Lokale Wirtschaft

43 Mitarbeiter betroffen

Vor fast drei Wochen hat das Wendlinger Autohaus Mahle von einem Tag auf den anderen seinen Betrieb eingestellt und daraufhin geschlossen. Bis jetzt ist noch kein Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Esslingen gestellt worden.

GABY KIEDAISCH

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WENDLINGEN Nach dem Insolvenzrecht gibt es für Einzelunternehmen keine bestimmte Frist, in der die Insolvenz beantragt werden muss, wie beispielsweise bei einer GmbH. Gesellschafter mit beschränkter Haftung müssen dies innerhalb drei Wochen beim Amtsgericht anmelden.

43 Arbeiter, davon vier Auszubildende, sind von der Betriebseinstellung betroffen. Dies tue ihm am meisten Leid, sagt Firmeninhaber Joachim Otterbach. Einige hätten auch rasch wieder eine neue Beschäftigung gefunden. Otterbach spricht von zirka 15 ehemaligen Mitarbeitern, denen er zu einer neuen Arbeit verholfen habe. Für die noch ausstehenden Löhne und Gehälter, die vom Betrieb bereits im Januar nicht mehr gezahlt wurden, springe die Agentur für Arbeit ein.

Vor rund zwei Wochen ist den 43 Mitarbeitern fristgerecht gekündigt worden. Die meisten seien auch von ihrem Beschäftigungsverhältnis sofort freigestellt worden. Eigenen Angaben zufolge wickelt Otterbach noch mit einer Hand voll von Mitarbeitern derzeit das Unternehmen ab.

Von den Kündigungen wurde die Agentur für Arbeit in Kirchheim vom Rechtsanwalt sowie vom Firmeninhaber selbst unterrichtet. "Das Autohaus hatte immer einen guten Draht zu uns", so die Erfahrungen von Irene Krissler aus der Vergangenheit. Die Kirchheimer Arbeitsagentur hatte die gekündigten Mitarbeiter in einer Versammlung im Autohaus über Arbeitslosenmeldung und Arbeitssuche informiert. Wieviel von den 43 Mitarbeitern bereits wieder einen Job haben, darüber konnte Irene Krissler keine Angaben machen, da nicht alle in Kirchheim gemeldet sind, sondern sich auch im Zuständigkeitsbereich der Agenturen in Esslingen, Nürtingen und Reutlingen befinden. Von den vier betroffenen Lehrlingen können entweder alle oder ein Teil bereits wieder ihre Ausbildung fortsetzen, oder stehen kurz davor, von einem anderen Betrieb übernommen zu werden.

Was zu der Betriebsschließung geführt hat, dazu wollte sich der Inhaber und Geschäftsführer Joachim Otterbach nicht äußern. Ebenso nicht, was aus dem leerstehenden Areal in der Bosslerstraße wird, das Otterbachs Ehefrau Manuela gehört. Gut unterrichteten Kreisen zufolge soll VW den 7 000 Quadratmeter großen Standort allerdings halten wollen. Und nach wie vor hat Joachim Otterbach einen Händlervertrag mit den Wolfsburgern.