Ortsvorstellung Weilheim

Auftakt für ein buntes Festjahr

Festakt in der Limburghalle 1250 Jahre Weilheim
Der Festakt in der Weilheimer Limburghalle bot rund 500 Gästen ein äußerst erfrischendes und abwechslungsreiches Programm rund um Weilheims Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Fotos: Markus Brändli

tb. Mit einem Festakt hat die Stadt Weilheim im Februar ihr Jubiläumsjahr eröffnet. Geboten waren an dem Abend keineswegs nur Reden, sondern auch Theater, ein Film, Musik und lockere Gespräche. Ein Rückblick: Der Festakt in der Weilheimer Limburghalle, gleichzeitig Auftakt zum Jubiläumsjahr, bot rund 500 Gästen ein äußerst erfrischendes und abwechslungsreiches Programm rund um Weilheims Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Das Miteinander pflegen

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha sprach in seiner Festrede über Zusammenhalt und Demokratie in Kommunen. Als zentraler Redner des Festakts zum Weilheimer Stadtjubiläum ließ der Minister für Soziales und Integration nicht nur die Geschichte der Stadt Revue passieren. Er zeigte sich auch gut informiert darüber, was Weilheim heute ausmacht - ob es nun der höchste Weinberg Württembergs ist, die 18 000 Kirschbäume, die Peterskirche oder der Künstlermarkt. Das Besondere einer Stadt jedoch - und das war seine Hauptbotschaft - sei der Zusammenhalt vor Ort.

„Weilheim ist Ihre Stadt“, sagte er an die Bürger gewandt - ganz egal, ob sie nun dort aufgewachsen oder zugezogen seien. „Nationen entstehen und vergehen, Könige und Kaiser müssen sich aus der Weltgeschichte verabschieden, Staatsformen ändern sich, Ideologien lösen sich auf“, ging der Minister auf den Wandel in der Welt ein. „Was aber bleibt, sind die kleinen Gebilde: die Kommunen, Gemeinden, Städte und Dörfer.“ Sie seien nicht nur Grundlage jeder größeren staatlichen Organisation, sondern auch Heimat. Genau dort könne Demokratie gelebt werden, dürften Menschen mitbestimmen, teilhaben und Verantwortung übernehmen. „Kurz: Hier hält man zusammen“, so Lucha. Es gelte, dieses Miteinander auch in Zukunft zu pflegen. Nur so ließen sich demokratiefeindliche Denkmuster, Hass und Feindseligkeit bekämpfen.

Attraktiv und vielfältig

Attraktiv und vielfältig sieht Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle seine Stadt. Genau so soll auch das Festprogramm sein, wenn Weilheim anlässlich seiner ersten urkundlichen Erwähnung vor 1 250 Jahren und der Erhebung zur Stadt vor 700 Jahren Doppeljubiläum feiert. Kinoatmosphäre kam auf, als er den Gästen den neuen Weilheimer Imagefilm präsentierte, den zwei Weilheimer Studenten gedreht haben. Auch Theaterluft durfte das Publikum schnuppern: Die Mimen der Theaterspinnerei Frickenhausen gewährten erste Einblicke in ihr multimediales Stück „Der Glöckner von Weilheim“, das sie im Juli und August in der Peterskirche aufführen. Zwischendurch wurde die Limburghalle dann immer wieder zum Konzertsaal: Die Stadtkapelle Weilheim spielte einen Konzertmarsch und ein Swingstück und lieferte die musikalische Begleitung zum Weilheim-Lied „Wer kennt sie nicht, die alte Stadt?“, bei dem alle Gäste zum Mitsingen angehalten waren.

„Alle, die es wollen, sollen am Festjahr teilhaben dürfen“, sagte der Rathauschef. Er erinnerte daran, dass das Ehrenamt in Weilheim eine tragende, unverzichtbare Säule darstelle. „Die Geschichte unserer Stadt wäre anders verlaufen, wenn es nicht schon immer zupackende Persönlichkeiten gegeben hätte“, sagte Züfle und forderte die Weilheimer auf: „Wir dürfen und müssen weiterhin die Dinge selbst in die Hand nehmen und die Zukunft unserer Stadt gestalten.“

Frieden und Wohlstand seien es, gab Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle zu bedenken, die es der Stadt ermöglichten, zum zweiten Mal ein Jubiläum groß zu feiern. „Der Jubilarin geht es gut“, attestierte der Schultes der betagten Stadt: „Sie ist sogar rüstiger und vitaler als je zuvor.“ Sein Wunsch an sie: „Eine gedeihliche und friedvolle Zukunft.“

Weilheim ist ein ganz starkes Stück Landkreis

Anschließend kamen Esslingens Landrat Heinz Eininger, die Bundestagsabgeordnete Renata Alt, der Kreisarchivar Manfred Waßner und der Kirchheimer Landtagsabgeordnete Andreas Kenner in einer kurzweiligen Talkrunde zu Wort - und sorgten für ernste wie auch heitere Beiträge.

Ob nun persönliche Erinnerungen, ernsthafte Betrachtungen oder humorvolle Anekdoten - was Teckboten-Redakteur Andreas Volz seinen Gesprächspartnern bei einer Talkrunde während des Festakts zum Stadtjubiläum in der Weilheimer Limburghalle entlockte, war nicht nur interessant, sondern auch unterhaltsam. Landrat Heinz Eininger etwa hatte zwei Tipps für Besucher Weilheims parat, die einen gewissen Aufstiegswillen voraussetzen: den Turm der Peterskirche und die Limburg. Wer vom Turm schaue, blicke auf ein Städtle, das Tradition und Zukunft in sich vereine und „ein ganz starkes Stück Landkreis ist“. Der Limburg zu Füßen liege ein Sinnbild dessen, was den Kreis ausmacht: Kulturlandschaft und reizvolle Natur auf der einen Seite, Industrie, Häuser und Verkehrsachsen auf der anderen. Fest steht für ihn: „Wir kommen an die Grenzen dessen, was die Natur an Bebauung möglich macht.“

Die Bundestagsabgeordnete Renata Alt gab - von Andreas Volz nach ihren ersten Erinnerungen an Weilheim gefragt - Persönliches preis: „Die Pflanzen für meine Terrasse habe ich damals bei einer Weilheimer Baumschule geholt“, erzählte sie. Sie ließen sie täglich an die Stadt denken. „Weilheim atmet Geschichte“ sagte einer, der es wissen muss. Aus Sicht des Kreisarchivars Manfred Waßner greifen in Weilheim Vergangenheit und Gegenwart ineinander wie in wenigen Orten. „Da denke ich nicht nur an die Gebäude, sondern vor allem auch an das Stadtarchiv, das bis 1500 zurück reicht.“ Für die Zukunft gelte es, weiter Geschichte zu schreiben - eben nicht mehr auf Pergament, sondern digital überliefert.

„Meine allererste Liebe war Weilheimerin“, gestand der Landtagsabgeordnete Andreas Kenner. Ähnlich fest in Erinnerung geblieben ist ihm das Jahr 1992. Damals war das Kirchheimer Freibad im Mai noch wegen Sanierung geschlossen und die Kirchheimer pilgerten nach Weilheim, wo angesichts der Besuchermassen mittags schon die Pommes aus waren.

Festakt in der Limburghalle 1250 Jahre Weilheim, Minister Lucha
Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha
war zentraler Redner des Festakts zum Weilheimer Stadtjubiläum. Foto: Markus Brändli
Festakt in der Limburghalle 1250 Jahre Weilheim
Moderator und Teckboten-Redakteur Andreas Volz, Kreisarchivar Manfred Waßner, die Bundestagsabgeordnete Renata Alt, der Kirchheimer Landtagsabgeordnete Andreas Kenner und Landrat Heinz Eininger bei der Talkrunde (v. l. n. r.). Foto: Markus Brändli