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Architektur

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Busrundfahrt der örtlichen Kammergruppe Esslingen 2

Am 24. Juni ist Tag der Architektur

pm. Architektur schafft Lebensqualität: das Motto vom Tag der Architektur am 24. Juni spiegelt die zentrale Bedeutung, die Bauwerken zukommt. Denn Räume, in denen Menschen wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen, beeinflussen ihr Leben unmittelbar. Wodurch sich gelungene Gebäude und Freiräume auszeichnen, zeigt die Architektenkammer Baden-Württemberg anhand ausgewählter Besichtigungsobjekte in den Stadt- und Landkreisen. Die Busrundfahrt der örtlichen Kammergruppe Esslingen 2 am 24. Juni, an der alle interessierten Bürgerinnen und Bürger kostenlos teilnehmen können, führt dieses Jahr mehrheitlich in Gebäude in und um Kirchheim/Teck. Am konkreten Beispiel erfahren die Teilnehmer, wie sich der Grundriss gliedert, wo die ökologischen Stärken des Bauwerks liegen oder mit welchen gestalterischen Mitteln seine Fassade auf die Umgebung antwortet. Architektinnen und Architekten erläutern die individuellen Anforderungen an das Gebäude und die maßgeschneiderten Lösungen, die sie dafür entwickelt haben. Darüber hinaus stehen sie auch während der Tour zum Gespräch bereit, sodass die Teilnehmer eigene Fragen zum Bauen klären können. Vor Ort berichten Bauherrinnen und Bauherren über ihre persönlichen Erfahrungen beim Entstehen der Architektur. Los geht es in Dettingen:

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Kita Wirbelwind
Kita Wirbelwind   Foto: Simon Sommer

KiTa Wirbelwind

Die neue Kindertagesstätte in Dettingen entsteht zwischen dem alten Ortskern Dettingen unter Teck und dem östlich der B465 gelegenen Ortsteil Guckenrain. Im Zuge des Rahmenplans ‚Untere Wiesen’ mit der Zielsetzung einer ‚Campusbildung’ sorgt die Positionierung der neuen Kindertagesstätte im Süd-Westen des Grundstücks für einen Abschluss der Raumkante mit der Verbundschule Dettingen. Der Freibereich liegt zwischen dem Neubau und der bestehenden Verbundschule östlich der Kindertagesstätte und bietet großzügige Außenspielflächen, die an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzungs- beziehungsweise Altersgruppen angepasst sind.

Rathaus Jesingen
Rathaus Jesingen   Foto: Jörg Marin

Rathaus Jesingen

Weiter geht es zum Rathaus Jesingen: Giebelständig zur Kirche und traufseitig zum Platz präsentiert sich auch die neue Verwaltungsstelle in bewährter Form. Das neue Gebäude ist als multifunktionale Verwaltungsstelle und als Gebäude für Gemeinwesenarbeit konzipiert. In Massivbauweise entsteht ein Haus mit zwei Vollgeschossen und einem ausgebauten Dach.

Auch das neue Rathaus ist nicht unterkellert. Lediglich ein Versorgungsschacht verläuft unter der Bodenplatte.

Über die Gebäudeecke im Südosten wird das neue multifunktionale Verwaltungsgebäude betreten. Der Grundriss teilt sich in drei unterschiedliche Spangen von Osten nach Westen auf. Im Osten befindet sich die Verkehrsspange mit dem Treppenhaus. Die mittlere Spange ist der Betonkern, in dem sich vor allem die technischen Flächen befinden. Sowohl Aufzug als auch Technikraum finden hier ihren Platz. Die dritte Spange ist die Großraumspange. Ein stützenfreier Raum, der sich durch alle Geschosse zieht und so frei ist für verschiedene Unterteilungen.

Campus Rauner
Campus Rauner   Visualisierung: Ackermann+Raff GmbH & Co. KG

Campus Rauner

Auf dem Grundstück der Rauner Schule in Kirchheim werden die Teck Realschule und die Rauner Gemeinschaftsschule zu einem Schulkomplex zusammengelegt. Um dem Flächenbedarf dieser fünfzügigen Schule gerecht zu werden, müssen Teile der Bestandsbauten abgerissen werden. Der Neubau wird als lang gestrecktes dreigeschossiges Gebäude auf der Nordseite der Bestandsgebäude errichtet.

Der Neubau weitet sich in unterschiedliche Richtungen aus, hat einzelne Bauteile, definiert einen teils überdachten Pausenhof und einen Innenhof und ist in der Höhe gestaffelt. Die Formensprache soll klassisch modern und reduziert sein. Die Flachdächer begrenzen die Kubatur auf das notwendige Maß. Die Fenstergrößen entsprechen den Anforderungen an ein zeitgemäßes Schulgebäude.

Wohnhaus der Familie Voigt
Wohnhaus der Familie Voigt   Foto: Stefan Voigt

Wohnhaus Voigt

Vierte Station der Rundreise ist das Privathaus der Familie Voigt: ein sehr kleines Baufenster auf recht großem Grund. Die sich aus den rechtlichen Rahmenbedingungen ergebende architektonische Herausforderung und der Ort waren für den Bauherren Grund genug zu einem spontanen Erwerb. Es entstand ein lediglich 5,5 Meter schmaler, archetypischer Baukörper. Ein nahezu geschlossener Kubus aus Beton sitzt auf einem leichten, transparenten Erdgeschoss aus Glas und Holz.

Der gemeinschaftliche Familienbereich ist als offener Einraum konzipiert; Kochen, Essen und Wohnen verschmelzen miteinander.

Die raumhohe, den Baukörper umschließende Glasfassade im Erdgeschoss bezieht die Umgebung und die von Bäumen dicht gesäumte Wiese in den Wohnbereich ein.

Die privaten Bereiche befinden sich hinter von außen schützenden Betonmauern im Ober- und Untergeschoss. Auch hier offene Grundrisse in den Geschossen, welche lediglich im Untergeschoss an den Türen der beiden Kinderzimmer enden. Natürliches Eichenholz und traditionelle Biberschwanzziegel bilden einen Kontrast zu den verwendeten industriellen Materialien Beton, Walzstahl und Glas. Sämtliche Oberflächen der bewusst wenigen Materialien wurden roh belassen.

Verkaufsniederlassung der Firma Godelmann
Verkaufsniederlassung der Firma Godelmann   Foto: Maximilian Gottwald

Verkaufsniederlassung ­Godelmann

Gewerbegebiete sind grundsätzlich eine besondere Herausforderung, wenn es um architektonisch anspruchsvolle Lösungen geht. Und insbesondere gilt dieses, wenn der hohe Gestaltungsanspruch eines Bauherrn umgesetzt werden soll, der sich als namhafter Hersteller innovativer Betonprodukte mit dem Gebäude und dem umgebenden Mustergarten auch eine Referenz schaffen will.

Gemeinsam entwickelten Architekten und Landschaftsarchitekten ein Konzept, das die Besonderheiten des Ortes subtil aufnimmt und diesem eine ganz eigene Identität gibt. Das Gebäude, in dem die Büros und Schulungsräume der Niederlassung Godelmann liegen, steht als klar gestalteter Kubus auf einem massiven Betonsockel. Die eingeschnittene Glasfassade öffnet sich zur überdachten Terrasse und zum Garten.

Die offenen, flexibel nutzbaren Flächen im Gebäude werden durch eine mit Lärchenholz verkleidete Mittelzone, in der die Funktionsräume angeordnet sind, klar gegliedert. Zum Garten hin ist der Kundenbereich mit Schulungsraum ausgerichtet, rückwärtig zu den Lagerflächen die Büros. Der umgebende Freiraum stärkt die klare Präsenz des Gebäudes und entwickelt den Entwurfsgedanken weiter. Die angrenzende, viel befahrende Autobahn wird zur Kulisse für eine Inszenierung, in der die „Betonhecke“ ungewöhnlicher Bezugspunkt ist. Ein weiterer Bereich ist dem eher klassischen Mustergarten mit wechselnden Produktpräsentationen vorbehalten.

22. Tag der Architektur

In Baden-Württemberg findet der Tag der Architektur bereits zum 22. Mal statt. Insgesamt stehen 42 Touren zur Auswahl. Das gesamte Programm ist unter www.akbw.de > Architektur > Tag der Architektur aufgeführt oder als Flyer anzufordern unter medien@akbw.de. Wer an einer Besichtigungstour teilnehmen möchte, meldet sich bitte direkt bei der örtlichen Kammergruppe an: kg-es2@zaiser-schwarz.de. Den Tag der Architektur gibt es auch bundesweit. Eine kostenlose App informiert über die Besichtigungsobjekte in den 16 Länderkammern unter www.tag-der-architektur.de.