Lossprechung

Bereit zum Starten

Was ist das für ein Gefühl, wenn die Ausbildung hinter einem und die Zukunft vor einem liegen? Drei Gesellen erzählen, warum sie sich für ihren Beruf entschieden haben und was sie als Nächstes machen wollen.

Max Brandl aus Esslingen, Gewerksbester und Kammerpreisträger der Tischler. Foto: privat

Er hat seine Gesellenprüfung mit der Note 1,4 abgeschlossen und ist damit nicht nur der Beste seines Gewerks, sondern bekommt auch als Jahrgangsbester den Kammerpreis der Handwerkskammer Stuttgart. Max Brandl hat seine Ausbildung bei AG Interior Solutions gemacht, einem Esslinger Handwerksbetrieb, der hochwertige und individuelle Möbel fertigt.

Was bedeutet die Auszeichnung für dich persönlich?
Diese Auszeichnung ist eine Bekräftigung, dass es sich gelohnt hat, so viel Zeit und Arbeit in mein Gesellenstück zu stecken und ein großes Lob für mich.

Was war dein Gesellenstück?
Ein Esstisch in massivem Birnbaum und Messing, der sich mittig ausziehen lässt und zwei weiteren Personen Platz bietet.

Bekommt die Kammer-Urkunde bei dir einen Ehrenplatz?
Da an meinen Wänden generell nichts hängt und mein Einrichtungsstil eher schlicht ist, werde ich die Urkunde nicht aufhängen, aber natürlich aufbewahren.

Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?
Zum Schreinerberuf bin ich hauptsächlich gekommen, weil ich nach meiner Schulzeit, die doch sehr theoretisch war, gerne etwas mit meinen Händen machen wollte. Und da ich schon immer gerne mit Holz gearbeitet habe, war der Weg nicht mehr weit.

Was war das Besondere an deiner Ausbildung?
Definitiv der praktische Berufsschulunterricht, der die Möglichkeit bot, viele schöne Massivholzprojekte zu verwirklichen.

Wie geht es für dich weiter?
Ich werde ab Oktober Architektur in Wien studieren, wofür meine Ausbildung der perfekte Grundstein ist.

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Robin Strähle ist 18 Jahre und hat den Stuckateur im Blut: Seine Familie hat seit vier Generationen einen Stuckateurbetrieb. Da war schnell klar, wohin die berufliche Reise für ihn gehen wird.

Wie kamst du zu deinem Beruf?
Aufgrund unseres seit vier Generationen bestehenden Familienunternehmens im Stuckateurhandwerk und einigen Praktika während meiner Schulzeit war ziemlich schnell klar, dass in meinen Adern Stuckateurblut fließt!

Was war das Besondere an deiner Ausbildung?
Die oft kreative Arbeit und Gestaltungsfreiheit haben mir persönlich immer sehr gut gefallen. Auch auf der Berufsschule wurden immer tolle Werkstücke hergestellt und spannende Aufgaben erteilt. Außerdem sorgt die tägliche Zusammenarbeit mit super Kollegen, sowohl im Betrieb als auch in der Schule, immer für gute Stimmung und Spaß bei der Arbeit.

Wie geht es jetzt für dich persönlich weiter?
Für mich geht es im September weiter mit der Meisterschule, die ich dann circa zehn Monate besuchen werde.

Nach abgelegter Meisterprüfung ist das Ziel, den Familienbetrieb gemeinsam mit meinem Vater weiterhin fachmännisch zu leiten. In weiterer Zukunft ist der Plan, das Unternehmen zu übernehmen und erfolgreich weiterzuführen.

Meine Lehre habe ich im Stuckateurmeisterbetrieb von Markus Baumann in Wernau absolviert. Da werde ich auch weiterhin arbeiten.

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Toma Gakhokidze lebt erst seit fünf Jahren in Deutschland. Geboren und aufgewachsen ist der 27-Jährige in Georgien. Deshalb ist es umso beachtlicher, dass er seine Ausbildung zum Elektroniker in der Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik bei der Raumtechnik Messebau & Event Services GmbH sogar als Bester seines Gewerks abgeschlossen hat. Sein Ausbildungsbetrieb möchte ihn übernehmen. Doch noch warten der junge Mann und sein Arbeitgeber darauf, dass seine Arbeitserlaubnis anerkannt wird.

Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?
Ich habe mich schon als Kind sehr für Handwerkliches interessiert, gerne Sachen entworfen und meine Entwürfe dann umgesetzt. Insbesondere Elektronik fand ich schon immer sehr spannend. Und als ich vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen bin, fand ich es nur passend, eine Ausbildung auf diesem Gebiet anzufangen.

Was war das Besondere an deiner Ausbildung?
Ich hatte ein tolles Team, das immer bemüht war, mir so viel wie möglich beizubringen. Wir haben viele interessante Projekte zusammen gemacht, ich konnte mir viele verschiedene Bereiche innerhalb der Firma anschauen und trotz der Corona-Pandemie herrschte immer ein gutes Arbeitsklima.

Wie geht es jetzt für dich persönlich weiter?
Mein Betrieb hat mich nach der Ausbildung übernommen und somit freue ich mich schon sehr auf viele tolle Jahre mit meinem Team. Leider warte ich aktuell noch auf meine Arbeitserlaubnis, die trotz aller nötigen Unterlagen nun schon seit Wochen auf sich warten lässt. Ich hoffe, die Ausländerbehörde schließt ihre Bearbeitung bald ab und ich kann voll in den Berufsalltag eintauchen.

Robin Strähle aus Dettingen, Gewerksbester der Stuckateure. Foto: privat
Toma Gakhokidze aus Esslingen, Gewerksbester der Elektroniker/innen für Energie- und Gebäudetechnik. Foto: privat
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