Tag des Deutschen Brotes

Mehl rettet die Welt - Getreidearten sind Gold wert

Symbolbild
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pm. Der Weltmehltag Ende März erinnere daran, wie wichtig Mehl und Mahlerzeugnisse für die tägliche Ernährung und die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Nährstoffen sind, so der Verband deutscher Mühlen. Und, dass hinter jeder Tüte Mehl, jedem Brötchen im Handel, jeder Pizza in der Tiefkühltruhe Menschen stehen, die die Herstellung dieses wichtigen Grundnahrungsmittels verantworten: die Müllerinnen und Müller. Die Bedeutung der Getreideprodukte und des Müllerberufs werden mit dem diesjährigen Motto des Weltmehltages „Weißes Gold“ und „MehlheldInnen“ noch einmal heraus-gestellt. Kurz und gut: Ohne MüllerInnen kein Mehl, ohne Mehl keine klimafreundlichere Ernährung!

Mehl ist Gold wert

Für Ernährung und Gesundheit sind Mehl und Mühlenprodukte aus Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer und vielen anderen Getreidearten Gold wert. Sie liefern einen wesentlichen Beitrag zur Ballaststoffversorgung der Bevölkerung. Wer viele Ballaststoffe verzehrt, so die zentrale Botschaft der Deutschen Gesellschaft für Ernährung „hat ein verringertes Risiko für zahlreiche ernährungsmitbedingte Krankheiten“.

Vollkornprodukte enthalten je nach Getreide zwischen 8 und 14 Gramm Ballaststoffe und selbst helle Typenmehle gelten mit 3 Gramm Ballaststoffen je 100 Gramm Mehl als „Ballaststoffquelle“. Damit liefern sie meist sogar mehr als viele Obst- und Gemüsesorten und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der empfohlenen Aufnahmemenge von 30 Gramm Ballaststoffen am Tag. Mahlerzeugnisse besitzen darüber hinaus positive Nährwertprofile mit B-Vitaminen, Mineralstoffen und hochwertigen pflanzlichen Fetten. Ihr Beitrag an der täglichen Nährstoffversorgung ist immens. Ein Drittel des Energie- und Ballaststoff-, des Thiamin-(B1) und Niacinbedarfs-(B3), ein Viertel des Eisenbedarfs und ein Fünftel des Zinkbedarfs decken die Menschen in Deutschland allein durch die Menge an verzehrten Weizen-, Dinkel- und Roggenmahlerzeugnissen (Siehe Grafik „Getreide, Mehl und Brot sichern Nährstoffvielfalt“).

Abwechslungsreich und ­klimafreundlich: Ernährung mit Getreide

Gleichzeitig bieten Mehl- und Mahlerzeugnisse eine unglaubliche kulinarische Vielfalt: Verarbeitet zu herzhaften oder süßen Backwaren, als Porridges, Cerealien oder Müsli, als Beilage in Bowls oder Zutat für Suppen und Salate bieten sie eine unübertroffene Zubereitungs- und Einsatzvielfalt. Sie sind ein echter Schatz in unsere Ernährung, „weißes Gold“ sozusagen. Gerade heimische Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste oder Hafer punkten mit ihrer Regionalität und Nachhaltigkeit. Damit erfüllen sie schon seit langem ganz aktuelle Forderungen der Politik, die unlängst im Rahmen der Farm to Fork-Strategie der europäischen Union formuliert worden sind. Im Hinblick auf die Gesundheit und Klimaziele wirbt die EU dafür, den Verzehr von Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten zu steigern und auf mehr pflanzliche Ernährung zu setzen. Mehl- und Mahlerzeugnisse sind dafür die unabdingbare Basis, Müllerinnen und Müller die unverzichtbare Berufsgruppe für deren Herstellung.

Anbaugebiete

Deutschland ist ein Getreideland, so dass eine flächendeckende Versorgung auf kurzen Transportwegen erfolgen kann: Die Landwirte nutzen über die Hälfte der Ackerfläche für den Anbau der verschiedenen Getreidearten. Die wichtigste Feldfrucht ist Weichweizen. Er wächst auf rund drei Millionen Hektar - und damit auf knapp 50 Prozent der Getreideflächen. Hartweizen für die Pastaherstellung spielt auf deutschen Getreidefeldern nur eine Nebenrolle. Das gilt auch für die Weizenarten Dinkel, Einkorn und Emmer, die in der Landwirtschaft nur regionale Bedeutung haben. Roggen - als die andere wichtige Brotgetreideart - wird auf knapp zehn Prozent der Getreideflächen angebaut. Landwirtschaftlich bedeutsam ist mit etwa 25 Prozent der Anbaufläche außerdem die Gerste, die in erster Linie als Futtermittel und für das Bierbrauen verwendet wird. Auf den restlichen Getreideäckern werden Körnermais, Triticale (eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Hafer angebaut.

Das vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichte Ernteergebnis der Brotgetreideernte in Deutschland für 2019 liegt bei 26,35 Millionen Tonnen, davon 23,04 Millionen Tonnen Weizen und 3,31 Millionen Tonnen Roggen. 2018 lag die Brotgetreideernte in Deutschland aufgrund der Dürre bei nur 22,46 Millionen Tonnen, davon 20,26 Millionen Tonnen Weizen und 2,2 Millionen Tonnen Roggen.

Die Mengen und Qualitäten des deutschen Brotgetreides sind in der Regel so gut, dass sich die Mühlen fast vollständig mit Rohstoffen von heimischen Feldern eindecken können. Die Importquote liegt im langjährigen Mittel unter fünf Prozent.

Weizen wird hauptsächlich in den östlichen Bundesländern sowie in den beiden flächenmäßig größten Bundesländern Bayern und Niedersachsen angebaut. Führend im Roggenanbau sind traditionell Brandenburg und Niedersachsen, wo Klima und Böden besonders gute Voraussetzungen für diese Getreideart bieten. Beim Anbau von Gerste liegt Bayern ganz weit vorn - dies spiegelt sich auch in der Bierbrautradition wider.

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