Themenwoche: Generationenratgeber

Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern
Um die Ernährungskompetenz ist es in Deutschland aber nicht allzu gut bestellt. Foto: Jörg Bächle

pm. Ob man Nährwertkennzeichnung richtig nutzt, Lebensmittel selbst zubereitet, gesunde Vorräte lagert, Mahlzeiten bewusst einplant, trotz knapper Mittel sich gesund ernährt, gemeinsam isst, Süßem widerstehen kann oder die richtigen Snacks wählt - all das gehört per Definition zur sogenannten Ernährungskompetenz.

Um diese ist es in Deutschland aber nicht allzu gut bestellt, wie eine aktuelle Studie des AOK-Bundesverbandes zeigt. Demnach verfügt mehr als die Hälfte der Bundesbürger (53,7 Prozent) über eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz (Food Literacy).

Für die von der Agentur „Facit Digital“ durchgeführte Erhebung wurden knapp 2.000 Personen zu acht Themenfeldern befragt. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Während über die Hälfte der Frauen (53 Prozent) eine ausreichende Ernährungskompetenz besitzt, sind es bei den Männern gerade einmal 38 Prozent.

Die Ergebnisse von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich dagegen nicht.

Zu den Ergebnissen der Studie erklärt Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: „Ernährungskompetenz will gelernt sein - ein Leben lang. Die Ergebnisse der Studie zeigen, wie wichtig es ist, Verbraucher aller Lebensphasen dabei zu unterstützen. Das machen wir mit zahlreichen Initiativen und Programmen, vom Hochstuhl bis hin zu den Senioren.

Es geht uns dabei um Befähigung, nicht Bevormundung. Entscheidend ist das notwendige Wissen, um eine informierte Wahl zu treffen. Dazu gehört Ernährungsbildung von klein auf genauso wie Wahrheit und Klarheit bei der Kennzeichnung von Produkten: Mit der Einführung des Nutri-Score machen wir es Verbrauchern hier zum Beispiel einfacher.

Wichtig ist mir außerdem, dass eine gesunde Ernährung nicht abhängt von Herkunft oder Elternhaus. Diese Abhängigkeit will ich durchbrechen. Dazu gehen wir mit Projekten auch genau dorthin, wo es am notwendigsten ist: in sozial benachteiligte Stadtteile.“

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