Tierisch gut

Islandpferde eignen sich hervorragend.

Hippotherapie in der Praxis.

Foto: HSH Lamprecht
Die Bewegungen des Pferderückens bringen viele Vorteile für spastische Muskeln und Gelenke, aber auch der psychologische Effekt darf nicht unterschätzt werden. Foto: HSH Lamprecht

PM. Gerhard W. hilft mit, wenn die Hippotherapeuten der Praxis Lamprecht seinen Rollstuhl die Rampe hinaufschieben. Oben wartet er geduldig bis, das Therapiepferd Hjörvar neben ihm einparkt. Eine bequeme Höhe, um direkt mit der Hilfe der Therapeuten auf den Pferderücken zu kommen. Gerhard W. braucht Hilfe, denn er hat Multiple Sklerose.

Ein wichtiger Teil seiner Therapie ist die Hippotherapie in der Praxis Lamprecht bei Patrizia Ganahl. Für viele große und kleine Patienten ist es ideal - Physiotherapie mit Hippotherapie zu verbinden. Gerhard W. ist heute der erste Patient. Es folgen noch drei weitere Patienten, auch Kinder sind dabei. Angst hat Gerhard W. keine. „Die Therapeutinnen kennen die Pferde, und da oben überwiegt das tolle Gefühl.

Die kleine Sarah zum Beispiel merkt bei der Hippotherapie nicht, wie aktiv ihr Körper mitarbeitet. Für sie ist es keine Therapie, sondern einfach nur schön. Glücklich strahlt sie Hjörvar an, ein lustig gescheckter Islandwallach, der entspannt an der Rampe steht. Das Kleinpferd sieht aus wie ein kleines Indianerpferd. Beim Transfer von der Hippotherapierampe auf das Pferd unterstützen die Therapeuten routiniert und fachmännisch. Hjörvar steht ganz ruhig und konzentriert da. Er ist ein echter Kollege schwärmt Patrizia Ganahl, die fachliche Leitung der Hippotherapie Lamprecht.

„Beim Aufsteigen müssen die Pferde ruhig stehen bleiben, auch wenn es drückt, schiebt oder der Reiter unsanft auf ihren Rücken plumpst“, betont die Hippotherapeutin. Hippotherapiepferde werden auf ihre Aufgabe vorbereitet, und man muss die Therapiesituationen üben. Islandpferde eignen sich aus verschiedenen Gründen ­hervorragend für die Hippotherapie, erklärt Sabine Lamprecht, die seit über 30 Jahren in Kirchheim und Umgebung die Hippotherapie anbietet. Hippotherapiepferde sollten im Offenstall mit viel Koppelgang gehalten werden. Dann sind sie noch ausgeglichener und ruhiger.

Unfälle? Sind in über 30 Jahren keine passiert. Die Patienten sitzen sicher auf dem Pferd. Der Pferderücken überträgt dreidimensionale Bewegungen auf das Patientenbecken in gleicher Weise wie gesunde Beine es tun würden. Bewegungsanalytisch absolut korrekt, meint Sabine Lamprecht, die außerdem seit über 20 Jahren in ihrer Einrichtung auch bundesweit im Rahmen der DHA (Deutschen Hippotherapieausbildung; www.DHA-ev.de) Physiotherapeuten zu Hippotherapeuten ausbildet. Die Bewegungen des Pferderückens bringen viele Vorteile für spastische Muskeln und Gelenke, aber auch der psychologische Effekt darf nicht unterschätzt werden. Islandpferde übertragen die dreidimensionalen ­Bewegungen auf das Becken und den Rumpf des Patienten optimal und haben ein sehr ausgeglichenes Wesen, sind sehr aufmerksam und von der Größe das ideale Therapiepferd.

Ein Wermutstropfen bleibt bei dieser faszinierenden Therapieform: Die Hippotherapie ist in Deutschland keine Kassenleistung. In der Schweiz und in Österreich ist die Hippotherapie eine anerkannte und gut honorierte Therapieform. Wir haben viele Patienten, die schon seit Jahren regelmäßig zur Hippotheraie kommen, so Sabine Lamprecht, Physiotherapeutin und Geschäftsführerin der Praxis Lamprecht.

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