Ortsvorstellung Weilheim

Die Zähringer: Mythos und Wirklichkeit

Foto: Markus Brändli
Noch bis zum 16. August ist die ist Wanderausstellung „Die Zähringer. Mythos und Wirklichkeit?“ im Rathausfoyer in Weilheim zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Foto: Markus Brändli

HPW. Vor 800 Jahren, 1218, starb mit Bertold V. der letzte Herzog von Zähringen. Zahlreiche Geschichten und Legenden ranken sich bis heute um dieses Geschlecht, das am Ober- und Hochrhein sowie in Burgund seinen Machtbereich hatte und dessen Vertreter für etwa 150 Jahre zu den einflussreichsten Reichsfürsten zählten.

Kriegsherren, Bauherren von Burgen und Kirchen, Städtegründer und Kandidat für den Königsthron - all diese Bezeichnungen treffen auf die Herzöge von Zähringen zu. Ihre Zeitgenossen sagten ihnen aber auch Böses nach: Der Geschichtsschreiber Otto von Freising diskreditierte sie als Herzöge ohne Herzogtum, der Zisterziensermönch Caesarius von Heisterbach schrieb über Bertold V. gar, dass er „ein unmenschlicher Tyrann, ein Plünderer des Erbes der Edlen und Geringen und ein Verleugner des katholischen Glaubens“ war und seine Neffen, die er als Geiseln gestellt hatte, ihrem Schicksal überließ.

Die Zähringerstädte

In den sogenannten Zähringerstädten im deutschen Südwesten und der Nordwestschweiz ist dieses Adelsgeschlecht bis heute nicht in Vergessenheit geraten. Die Kommunen Bern, Bräunlingen, Burgdorf, Freiburg im Breisgau, Freiburg im Üechtland, Murten, Neuenburg am Rhein, Rheinfelden, St. Peter im Schwarzwald, Thun, Villingen-Schwenningen und Weilheim an der Teck sehen sich in einer gemeinsamen Tradition, die auch im jeweiligen Stadtbild deutlich wird: In Bern und Freiburg im Breisgau sind es der Zähringer- beziehungsweise der Bertoldsbrunnen, in Burgdorf und Thun die dortigen Schlösser oder in Freiburg im Üechtland und Villingen- Schwenningen die Straßennamen „Rue de Zaehringen“ beziehungsweise „Zähringerstraße“, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Mythos und Wirklichkeit

Nachdem die große Freiburger Zähringer-Ausstellung über 30 Jahre zurückliegt, war es an der Zeit, sich unter dem Motto „Die Zähringer. Mythos und Wirklichkeit“ erneut auf eine Spurensuche zu begeben: Die Ausstellung ist vom 10. Dezember 2018 bis zum 1. Februar 2019 in der Meckelhalle des Sparkassen-FinanzZentrums in der Kaiser-Joseph-Straße zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Anschließend wird sie auf Wanderschaft in die zwölf „Zähringerstädte“ im Südwesten Deutschlands und in der Nordwestschweiz gehen. Kuratiert wurde die Ausstellung vom Alemannischen Institut Freiburg, dem Stadtarchiv Freiburg, dem Historischen Seminar, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte I, Abt. Landesgeschichte an der Universität Freiburg und von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Alle Autoren der Ausstellung sind Experten auf ihrem Gebiet und mit der Zähringergeschichte bestens vertraut. Unterstützt wird sie von Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg, Toto-Lotto Baden-Württemberg und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie von den Zähringerstädten.

Im Foyer des Rathauses

Welche Bedeutung die Zähringer im Mittelalter hatten, deren Ursprung an der Limburg liegt, wird bei der Wanderausstellung „Die Zähringer. Mythos und Wirklichkeit?“ deutlich, die noch bis zum 16. August im Rathausfoyer in Weilheim zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen ist. Sie verbindet zwölf Städte in Baden-Württemberg und der Schweiz, die ihre Gründung und Bedeutung den Zähringern zu verdanken haben, darunter Freiburg und Bern. Gespickt ist sie mit spannenden und interessanten Fakten - und zehn Bannern mit dem Titel „Mythos oder Wirklichkeit?“. Dabei handelt es sich nicht um Fragen, weshalb es auch keine Antworten gibt. Es sind lediglich wahre oder unwahre Aussagen von historischen Personen über die Zähringer. Der Eintritt ist frei.

Logo: Wanderausstellung „Die Zähringer. Mythos und Wirklichkeit“, Gestaltung: qu-int.com
Logo: Wanderausstellung „Die Zähringer. Mythos und Wirklichkeit“, Gestaltung: qu-int.com
Foto: Jörg Bächle
Die Kommunen Bern, Bräunlingen, Burgdorf, Freiburg im Breisgau, Freiburg im Üechtland, Murten, Neuenburg am Rhein, Rheinfelden, St. Peter im Schwarzwald, Thun, Villingen-Schwenningen und Weilheim an der Teck sehen sich in einer gemeinsamen Tradition. Foto: Jörg Bächle
Foto: Städtische Museen Freiburg – Augustinermuseum: Inv.-Nr. 1997/226; Hans-Peter Vieser
Herzog Bertold III. von Zähringen, Glasgemälde von Fritz Geiges 1899. Einziges im Original erhaltenes Fenster der großen Halbfiguren aus dem Ratssaal des Freiburger Neuen Rathauses.
Foto: Städtische Museen Freiburg – Augustinermuseum: Inv.-Nr. 1997/226; Hans-Peter Vieser
Bildnachweis: Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.l.1, p11
Die Gründung Berns durch Bertold V. geschah in prunkvoller Weise: Der Zähringer trägt einen blauen Mantel, Zeichen seiner hohen Stellung, und er lässt mit einer lässigen Handbewegung die Grundmauern der Stadt legen. Bildnachweis: Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.l.1, p11