Tag des Handwerks

Maßgeschneiderte Mode symbolisiert ein Stück Lebenskultur

Foto: Innung
Foto: Innung

pm. Vielen Menschen passen die Standardgrößen nicht, die in den Kaufhäusern oder Modegeschäften angeboten werden. Sie finden Abhilfe beim Maß-Schneider. „Und der Bedarf wird immer größer“, erklärt Birgit Brodbeck, Obermeisterin der Damen- und Herrenschneider-Innung Esslingen-Göppingen. „Passform-Probleme gibt es bei uns nicht, das Maßband ist unser wichtigstes Werkzeug, denn keiner im Laden vermisst einen Kunden.“ Der Maß-Schneider oder die Maß-Schneiderin kommt ins Spiel, wenn „die Kundin oder der Kunde ein ganz besonderes Outfit geschneidert haben möchte, etwas ganz Individuelles, ein Unikat, dem eigenen Stil und Typ entsprechend“, schwärmt Birgit Brodbeck von ihrem Beruf. „Für die Damen kann das zum Beispiel ein elegantes Kostüm sein, etwas Flippiges zum Ausgehen, spezielle Anlass-Mode wie das Traumkleid für die Hochzeit und vieles mehr. Aber auch im Bereich der Business-Kleidung wird immer mehr Anspruch auf stilvolle Kleidung gelegt. Und auch die Herren genießen das besondere Wohlgefühl, eine maßgeschneiderte Anzugkombination mit Weste, Frack oder Mantel auf ihre Körpermaße und in ihrem Lieblingsstoff nach ihren persönlichen Maßstäben tragen zu können.“

Anzeige

Maßgeschneidertes symbolisiere schließlich immer auch ein Stück Lebenskultur.

Der Berufsalltag eines Schneiders oder eine Schneiderin ist vielfältig. „Bei internationalen Messen, Modeschauen und Tagungen informieren sie sich über die neuesten Modetrends, damit man im Beratungsgespräch mit dem Kunden zum individuellen Stil auch den passenden Stoff vorlegen kann“, weiß die Obermeisterin zu berichten.

Schritt für Schritt entstehe dann das maßgeschneiderte Meisterwerk: „Steht der Entwurf erst einmal fest, dann geht es an die eigentliche Arbeit. Der gelernte Schneidermeister erstellt anhand der Skizze und den persönlichen Körpermaßen des Kunden den Schnitt auf Papier oder am PC. Nach dieser Schnittvorlage wird das Kleidungsstück zugeschnitten, genäht, vom Kunden anprobiert und schließlich fertiggestellt und gebügelt“, so Birgit Brodbeck. Doch was sich hier so einfach anhört, bedarf sehr viel Geschick und exaktes Arbeiten. „Handarbeit wird nach wie vor großgeschrieben. Sehr viele Kleidungsstücke werden heute bereits mit Spezialmaschinen genäht, aber die Feinheiten werden nach wie vor von Hand gearbeitet. Das ist und bleibt ein wichtiger Unterschied zur Konfektion und verleiht der hohen Schneiderkunst ihre Exklusivität und edle Note“, so die Obermeisterin.

Eine Ausbildung zum Schneider, zur Schneiderin sei auch heute noch ein erstrebenswerter Beruf, der glücklich mache und „in den man seine kreative Ader einbringen kann“.

Informationen zur Ausbildung erhält man bei der Geschäftsstelle der Damen- und Herrenschneider-Innung Esslingen-Göppingen unter Telefon 07 11/35 93 73 oder per E-Mail an info@kh-esslingen-nuertingen.de oder bei der Kerschensteiner Schule in Stuttgart, Telefon 07 11/21 63 34 00 oder E-Mail an kerschensteinerschule@stuttgart.de.