Start in den Urlaub

Das Reisemobil richtig laden

proMotor. Die großen Ferien sind in Sicht, das Fernweh lockt. Warum nicht mal mit dem Wohnmobil verreisen? Doch Vorsicht, nicht nur Anfänger tappen oft in die Gewichts-Falle. Alte Hasen wissen natürlich Bescheid: Vor allem bei Reisemobilen der Klasse bis 3,5 Tonnen sind die Gewichtsangaben auf Kante genäht. Zwar stehen meistens Leergewichte um 2900 Kilo in den Fahrzeugpapieren. Doch die gelten nur für das nackte Fahrzeug. Ausgerüstet mit üblichen Extras wie Klimaanlagen für Fahrerhaus und Wohnraum, Markise, Satellitenempfang, Flatscreen und Backofen sind es eher 3000 Kilo. Plus 200 Kilo für volle Diesel-, Gas- und Wassertanks sowie die 300 Kilo einer wohlgenährten Familie beträgt die Zuladung exakt null.

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Auf Wasser im Tank verzichten

Und nun? Die Kinder zur Oma schicken wäre eine Lösung, dann könnten sogar zwei E-Bikes mit. Aber im Ernst: Häufigster Anfängerfehler ist, das Wasser mit in den Urlaub zu schleppen. Denn das gibt es überall vor Ort, spart 100 Kilo. Und wer ins Detail gehen will, nimmt Gasflaschen aus Alu statt Stahl.

Ähnlich sieht es mit Nahrungsmitteln aus. Man muss nicht palettenweise Ravioli nach Italien transportieren. Eine Dose wiegt übrigens über 900 Gramm. Auch der Bierexport en gros nach Skandinavien ist gewichtstechnisch fragwürdig.

In die großen Heckgaragen der Wohnmobile gehören übrigens nur leichte Gegenstände wie Campingmöbel. Alles Schwere und Kompakte hingegen sollte möglichst tief und zwischen den Achsen verstaut werden. Die oberen Schränke bleiben der Wäsche vorbehalten.

Überladene Wohnmobile können teuer werden

Wer ganz sicher gehen will, fährt vor der Abfahrt auf eine Waage, kontrolliert sowohl das Gesamtgewicht als auch die einzelnen Achslasten. Denn eine Überschreitung kann teuer kommen.

Österreich, Italien und die Schweiz sind nicht zimperlich beim Kassieren und haben einen Blick für überladene Wohnmobile.

70 Kilo zu viel kosten in der Alpenrepublik 36 Euro, bei gröberen Überschreitungen kann es bis zu 2180 Euro kosten.

Auflastung bei vielen Modellen möglich

Es gibt natürlich Auswege aus dem Gewichts-Dilemma. Der Einfachste: Das Reisemobil auflasten lassen. Das klappt bei vielen Modellen, sofern die Tragfähigkeit der Reifen mitspielt. Statt 3,5 sind oft bis zu 4,4 Tonnen möglich. Die Werkstätten kennen die entsprechenden Frei­gaben.

Doch Vorsicht: Dann müssen alle Fahrer entweder eine vor 1999 erteilte Fahrerlaubnis der Klasse 3 besitzen oder die Klasse C, also Kfz bis 7,5 Tonnen fahren dürfen.

Außerdem gilt für Womos auf Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.

Doch das sollte das geringste Problem sein. Denn wer rast schon mit dem Reisemobil?