Weltspartag

Mehrkosten der Energiekrise

Durch Corona gestärkte Ersparnisse bedroht

Sparquote 2012 bis 2022 (Quartal 1) Grafik: BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

ots. Die Energiekrise stellt die deutschen Sparer vor große Herausforderungen. Hatten diese während der Coronapandemie noch unfreiwillig auf Konsum verzichtet und so die Sparquote deutlich auf 15,1 Prozent (2021) erhöht, droht diese 2022 mit neun bis zehn Prozent zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt einstellig auszufallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesverband der Deutschen Volkbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anlässlich des Weltspartages am 30. Oktober 2022 in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage zum Sparverhalten der Bundesbürger.

„Die Energiepreiskrise wird bis in die Mittelschicht hinein die Vorsorge durch Sparen untergraben“, warnt BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin. Bereits Anfang des Jahres habe ein Fünftel der Menschen keine Ersparnis gebildet. Eine monatliche Mehrbelastung im Umfang von einhundert Euro pro Person werde dazu führen, dass bis zu 44 Prozent der Haushalte keine Ersparnisse mehr bilden können. „Die geplante Entlastung der Privathaushalte, insbesondere durch staatliche Direktzahlungen ist daher gerechtfertigt“, so Martin weiter. Die Politik könne aber nicht dauerhaft die Haushalte durch Steuermittel von zu hohen Energiepreisen entlasten. Wirtschaftspolitisch sei eine Ausweitung des Angebots an Energie zur Senkung der Preise geboten.

Die Politik sollte darüber hinaus neue Anreize zur Vorsorge schaffen. „Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge ist wichtiger denn je“, betont der BVR-Vorstand. Der einfachste und auch beste Weg sei, das bestehende Fördersystem weiterzuentwickeln. Verunsicherungen der Bürgerinnen und Bürger durch ein neues System gelte es zu vermeiden, zugleich müsse die Komplexität des Förderverfahrens reduziert werden. Konkret sei die Lockerung der Beitragsgarantien ein sinnvoller Beitrag, um damit die Kosten für Absicherungsgeschäfte zu reduzieren und einen größeren Anteil der Sparbeiträge unmittelbar ins Altersvorsorgevermögen der Sparerinnen und Sparer investieren zu können. Damit würden sich die Ertragschancen erhöhen, um so – ergänzend zu einer Anpassung der Fördersätze – die private Altersvorsorge für Sparerinnen und Sparer attraktiver zu machen.

Die Studie des BVR zum Sparverhalten ist im Internet unter www.bvr.de, Publikationen, Volkswirtschaft abrufbar.

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