Themenwoche: Rund ums Haus

Ist die Immobilie eine gute Altersvorsorge?

Alternative barrierefreie Eigentumswohnung. Foto: Bächle
Alternative barrierefreie Eigentumswohnung. Foto: Bächle

pm. Die eigene Immobilie ist krisensicher und wertstabil - denn wohnen muss man ja immer. So sehen viele ältere Hausbesitzer beruhigt dem Ruhestand entgegen. Doch ist die eigengenutzte Immobilie wirklich ein Garant für entspanntes Altwerden?

„Nach 30 Jahren ist endlich alles abbezahlt - endlich können wir uns wieder etwas leisten“, so lautet die Hoffnung vieler Eigenheimbesitzer. Den Traum vom Haus hatte man sich früh erfüllt und viele Jahre lang auf andere Ausgaben verzichtet. Doch bietet eine abbezahlte Immobilie wirklich einen so starken Wert in der Alterssicherung?

Ein Haus kostet immer auch Geld

„Auch in einer abbezahlten Immobilie wohnt man leider nicht kostenlos“, weiß Wolfgang Willer, Immobilienexperte aus Kirchheim. Er weiß aus vielen Gesprächen mit Immobilienbesitzern, dass gerade bei älteren Häusern die monatliche Belastung nicht unerheblich sein kann. Zum einen sind es die laufenden monatlichen Unterhaltskosten wie Heizung, Strom, Wasser und Versicherungen. Zum anderen aber haben bestimmte Elemente in einem Haus einfach nur eine bestimmte Lebensdauer“, erklärt der lokale Unternehmer. Bei Häusern kann man sprichwörtlich die Uhr danach stellen, wann welche Kosten auf den Eigentümer zukommen: Fenster, Fassade, Heizung, Dach, Elektrik - hier können die Kosten schnell durch die Decke schießen.

Eine klare Rechnung

„Ich empfehle meinen Kunden folgende Rechnung durchzuführen“, erklärt Wolfgang Willer. „Monatliche Einnahmen aus Rente und anderen Quellen gegen Unterhaltskosten und anstehende Reparaturmaßnahmen. Dann hat man Klarheit darüber, was man monatlich für den Werterhalt des Hauses zurücklegen sollte.“Profis wie Makler und Handwerker kennen die Erfahrungswerte, wann eine Heizung vermutlich „fällig“ wird oder wie lange ein Dach noch dicht bleibt.

Nach 30 Jahren kommen die Kosten

Ist eine Immobilie erst mal in die Jahre gekommen, summieren sich schnell die Kosten. Denn auch wenn man keine Miete zahlen muss, sind Pflege- und Reparaturarbeiten nötig, um keinen Wertverlust zu erleiden. „Manchmal kann es tatsächlich sinnvoller sein, das Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren gegen eine moderne Eigentumswohnung zu tauschen“, berichtet Wolfgang Willer. Der Trend, Immobilien früher den Lebensumständen anzupassen anstatt die Eigennutzung eisern durchzuziehen, ist auch in Kirchheim klar erkennbar: Junge Familien brauchen Platz und verfügen zugleich über die finanziellen Möglichkeiten, ein älteres Haus zu sanieren, Ältere Menschen dagegen verzichten häufig gerne auf ein Zimmer oder einen großen Garten, wenn sie sich dafür mehr Lebensqualität und Freiheit gönnen können.

Beispielrechnung

Willer rät, eine Beispielrechnung zu machen: Wie hoch sind Rente, Zusatzrente oder Kapitalerträge? Wie hoch sind die Unterhaltskosten pro Monat (Versicherungen, Heizung, Strom, Wasser, Reparaturen)? Was wird als Nächstes fällig: Heizung, Dach oder Fassade? Welche notwendigen Umbaumaßnahmen für Barrierefreiheit, Bad oder Treppenlift müssen getätigt werden? All dies sollte man in Betracht ziehen und mit einer barrierefreien, wenn möglich neuen Eigentumswohnung, vergleichen. Der Experte berät gerne.

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