Unfall - was tun?!

Trotz Krankschreibung ins Ausland

Ist das erlaubt?

Viele Menschen fragen sich, ob sie sich auch im Ausland von ihrer Krankheit erholen dürfen. Symbolbild

lps/AM. Der Urlaub ist endlich da und plötzlich zeigen sich Krankheitssymptome: Eine Horrorvorstellung für jeden Arbeitnehmer. Schnell stellt sich die Frage, ob man seinen geplanten Urlaub überhaupt antreten darf, sobald der Arzt Bettruhe verordnet und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt. Sofern man seinem Arbeitgeber den “gelben Schein” zukommen lässt, ist der Auslandsaufenthalt an einige Bedingungen geknüpft. Zuerst die gute Nachricht: Arbeitnehmern ist es grundsätzlich erlaubt, während einer Krankschreibung in den Urlaub zu fahren. Sollte diese Reise die Genesung allerdings gefährden, ist der Trip nicht gestattet. Mit dem behandelnden Arzt ist abzuklären, ob die geplante Reise zur “Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit” beiträgt. Ist man also erkältet, ist ein sportlicher Skiurlaub nicht das Richtige. Fährt man hingegen in die Berge, um in der Natur zu wandern und sich zu erholen, ist das im Rahmen des Möglichen. Verstoßen Arbeitnehmer gegen die sogenannte “erhöhte Sorgfaltspflicht gegen sich selbst”, kann sogar die fristlose Kündigung drohen. Ein Beispiel eines Gerichtsurteils des Bundesarbeitsgerichts (BAG) veranschaulicht das: Ein Arbeitnehmer war wegen Konzentrationsschwäche aufgrund einer Hirnhautentzündung krankgeschrieben. Dennoch reiste er in den Skiurlaub. Da man unter diesen Bedingungen seine Genesung gefährdet, ist dieses Verhalten ein fristloser Kündigungsgrund. Anders sieht es aus, wenn man verunfallt, sich ein Bein bricht, länger als sechs Wochen krankgeschrieben ist und ins Ausland möchte. Sobald man im Krankengeldbezug ist, muss beim Versicherer eine Zustimmung eingeholt werden. Andernfalls ruht das Krankengeld während des Auslandsaufenthaltes. Das Bundessozialgericht entschied, dass Versicherer einem EU-Auslandsaufenthalt zustimmen müssen.