Schulanfang

Waldorfschule

Das erwartet Kinder und Eltern

Waldorfschule
In Waldorfschulen kann das Kind tun und lassen was es will. Stimmt das? Symbolbild

lps/Bi. Das Klischee ist bekannt: An Waldorfschulen wird die ganze Zeit getanzt, wer nicht lernen will, der lernt nicht, Eltern müssen mit vollem Einsatz dabei sein und das Abitur kann anschließend nur an bestimmten Schulen gemacht werden. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesen Vorurteilen?

Anzeige

Generell ist der Gedanke, dass Waldorfschulen Menschen mit all ihren unterschiedlichen Eigenschaften ernst nehmen. Das bedeutet, dass die Kinder gleichermaßen das Wahrnehmende, das Handelnde und das eigenständig Denkende erlernen. Lernwege sind dabei genauso wichtig wie Ergebnisse. Erreicht werden soll damit, dass Kinder und Jugendliche ihr Wissen nicht nur blind reproduzieren können, vielmehr sollen sie auch in der Lage sein, Verknüpfungen und Beziehungen zu anderen Dingen herzustellen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. In den unteren Klassenstufen wird unter anderem besonders die Phantasie und die Geschicklichkeit der Kinder angesprochen, womit der Grundstein für ein lebenslanges Lernen gelegt wird. Im Gegensatz zu staatlichen Schulen sind die Waldorfschulen, wie alle freien Schulen, nicht an die vorgegebenen Rahmenlehrpläne gebunden. Dies erlaubt es ihnen, eigene

didaktische und methodische Schwerpunkte zu wählen, womit sie teils elastischer auf die konkreten Bedürfnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler eingehen können. Auch gibt es keinen klassischen Stundenplan. Vielmehr wird in sogenannten Epochen unterrichtet. Es wird sich über mehrere Wochen mit einem bestimmten Thema beschäftigt, währenddessen sich die Schüler sogar ihre eigenen Schulbücher selbst schreiben. Sie erarbeiten ein Portfolio, in dem sie ihre Ergebnisse festhalten. Auch erlernen die Kinder ab dem zweiten Schuljahr zwei Fremdsprachen und bleiben bis zum Abschluss in ihren Klassenverbänden. Wer sich für eine Waldorfschule entscheidet, muss jedoch auch mit einer Absage rechnen, denn es gibt mehr Anmeldungen als verfügbare Plätze.