Ortsvorstellung Weilheim

1 250 Jahre Stadtgeschichte

Foto: Joachim Feist, 1992
Schlußstein: Petrus mit dem Schlüssel, verwendet im Weilheimer Wappen. Foto: Joachim Feist, 1992

pm. Ur- und frühgeschichtliche Funde weisen auf eine sehr frühe Besiedlung des Raumes Weilheim hin. Der erste schriftliche Nachweis von Weilheim ist im Codex des Klosters Lorsch im Rahmen einer Schenkung von 769 enthalten. Ins Rampenlicht der Geschichte trat Weilheim um die Mitte des

11. Jahrhunderts. Eine der einflussreichsten Adelspersönlichkeiten dieser Zeit, „Bertold mit dem Bart“ aus dem Geschlecht der Zähringer, erbaute auf dem Hausberg von Weilheim, der Limburg, eine Burganlage. Er gründete zwischen den Siedlungen Unterhofen und Oberhofen im heutigen Stadtkern vor 1073 ein Eigenkloster. Nur etwa 20 Jahre war Weilheim Hauptsitz des Herzogsgeschlechts, bevor dieses seine Herrschaft in den Breisgau auf die Burg Zähringen, nach der sich die künftigen Generatio-nen als Herzöge von Zähringen nannten, verlegte. Die Probstei in Weilheim wurde aufgegeben und nach St. Peter im Schwarzwald umgesiedelt, das 1093 zum Kloster geweiht wurde.

Erhebung zur Stadt

Unter den Grafen von Aichelberg war Weilheim Ende des 13. Jahrhunderts Verwaltungsmittelpunkt für die umliegenden Orte ihrer Herrschaft.

Weilheim wurde 1319 zur Stadt erhoben und befestigt und kam 1334 an Württemberg. Die Einwohner erhielten bürgerliche Rechte. Die Stadt erlangte das Marktrecht und gewann rasch an Bedeutung. Sie hatte viele Jahre ein eigenes Unteramt. Ein Stadtbrand hinterließ im Jahr 1461 große Schäden im Siedlungskern. 1489 wurde die heutige Peterskirche mit ihrer reichhaltigen Ausstattung erbaut.

Wie überall hinterließen Pest, durchziehende Truppen und andere geschichtliche Ereignisse ihre Spuren.

1795 fertigte Andreas Goll die weithin bekannte und wohl eine der wertvollsten Denkmalorgeln im Lande. Ihre Technik ist heute noch Maßstab für die Restaurierung von historischen Orgeln.

Eintrag aus dem Lorscher Codex mit der Ersterwähnung von Weilheim, Bissingen und Jesingen (Osingen), 769
Eintrag aus dem Lorscher Codex mit der Ersterwähnung von Weilheim, Bissingen und Jesingen (Osingen), 769
Rosenkranzbild Foto: Joachim Feist, 1992
Rosenkranzbild. Foto: Joachim Feist, 1992
Stifterbild um 1520. Foto: Joachim Feist, 1992
Stifterbild um 1520. Foto: Joachim Feist, 1992
Bronzezeitliches Urnengrab aus der Naberner Straße 5, 1991
Bronzezeitliches Urnengrab aus der Naberner Straße 5, 1991