Tag des Handwerks

Karriere mit fleischlichen Genüssen

Auch die Präsentation der Waren will gelernt sein. Foto: Innung
Auch die Präsentation der Waren will gelernt sein. Foto: Innung

pm. „Gegessen wird immer“, sagt Thomas Mezger, Obermeister der Fleischerinnung Stuttgart-Neckar-Fils, auf die Frage nach der Zukunft der Berufe im Metzgerhandwerk. Er fügt hinzu: „Die Verbraucher sind wieder ernährungsbewusster, legen Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit, Tierwohl und wollen besser essen. Da zählt nicht mehr Masse, sondern Klasse, und die findet man nur im Handwerk.“ Längst ist die Handwerksmetzgerei zur Oase für Feinschmecker geworden, in der sie von Antipasti bis Schinken, von BBQ-Speziali­täten bis Rohwurst, von Feinkostsalaten über Käse bis hin zum fertigen Mittagessen alles erhalten, was gut schmeckt. Die Nahrungsmittelhandwerkerinnen und -handwerker sind hervorragend ausgebildete Fachkräfte, die aus besten, bevorzugt regionalen Zutaten und ausgewählten Fleischsorten die jeweiligen Spezialitäten des Hauses herstellen. Bereits in der Ausbildung zum/zur Fleischer/in wählen sie die Fachrichtung, die sie besonders interessiert. Zur Auswahl stehen die Schwerpunkte „Herstellen besonderer Fleisch- und Wurstwaren“, „Herstellen von Gerichten“, „Veranstaltungsservice“, „Kundenberatung und Verkauf“, „Verpacken von Produkten“ oder „Schlachten“. Alle Fleischer/innen erlernen das Zerlegen und Herrichten von Fleisch, das Herstellen von Koch-, Brüh- und Rohwurst und Pökelwaren, die Herstellung von Hackfleisch und das Herstellen von küchenfertigen Erzeugnissen und deren Zubereitung, wodurch der Metzgerberuf zahlreiche Parallelen zum Kochberuf bekommen hat. Auszubildende im Verkauf lernen das Präsentieren und Dekorieren von Waren, Werbung und Verkaufsförderung, Warenangebote, Preisbildung und Auszeichnung, das fachkundige Beraten und Bedienen von Kunden mit dem Schwerpunkt gesunde Ernährung, das Fachwissen über Inhaltsstoffe der Produkte und die Zubereitung von Gerichten sowie mit steigender Tendenz den Bereich Partyservice und Catering. Zu den Lerninhalten aller Azubis gehören die Themen Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Hygiene, Umgehen mit Informations- und Kommunikationstechnik, Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Arbeiten im Team, Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen, Umsetzen von lebensmittelrechtlichen Vorschriften, Handhaben von Anlagen, Maschinen und Geräten, Kontrollieren und Lagern von Produkten sowie Kundenorientierung.

Die dreijährige duale Ausbildung kann auf zwei Jahre verkürzt werden, entweder durch entsprechende schulische Leistungen oder durch Vorqualifikation. Wer weniger gute Schulnoten mitbringt, erhält Unterstützung. Wer gutes Essen schätzt, auf Qualität Wert legt, gerne kocht und grillt, gerne mit Menschen umgeht, sich für gesunde Ernährung interessiert und sich kreatives Arbeiten im Team vorstellen kann, ist für die Ausbildung geeignet.

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