Schulanfang

Reisen vor Ferienbeginn

Für Schulschwänzer drohen hohe Bußgelder

Reisen vor Ferienbeginn
Wer zu früh die Koffer packt, muss mit Bußgeldern rechnen. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

lps/Bi. Vor oder nach den Ferien stehen viele Lehrkräfte vor leicht ausgedünnten Klassen. Der Grund ist einfach: Viele Eltern lassen ihre Kinder vom Unterricht fernbleiben, da die Fahrtkosten außerhalb der Ferien wesentlich günstiger sind. Die Schulen erhalten oftmals Entschuldigungen mit Begründungen, dass die Oma ihren runden Geburtstag feiert, eine Hochzeit stattfindet oder das Kind schlichtweg krank sein soll.

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Tatsächlich befinden sich die Kinder jedoch bereits am Flughafen oder sogar schon im Urlaub. Den Eltern ist der günstigere Reisepreis dabei wichtiger als die gesetzliche Schulpflicht. Dieses Phänomen ist seit Jahren bekannt, nun kann es jedoch durchaus teuer werden. Wer dabei erwischt wird, frühzeitig in den Urlaub zu fahren, muss mit einer Geldstrafe rechnen. In Köln beträgt diese beispielsweise 155 Euro pro Fehltag. In Düsseldorf sind es 80 Euro pro Elternteil, pro Kind und Tag. Die Ersparnis aufgrund des früheren Reiseantritts rechnet sich somit schnell nicht mehr. Selbst Höchststrafen von 1000 Euro wurden bereits verhängt. Trotz dieser hohen Summen steigt die Zahl der Bußgeldverfahren weiter an. In einem Jahr kommen in Nordrhein-Westfalen so fast 1200 Bescheide wegen Ferien-Flunkerei zustande, wie eine dpa-Umfrage in allen fünf Regierungsbezirken ergab. So erlassen die meisten Schulen die Regelung, dass bei Fehlzeiten vor Ferienbeginn sowie direkt nach dem Schulanfang ein ärztliches Attest vorliegen muss.

Fehlt eine Erklärung, wird nachgehakt. Vielmehr werden auch an Flughäfen mittlerweile polizeiliche Kontrollen durchgeführt. Die Beamten sprechen außerhalb der Ferien gezielt Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter an. Dennoch sind viele Eltern uneinsichtig und verweisen auf das Klischee, dass in den letzten Schultagen kein richtiger Unterricht mehr stattfinden würde.