste Ortsgeschichte in Buchform. Am liebsten würden wir die Veranstaltung live im Internet streamen, dafür fehlt uns jedoch die notwendige IT-Infrastruktur.

Okay, aber sie werden noch etwas Bleibendes produzieren?

Steegmaier: Ja, die Filmeinspieler sollen online veröffentlicht werden. Außerdem ist geplant, dass der Jubiläumsmitschnitt auf einer DVD erscheinen soll. Auf Instagram und Facebook - 1250_jahre_bissingen beziehungsweise 1250 Jahre Bissingen an der & Teck - berichtet die Öffentlichkeitsarbeit schon seit Beginn des Jahres von den Vorbereitungen.

Dann wünschen wir Ihnen und allen Beteiligten einen entspannten störungsfreien wundervollen Abend! Wir danken für das Interview.

Moritz Steegmaier, Filmemacher aus Bissingen/Dortmund.
Moritz Steegmaier, Filmemacher aus Bissingen/Dortmund.
Das Produktionsteam am Ende der zehnmonatigen Dreh­arbeiten.
Das Produktionsteam am Ende der zehnmonatigen Dreh­arbeiten.
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