Schulanfang

Unausgeschlafene Schüler

Unausgeschlafene Schüler
Müdigkeit führt dazu, dass Schüler Wissen schwerer aufnehmen und unmotiviert sind. Symbolbild

lps/Bi. Vor 8:00 Uhr morgens schwingt bei den meisten die Leistungskurve nach ganz unten. Die Kinder sind vor allem in der ersten Schulstunde somit häufig müde und schnell unkonzentriert. Die Forderung, den Schulbeginn auf 9:00 Uhr nach hinten zu verlegen, wird immer lauter. Vor allem im Winter leiden die Kinder unter dem frühen Aufstehen. Sinnesleistungen, Gleichgewichtssinn, Sprachfähigkeit sowie Koordination sind noch auf „schlafen“ eingestellt, was sich am Verhalten und in der Leistung der Schüler bemerkbar macht. Die Diskussion, den Schulbeginn wie in Frankreich oder Italien auf 9:00 Uhr zu legen, findet folglich schon länger statt. Die Schulkinder müssten dann nicht mehr jeden Morgen aufstehen, bevor ihr biologischer innerer Wecker klingelt. Haben die Schüler zudem noch einen langen Anfahrtsweg, wie beispielsweise in vielen ländlichen Gegenden, stehen sie bereits um 5:30 Uhr auf. Viele Lehrer gestalten die ersten Unterrichtsstunden daher meist etwas ruhiger, um den Schülern eine kleine Eingewöhnungsphase zu ermöglichen.

Besonders ältere Schüler leiden jedoch unter dem frühen Schulbeginn, denn in der Pubertät werden selbst genetische Frühaufsteher zu Morgenmuffeln. Müssen sie in die Schule, quälen sie sich aus dem Bett und halten nach dem Unterricht einen ausgedehnten Mittagsschlaf, was sie abends wiederum nicht einschlafen lässt. Müdigkeit ist somit vorprogrammiert. Grund dafür ist jedoch nicht fehlende Motivation oder Einsicht, sondern die innere Uhr der Teenager tickt länger. Der Stoff im Gehirn, der müde macht, wird im Durchschnitt zwei Stunden später ausgeschüttet, sie werden also später müde. Dennoch, eine kurze Nacht hat keine Auswirkungen auf die Gedächtnisbildung, da Kurzschläfer einen erhöhten Tiefschlafanteil haben. Wie sich Schlafmangel jedoch über einen längeren Zeitraum auswirkt, ist nicht ganz klar.

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