Tierisch gut

Katze alleine zu Hause

Katze alleine zu Hause
Ob für ein Wochenende oder einen längeren Urlaub: Bei einer Abwesenheit, die einen Tag überschreitet, sollte ein Tierfreund nach der Katze schauen. Foto: Jörg Bächle

IVH. Wochenendtrip, Urlaub oder einfach lange Arbeitstage - hier stellt sich so mancher Katzenhalter die Fragen: Wie lange darf ich meine Katze überhaupt alleine oder unter Fremdbetreuung lassen? Und wie stelle ich sicher, dass meine Samtpfote in der Zeit optimal versorgt ist? Mit diesen Tipps zur Vorbereitung ist auch eine längere Abwesenheit der Katzenbesitzer kein Problem.

„Natürlich können Katzenhalter ohne schlechtes Gewissen ohne ihr Tier in den Urlaub fahren oder ein Wochenende unterwegs sein“, erklärt die Tierärztin und Tierverhaltenstherapeutin Dr. Heidi Bernauer-Münz. „Denn auch wenn man eine enge Beziehung zu dem Tier hat, ist es für die Katze vertretbar, wenn ihre Bezugsperson für eine Weile nicht da ist. Wichtig ist es in dem Fall eine Person zu finden, die während der Abwesenheit der Besitzer regelmäßig zu Hause vorbeikommt, nach der Katze schaut und sie versorgt.“

Langer Arbeitstag: ­Charakter der Katze ­berücksichtigen

„Da Katzen eher Individualisten sind, kann man nicht pauschal sagen, wie lange man seinen Stubentiger am Tag alleine lassen kann“, erklärt Bernauer-Münz. „Hier gibt es eine ganze Bandbreite an Sozialverhalten: von sozial und gesellig, auch mit Artgenossen und Menschen, bis hin zum sensiblen Einzelgänger. Es ist individuell verschieden, was für die Katze vertretbar ist. Auf jeden Fall hat sie dann nach Rückkehr des Halters einen großen Anspruch auf Spiel- und Schmuseeinheiten. Zwei Katzen oder mehr können sich miteinander beschäftigen. Dies kann aber auch kritisch sein, wenn sie sich nicht gut vertragen. Der zusätzliche Stress durch die Abwesenheit der Besitzer kann dann unter Umständen zu heftigeren Auseinandersetzungen führen. Bei einem Tier, welches sich schnell langweilt und viel Zeit mit dem Halter braucht, sollte eine längere Abwesenheit eher vermieden werden.“

Urlaub: Die richtige ­Betreuungsperson finden

Ob für ein Wochenende oder einen längeren Urlaub: Bei einer Abwesenheit, die einen Tag überschreitet, sollte ein Tierfreund nach der Katze schauen. „In ihrem gewohnten Lebensumfeld fühlen sich Katzen am wohlsten. Daher rate ich auch dazu, den Vierbeiner zu Hause zu lassen und eine Person zu finden, die mindestens einmal am Tag vorbeikommt, das Tier füttert, das Katzenklo kontrolliert und sich mit ihr beschäftigt. Das kann zum Beispiel ein Nachbar sein oder ein Freund der Familie“, erklärt die Tierärztin. Wenn es niemanden im persönlichen Umfeld gibt, der sich während der Abwesenheit um den Stubentiger kümmern kann, bieten zum Beispiel diverse Online-Portale oder Kleinanzeigen den Dienst von Tiersittern an.

Um einzuschätzen, ob die Chemie stimmt und sich alle Beteiligten auch verstehen, sollte vor Urlaubsantritt auf jeden Fall ein persönliches Kennenlernen zwischen dem Sitter und der Katze stattfinden. „Optimal wäre es natürlich, wenn bei jedem Urlaub dieselbe Person die Pflege des Tieres übernimmt. Wenn dies nicht gewährleistet werden kann, kann der Tiersitter aber auch wechseln, solange Tier und Betreuungsperson gut miteinander auskommen“, rät Bernauer-Münz.

Ist eine Versorgung der Katze zu Hause nicht möglich, kann der Vierbeiner während des Urlaubs auch in einer Pension untergebracht werden. „Ideal ist es, wenn die Katze dort ihren eigenen Raum hat, um etwa mögliche Streitigkeiten mit anderen Katzen zu vermeiden“, betont Bernauer-Münz.

Freigänger: Katzenklappe notwendig

Da Freigänger-Katzen eher beschäftigt sind als reine Wohnungskatzen, können sie gut mal einen Tag alleine verbringen. Wichtig ist auch hier, dass das Tier ausreichend Futter und Wasser hat und selbständig nach draußen sowie wieder hinein gelangen kann, etwa über eine Katzenklappe. „Bei einer Abwesenheit von mehr als einem Tag sollte jedoch auch bei Freigängern ein Sitter regelmäßig die Wohnung aufsuchen um die Tiere zu versorgen und zu überprüfen, ob es ihnen gut geht“, rät die Tierärztin. Gerade wenn mehrere Katzen in einem Haushalt leben, sollte die Betreuungsperson einen Blick dafür haben, ob sich die Tiere untereinander verstehen oder ob es Probleme gibt. Auch bei Freigängern sollte das Katzenklo regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls gereinigt werden.

Damit den Tieren nicht unnötiger Stress zugefügt wird, empfiehlt die Expertin, die Wohnung während der Abwesenheit unverändert zu lassen, etwa keine Renovierungsarbeiten vornehmen zu lassen. Ebenso sollten ältere und kranke Samtpfoten nicht über einen längeren Zeitraum alleine gelassen werden.

Nach Rückkehr: Viel Zuwendung für die schmollenden Samtpfoten

Einige Katzen neigen dazu, nach der Rückkehr Ihrer Besitzer eine Zeit lang zu schmollen. Sie wenden sich zum Beispiel ab und ignorieren ihren Halter. „Nicht nur Hunde, auch Katzen vermissen ihre Bezugspersonen, wenn sie länger nicht da sind“, so die Tierverhaltenstherapeutin. Sobald die Vierbeiner merken, dass die ihnen gewohnte Routine wieder vorhanden ist und sie genügend Aufmerksamkeit bekommen, werden sie auch wieder zutraulich und genießen die gemeinsame Zeit mit ihrem Halter.

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