Zahngesundheit

Zahnimplantate bietenverschiedene Vorteile

Zahnimplantate lassen Menschen wieder Lächeln, fest zubeißen und gut kauen. Voraussetzung für ein Zahnimplantat ist jedoch ein g
Zahnimplantate lassen Menschen wieder Lächeln, fest zubeißen und gut kauen. Voraussetzung für ein Zahnimplantat ist jedoch ein gesunder und ausreichend vorhandener Kieferknochen. Foto: proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski

proDente. Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die der Zahnarzt in den Kieferknochen einsetzt. Auf den Zahnimplantaten befestigt er dann den eigentlichen Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder herausnehmbaren Zahnersatz wie Prothesen. Zwar sind die Kosten für Implantate höher als für herkömmlichen Zahnersatz, jedoch bieten Implantate auch zahlreiche Vorteile. Denn eine Versorgung mit Zahnimplantaten kommt natürlichen Zähnen sehr nah.

In einem ausführlichen Beratungsgespräch klären Zahnarzt und Patient gemeinsam, ob ein implantat-getragener Zahnersatz für den Patienten in Frage kommt. Dabei klärt der Zahnarzt den Patienten über die Regelversorgung oder über alternative Möglichkeiten des Zahnersatzes auf. Auch Zahnersatz auf Implantaten spielt dabei eine Rolle und muss in seiner Funktion und Ästhetik genau geplant und dem Patienten dargelegt werden. Dabei gibt es auch eine abzustimmende Zusammenarbeit zwischen dem Zahnarzt, der den Zahnersatz auf den Implantaten herstellt, und dem Fachzahnarzt für Oralchirurgie oder Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen, der das Implantat in den Kieferknochen einsetzt. „Zahnimplantate können einzelne oder mehrere eigene fehlende Zähne ersetzen“, erklärt Prof. Dr. Frank Schwarz, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie am Carolinum in Frankfurt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie. „Verschiedene Voraussetzungen müssen jedoch für Zahnersatz mit Implantaten erfüllt sein.“ Bei einer Implantation sollten die Nachbarzähne gesund sein und Zähne, Zahnfleisch sowie Kieferknochen entzündungsfrei. Eine gute Mundhygiene und der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt sind wichtig. Regelmäßige Professionelle Zahnreinigungen können dabei helfen und sind im Hinblick auf den Behandlungserfolg von wesentlicher Bedeutung. Für die Zahnimplantate muss zudem genügend Kieferknochen vorhanden sein, es sollten keine schwerwiegenden Allgemeinerkrankungen vorliegen und auf Rauchen sollte verzichtet werden. Raucher verlieren deutlich mehr Implantate als Nichtraucher.

Zahnimplantate - Kosten sind höher, haben aber Vorteile

Was Zahnersatz mit Zahnimplantaten kostet, hängt vom individuellen Fall ab. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten für die Suprakonstruktion auf Implantaten wie Krone, Brücke oder herausnehmbaren Zahnersatz wie Prothesen in Höhe des Festzuschusses der Regelversorgung mit Zahnersatz. Den Rest der Gesamtkosten für Zahnimplantate tragen die Versicherten als Eigenanteil. Der Preis für Zahnimplantate ist in der Regel zwar höher als für herkömmlichen Zahnersatz. Implantate können jedoch zahlreiche Vorteile gegenüber anderem Zahnersatz bieten:

■ herausnehmbarer Zahnersatz in Form von Prothesen kann durch Implantate manchmal vermieden oder kann besser im Mund fixiert werden,

■ gesunde Nachbarzähne bleiben bei Implantaten unberührt,

■ festsitzende Suprakonstruktionen auf Implantaten wie Krone oder Brücke unterscheiden sich kaum von natürlichen Zähnen,

■ Zahnimplantate sind so belastbar wie ein natürlicher Zahn,

■ das Implantat beugt Kieferschwund vor, da es den Kaudruck direkt auf den Kieferknochen überträgt.

Implantate ersetzen fehlende Zähne - Ablauf der Implantation

Nach einer genauen klinischen und röntgenologischen Analyse kann der behandelnde Zahnarzt den Vorgang der Operation festlegen und diesen dem Patienten in einem Aufklärungsgespräch erläutern. Die Implantation beginnt mit einer örtlichen Betäubung. Sie verhindert Schmerzen während des operativen Eingriffs im Kieferknochen. Dann bohrt der behandelnde Zahnarzt ein Loch in den Kieferknochen und schraubt das Implantat ein. Damit das Zahnimplantat in den Kieferknochen einheilen kann, wird die Mundschleimhaut in der Regel vollständig zugenäht. Die Einheilung der künstlichen Zahnwurzel in den Kieferknochen dauert bis zu drei Monate. In dieser Zeit erhält der Patient einen provisorischen Zahnersatz. Danach legt der Zahnarzt das Implantat frei und schraubt eine sogenannte Einheilkappe ein. Das Zahnfleisch umschließt diese in wenigen Tagen. Bei einer Implantation mit offener Einheilung des Implantats wird die Einheilkappe bereits am Tag der Implantation des Eingriffs eingesetzt.

Wichtig zu wissen in der Corona-Pandemie: Zahnarztbesuche erhöhen nach bisherigen Erkenntnissen nicht das Risiko einer Infektion mit COVID19. Denn in Zahnarztpraxen gelten generell hohe Standards für Hygiene und Infektionsschutz. Diese sind angesichts der Corona-Krise sogar zusätzlich noch verschärft worden. Patienten sollten Zahnarzttermine wahrnehmen. Denn der Besuch beim Zahnarzt erhält nicht nur die Gesundheit von Zähnen und Mund, sondern schützt auch vor Erkrankungen des gesamten Körpers wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Zahntechniker fertigt Zahnersatz auf Implantat

Nachdem das Implantat gut im Kieferknochen eingeheilt ist, beginnt die prothetische Versorgung mit Zahnersatz. Für den Abdruck oder den digitalen Scan ersetzt der Zahnarzt die Einheilkappe im Anschluss für kurze Zeit mit einem Abformpfosten oder einem Scanpfosten. Anhand des Abdrucks oder Scans wählt der Zahntechniker in Abstimmung mit dem Zahnarzt den passenden Implantatpfosten oder fertigt diesen individuell an. Den Zahnersatz wie Krone, Brücke oder herausnehmbaren Zahnersatz wie Prothesen fertigt der Zahntechniker ebenfalls individuell für den Patienten auf Grundlage der Konstruktionsplanung durch den Zahnarzt. Der Zahnarzt schraubt den Aufbau in das Implantat und befestigt den Zahnersatz darauf.

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