Start in den Urlaub

Revival der 20er Jahre in Stuttgart

Schlemmers Triadisches Ballett und die Golden Twenties

Triadisches Ballett. Foto: TMBW / Gregor Lengler

pm. 2022 gilt es in Stuttgart in Erinnerungen zu schwelgen. Hier entdecken BesucherInnen einiges, das in den 1920er Jahren entstand und heute noch präsent ist oder wiederauflebt. So zum Beispiel das Triadische Ballett, dem die Staatsgalerie Stuttgart eine Sonderausstellung widmet.

Vom Plattenspieler dröhnt Jazzmusik von Bix Beiderbecke, in den Zeitungen wird die Uraufführung des „Triadischen Balletts“ des Stuttgarter Künstlers Oskar Schlemmer diskutiert – die Rezensionen schwanken zwischen Euphorie und Entsetzen: Willkommen in den 20er Jahren in Stuttgart. Heute, 100 Jahre später, leben diese wieder auf. Genau wie das Triadische Ballett in der Staatsgalerie, das noch bis 9. Oktober im Rahmen der Sonderausstellung „Moved by Schlemmer. 100 Jahre Triadisches Ballett“ von drei Künstlerinnen aus der Gegenwart heraus betrachtet wird.
In den 1920er Jahren entstand in Stuttgart Wegweisendes: Architektonisch zeugt die Weissenhofsiedlung von den visionären Bewegungen der Goldenen Zwanziger, seit 2016 tragen die beiden Häuser von Le Corbusier den Titel „UNESCO-Weltkulturerbe“. Auch der Stuttgarter Hauptbahnhof stammt aus dieser Zeit – der InfoTurmStuttgart bietet spannende Einblicke in Europas spektakulärstes Infrastrukturprojekt und spannende Ausblicke von der Dachterrasse. Nahezu im Originalzustand des Eröffnungsjahres 1929 befindet sich der „Erbschleicher-Express“ – Stuttgarts charmante Standseilbahn, die ihre Fahrgäste Tag für Tag mit viel Teakholz, Messing und Emaille in die Zeit der 1920er Jahre zurückversetzt. Sie führt vom Stuttgarter Süden zum etwa 100 Meter höher liegenden Waldfriedhof, auf dem große Stuttgarter Namen wie Oskar Schlemmer, Fritz Leonhardt oder Theodor Heuss begraben sind.
Back to the Twenties heißt es auch im StadtPalais – Museum für Stuttgart: Wer wissen will, wie eine Hotelbar, eine Küche oder ein Atelier in den 20er Jahren aussah, taucht bei der Ausstellung „Stuttgart Twenties“ noch bis zum 18. September in sechs nachgebauten Räumen in das vergangene Jahrhundert ein. 20er-Jahre-Feeling kommt auch bei einem Besuch in einer der Speakeasy-Bars auf: hinter unscheinbaren Fassaden werden ausgewählte Cocktails serviert. Rein kommt nur, wer klingelt oder die geheime Parole kennt. Einen Moment der Ruhe zwischen all den Erlebnissen genießen Stuttgart-Gäste auf einem der unzähligen Aussichtspunkte, die die im Kessel gelegene Innenstadt umgeben. Von hier kann man den Blick über die Stadt und das Umland mit den zahlreichen Weinbergen schweifen lassen.

Weitere Informationen unter www.stuttgart-tourist.de/schlemmer.

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