Themenwoche: Auto

Preisanstieg bei Neuwagen

Basismodelle verschwinden vom Markt

Neuwagenpreise und Inflationsrate im Zeitverlauf. Grafik: ADAC e.V.

ADAC. Neuwagen sind seit 2017 bis zu 44 Prozent teurer geworden. Das zeigt eine ADAC-Untersuchung der Preisentwicklung der angebotenen Modelle in den einzelnen Fahrzeugklassen in den letzten fünf Jahren.
Die Durchschnittspreise aller angebotenen Modelle stiegen von 44.908 Euro im Jahr 2017 auf 53.525 Euro im Juli 2022. Das entspricht einer Erhöhung von 19 Prozent. Damit erweisen sich die gestiegenen Autokosten als Inflationstreiber. Die Inflationsrate lag für den genannten Zeitpunkt bei 16 Prozent.

Als Ursachen für die Preissteigerungen werden Lieferschwierigkeiten, der Halbleitermangel und gestiegene Einkaufspreise genannt. Hinzu kommt: Durch die Lieferschwierigkeiten sind Pkw zum knappen Gut geworden, die Verkaufsflächen der Autohäuser sind wie leergefegt. Die Folge: Verkaufsfördernde Rabatte auf die Bruttolistenpreise, die sich beim Kaufabschluss noch Preis mindernd auswirken könnten, gewähren die Hersteller kaum noch.

Eine weitere Auffälligkeit: Einige Hersteller bieten die günstigen Modellvarianten mit wenig Ausstattung und „schwachen“ Motorisierungen nicht mehr an. Vor einem Jahr konnte ein Golf mit 90 PS als Basismodell zum Preis von 20 700 Euro bestellt werden, jetzt nur noch mit 130 PS für 29.560 Euro. Der Fiat Tipo mit 100 PS war im Mai 2021 noch ab 17.490 Euro zu haben, mittlerweile ist er nur noch als 130-PS-Hybridversion zum Grundpreis von 28.490 Euro erhältlich.

Der ADAC fordert die Hersteller auf, die Bezahlbarkeit neuer Pkw im Blick zu halten und günstige Basisausstattungen für Modelle anzubieten, damit sich auch Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten ein neues Fahrzeug leisten können. Mobilität muss für alle bezahlbar bleiben.

Weitere detaillierte Informationen zu den gestiegenen Neuwagenpreisen finden Sie unter www.adac.de.

Anzeige