Themenwoche: Auto

Wie nachhaltig ist die Elektromobilität?

Klima- und Rohstoffbilanz, Ressourcenverfügbarkeit und Recycling

Über den gesamten Lebenszyklus eines Pkw sind Elektrofahrzeuge bereits heute zu 20 bis 30 Prozent klimafreundlicher als benzin- oder dieselbetriebene Fahrzeuge. Wichtigste Einflussgröße ist dabei der Strommix, der zum Fahren benötigt wird und der dort enthaltene Anteil der erneuerbaren Energien. Foto: Jörg Bächle

pm. Über den gesamten Lebenszyklus eines Pkw sind Elektrofahrzeuge bereits heute zu 20 bis 30 Prozent klimafreundlicher als benzin- oder dieselbetriebene Fahrzeuge. Das zeigen Studien, die die Rohstoffgewinnung, die Herstellung der Bauteile und des Fahrzeugs, seine Nutzung als auch das Recycling einbeziehen. Wichtigste Einflussgröße ist dabei der Strommix, der zum Fahren benötigt wird und der dort enthaltene Anteil der erneuerbaren Energien.

Klima- und Rohstoffbilanz, Ressourcenverfügbarkeit, Recycling – im aktuellen Podcast des Öko-Instituts unter https://www.oeko.de/podcast/episode/wie-nachhaltig-sind-elektroautos spricht Dr. Mattias Buchert über Ziele, Chancen und Perspektiven der Elektromobilität. „Für eine Bewertung der Klimabilanz der Elektromobilität spielen aktuelle Daten zum Strommix und zur Batterieherstellung eine große Rolle“, so Buchert, der den Bereich Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut leitet. „Beide Größen verändern sich im Moment sehr schnell in die richtige Richtung – gerade bei der Herstellung der Lithium-Ionen-Batterien wird der CO2-Fußabdruck durch die Herstellung großer Stückzahlen kleiner werden.

Denn gerade beim Ressourcenverbrauch liegen Elektrofahrzeuge im Vergleich zu Verbrenner-Pkw vorn. Zwar benötigen Elektrofahrzeuge mehr Technologiemetalle als Benzin- oder Diesel-Pkw, dafür verbrauchen sie jedoch viel weniger fossiler Brennstoffe, vor allem Rohöl. Die Metalle können nach der Nutzung im Kreislauf geführt werden; die fossilen Treibstoffe sind jedoch verbrannt und die Ressourcen damit verloren. Netto sparen Elektroautos daher Rohstoffe ein – das hatte das Öko-Institut zuletzt auch in einer Studie zum Vergleich des Rohstoffbedarfs bei Pkw gezeigt (https://www.oeko.de/aktuelles/2021/rohstoffverbrauch-von-verbrennern-und-e-autos-im-vergleich).

Wo steht die Elektromobilität heute?
Anfang 2022 fuhren rund 600.000 vollelektrische Pkw, was circa 1,3 Prozent der Flotte in Deutschland entspricht; dazu kommen noch einmal genauso viele Plug-In-Hybrid-Pkw, die teilweise mit Strom und teilweise im Verbrennermodus fahren. 15 Millionen vollelektrische Pkw sollen es bis zum Jahr 2030 sein – 30 Prozent der dann auf den Straßen befindlichen Pkw – so die Pläne der Bundesregierung im Koalitionsvertrag.

Wissen statt Alltagsberatung
Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin, und Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut. Rund eine Stunde lang sprechen sie mit einem Experten beziehungsweise einer Expertin aus dem Öko-Institut über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“.

Das Öko-Institut
Das Öko-Institut ist eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Auf Basis einer wertorientierten wissenschaftlichen Forschung berät das Öko-Institut Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu Themen wie Chemikalienmanagement und Technologiebewertung; Energie und Klimaschutz; Immissions- und Strahlenschutz; Landwirtschaft und Biodiversität; Nachhaltigkeit in Konsum, Mobilität, Ressourcenwirtschaft und Unternehmen; Nukleartechnik und Anlagensicherheit sowie Recht, Politik und Governance.

Seit seiner Gründung arbeitet das Institut interdisziplinär und transdisziplinär – mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – in kooperativen Vorhaben und Netzwerkstrukturen, wo dies von den Fragestellungen her sinnvoll ist. Zu den wichtigsten Auftraggebern gehören Ministerien auf Bundes- und Landesebene, Unternehmen sowie die Europäische Union. Darüber hinaus ist das Institut für Nicht-Regierungsorganisationen und Umweltverbände tätig. Das Öko-Institut ist ein gemeinnütziger Verein. Das Institut finanziert seine Arbeit in erster Linie über Drittmittel für Projekte. 

 

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