Ortsvorstellung Weilheim

Das Jubiläumsjahr der Stadt Weilheim

Das Jubiläumsjahr der Stadt Weilheim
Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle freut sich auf das Jubiläumsjahr.
Fotos: Brändli

tb. Gleich zwei Jubiläen sind im Jahr 2019 Anlass zum Feiern in Weilheim:

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 769 zurück. 1 250 Jahre sind seither vergangen. Die Verleihung des Stadtrechts 1319 ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Stadt. Dies jährt sich zum 700sten Mal. Das wird gefeiert: „Unser Ziel ist es, die reiche Historie Weilheims erlebbar zu machen und Verbindungen zu schaffen zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, verspricht Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Und so hat die Stadt samt vielen Helfern ein Jahresprogramm zu den Jubiläen zusammengestellt, das an Vielfalt kaum zu überbieten ist.

Festwochenende vom 5. bis 7 Juli

Das Highlight steht aber unmittelbar bevor: Das große Festwochenende mit der Comedy-Nacht „Weilheim lacht“ am 5. Juli, Familiennachmittag und Partynacht am 6. Juli und dem historischen Festumzug am 7. Juli lädt alle Interessierten ein, mit den Weilheimer Bürgerinnen und Bürgern mitzufeiern. Alle Infos zum Wochenende findet man auf den folgenden Sonderseiten.

Der Glöckner von Weilheim

Ab 12. Juli bis 4. August, von jeweils Freitag bis Sonntag, steht die Peterskirche im Fokus, den auch der „Der Glöckner von Weilheim“ hat 1 250 Jahre auf dem Buckel. So lautet der Titel eines multimedialen Erzähltheaters, welches eigens für das große Jubiläumsjahr geschrieben wurde: Das Ensemble der Theaterspinnerei präsentiert heitere und besinnliche Geschichten aus der Weilheimer Stadtgeschichte in einer aufwendigen Inszenierung, umrahmt von Musik örtlicher Musikerinnen und Musikern in der Peterskirche - einer der außergewöhnlichsten Spielstätten, die Weilheim zu bieten hat. Die Theaterspinnerei Frickenhausen ist bekannt für außergewöhnliche multimediale Inszenierungen an ungewöhnlichen Orten.

Premiere Weilheimer ­Musiknächtle

Nach den Sommerferien lockt das erste Weilheimer Musiknächtle mit seinem ganz eigenen Stil und Charme in die Zähringerstadt: Am Samstag, 14. September, werden in 14 Locations ganz unterschiedliche Musikstile präsentiert: Auf einen bunten Mix an musikalischen Angeboten von Jazz, Country, mittelalterlichen Weisen, christlichen Chören, Folklore, Rock bis hin zur klassischen Musik können sich die Besucher ab 19 Uhr freuen. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Alle Infos dazu auf den folgenden Seiten.

Vortragsreihe des ­Kreisarchivs Esslingen

Den Abschluss des Veranstaltungsreigens im Weilheimer Jubiläumsjahr bildet die Vortragsreihe des Kreisarchivs Esslingen aus der jüngeren Geschichte: Es geht um eine politische Affäre, gemalte Rätsel und ein Spiegelbild des Alltags im Weilheim des 16. Jahrhunderts. In drei kurzen Vorträgen bieten die drei Historiker Tilmann Marstaller, Georg Wendt und Manfred Waßner am Donnerstag, 24. Oktober, ab 19.30 Uhr überraschende und unterhaltende Einblicke in eine Zeit vor fünf Jahrhunderten, die uns fremd und entfernt vorkommt, aber nahe und verständlich wird, wenn man sich mit den Quellen beschäftigt.

Bereits im März ließ Professor Dr. Steffen Patzold von der Universität Tübingen in seinem Vortrag „Karl der Große und Weilheim“ - Die Schenkung an Kloster Lorsch von 769 - die Welt des Frühmittelalters am Fuß der Limburg in der Peterskirche lebendig werden. Und am 4. Juni brachte Professor Dr. Thomas Zotz von der Universität Freiburg den Zuhörern in der Peterskirche die Verbindung der Zähringer mit Weilheim in seinem Vortrag näher: Auf der Limburg, dem Hausberg Weilheims, entstand vermutlich vor 1050 eine der frühesten Höhenburgen im deutschen Südwesten. Auf ihr saß „Bertold mit dem Bart“, ein Vorfahr der Zähringer. Die engen historischen Verbindungen zur Geschichte der Zähringer waren die Grundlage für die Aufnahme der Stadt Weilheim in den Bund der 12 Zähringerstädte.

Zähringer Wanderausstellung

Wer den Vortrag verpasst hat, sich aber für die Geschichte der Zähringer interessiert, der sollte das Foyer des Weilheimer Rathauses besuchen:

Unter dem Motto „Die Zähringer. Mythos und Wirklichkeit“ ist die vom Alemannischen Institut Freiburg, dem Stadtarchiv Freiburg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg konzipierte sowie von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau realisierte Wanderausstellung noch bis 16. August im Foyer des Rathauses Weilheim zu sehen. Einen Stock höher befindet sich das Büro von Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Zeit für eine erste Bilanz und einen Ausblick aufs restliche Programm sowie auf die Zukunft der Stadt unter der Limburg.

Festakt in der Limburghalle 1250 Jahre Weilheim, BM Johannes Züfle
Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle freut sich auf das Jubiläumsjahr. Foto: Markus Brändli

Herr Züfle, Sie haben die Wanderausstellung am 5. Juni in Ihrem Hause eröffnet. Hatten sie schon Gelegenheit, sich in Ruhe die Ausstellung anzuschauen?

Johannes Züfle: Die Zähringer-Ausstellung wandert - und das ist für mich beeindruckend - durch alle Zähringerstädte. Das Interesse an erlebbarer Geschichte in der Bevölkerung ist groß!

Im Vorfeld der Planungen habe ich mich intensiv mit der Ausstellung befasst. Zum Glück, denn aktuell bleibt wenig Zeit, um sich in Ruhe eine Ausstellung anzuschauen.

Was erfährt der Betrachter alles über die Zähringer und Weilheimer in Ihrem Foyer?

Züfle: Die 33 Thementafeln nehmen den Besucher mit in die Zeit des 11. und 12. Jahrhunderts. Sie beleuchten nicht nur die Entstehung der Zähringer und ihre Zeit in Weilheim, sondern stellen auch einen Bezug zum Zeitgeschehen her. Die Ausstellung greift auch die Lebensumstände der Menschen zu jener Zeit auf: Wie wurde gewohnt und gelebt? Welche Heiratsverbindungen gab es? Wer war der letzte Zähringer?

Herr Züfle, das ganze Jubiläumsjahr ist gespickt mit Veranstaltungen und Events. Die Geschichte wird mit Vorträgen und einer Ausstellung beleuchtet, es gab eine Auftaktveranstaltung, gerade erst ging das Kino-Open-Air zu Ende, der Glöckner von Weilheim wird in der Peterskirche uraufgeführt, und nach den Sommerferien lockt das Musiknächtle. Und jetzt steht als absolutes Highlight das dreitägige Festwochenende vor der Tür. Was erwartet den Besucher?

Züfle: Unglaublich viel! Unser Anspruch war es, möglichst jeden Weilheimer mit unserem Programm anzusprechen. Wir wollen ein Fest der Begegnung und des Miteinanders bieten. So ist unser vielfältiges und attraktives Jubiläumsprogramm entstanden.

Erstmals gibt es eine Comedy-Nacht unter dem Motto „Weilheim lacht!“ mit bekannten Künstlern wie Alois + Elisabeth Gscheidle, Werner Koczwara oder die Bauchrednershow mit Marcelini & Oskar. Wer hatte die Idee zu einer Comedy-Nacht in sechs Zelten?

Züfle: Wir haben uns recht früh und mutig entschieden, nicht in einem Riesenzelt am Rande der Stadt zu feiern, sondern in mehreren kleinen Zelten in der Innenstadt. Also dort, wo schon immer das Herz der Stadt schlägt. Die Programm­ideen wurden in mehreren Planungsrunden von Vereinen, Gemeinderat und Verwaltung zusammengetragen. Beides zusammen hat zu der Besonderheit geführt, dass wir am Freitag und Samstag gleich sechs Comedy- und Musik-Acts präsentieren können. Also wirklich für jeden Geschmack etwas.

Am Samstagmittag präsentieren sich Vereine, Kirchen und Schulen mit Programm auf den Bühnen der Zeltstadt. Insbesondere die Kinder werden ihren Spaß haben, am Abend bis um Mitternacht werden die Zelte gerockt. Partybands haben das Mikro. Werden Sie auch mitfeiern?

Züfle: Das würde ich gerne. Doch letztlich muss ich zusammen mit meinem großartigen Team und vielen, vielen Helfern dafür sorgen, dass alles klappt. Eine große Aufgabe und Verantwortung, die ich aber bislang als sehr erfüllend erlebe. Ein solches Jubiläum auf die Beine stellen zu dürfen, ist zwar eine große Herausforderung, aber auch eine Ehre und ein Geschenk.

Worauf freuen Sie sich am meisten an diesem Wochenende?

Züfle: Eigentlich auf alles. Der Festumzug am Sonntag dürfte für mich etwas Besonders werden.

Wird man Sie in einer ­historischen Rolle sehen?

Züfle: Beim Zähringermarkt macht es mir Spaß, mich historisch zu kleiden und eine Rolle zu spielen. Beim Umzug überlasse ich dies den rund 350 Gewandeten im historischen Teil des Umzugs. Ich werde gemeinsam mit Landrat Heinz Eininger den Festtross mit rund 1 100 Teilnehmern in einer Kutsche anführen.

Worin lag die besondere Herausforderung bei der Vorbereitung des Jubiläumswochenendes?

Züfle: Wir sind gut vorbereitet, weil wir bereits 2016 begonnen und ein super Team im Festausschuss haben. Eine Herausforderung war sicherlich, viele Mitstreiter zu finden. Das war am Anfang etwas schwierig, weil das Jubiläum noch so weit weg schien. Heute und insbesondere am Jubiläumswochenende engagieren sich viele Menschen.

Wer wirkt alles mit beim ­Jubiläum?

Züfle: Die örtlichen Gastronomen, Kirchen, Vereine und Mitarbeiter bringen sich vielfältig ein. Das reicht von den Großevents Kino und Theater, wo 3KW-Verein und ev. Kirchgengemeinde eine besondere Rolle spielen. Aber auch beim Spielenachmittag, beim Auf- und Abbau von Zelten über das Reinigen bis hin zur Teilnahme am Umzug . . .

Nach dem Jubiläumsjahr: Mit dem Kirschblütentag, Käsemarkt, Zähringermarkt und vielen anderen jährlich stattfindenden Events zieht die Stadt Weilheim auch in Nichtjubiläumsjahren viele Besucher an. Was würden Sie sich noch wünschen? Was könnte das jährliche Angebot an Veranstaltungen bereichern?

Züfle: Da gibt es sicher noch viele Ideen. Doch wir können auch nicht jede Woche ein neues Highlight feiern. Wünschen würde ich mir, dass Einheimische und Auswärtige auch abseits der Events ins Städtle strömen und Gastronomie und Einzelhandel unterstützen. Nur so können wir das aktuell gute Angebot aufrechterhalten und weiterhin in einer attraktiven Stadt leben.

Die 1 250 Jahre merkt man Weilheim gar nicht an. Die Stadt wirkt auf den Besucher jung, erfrischend und vor allem einladend, sogar eine Gastromeile hat sich in den letzten Jahren etabliert. Sind Sie zufrieden und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Züfle: Unsere Bemühungen für die Innenstadt tragen Früchte. Das haben mutige und engagierte Einzelhändler und Gastronomen zusammen mit der Stadt ermöglicht. Wir sind damit aktuell zufrieden. Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Daher haben wir die Offensive Wirtschaftsstandort 2.0 gestartet. Wir wollen die Themenfelder Innenstadt, Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und Tourismus in den Fokus nehmen, um unseren Erfolg fortzuführen.

Wir danken für das Gespräch und wünschen ein unvergessliches Festwochenende.

Festakt in der Limburghalle 1250 Jahre Weilheim
Festakt in der Limburghalle 1250 Jahre Weilheim. Foto: Markus Brändli