Kirchheim

60-jähriger Pilot kommt ums Leben

Flugunfall Zwischen Kirchheim und Nürtingen ist gestern Nachmittag ein Ultraleichtflugzeug abgestürzt und dabei komplett zerborsten. Gestartet war es auf der Hahnweide. Von Andreas Volz

Ultraleichtflugzeug
Trümmer des abgestürzten Ultraleichtflugzeugs im Talwald: Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des 60-jährigen Piloten feststellen. Foto: SDMG

Im Talwald ist gestern am frühen Nachmittag ein Ultraleichtflugzeug abgestürzt. Der 60-jährige Pilot aus Tübingen konnte nach umfangreicher Suche nur noch tot geborgen werden.

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Die Informationen, die gegen 14.30 Uhr in der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr und des DRK eingingen, waren dürftig: „Absturz eines Segelflugzeugs“ hieß es; dazu als Ortsangabe „in einem Waldgebiet zwischen Nürtingen und Kirchheim“. Das schrieb die Polizei nachträglich in einer Pressemitteilung über die Ausgangslage.

Entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach dem verunglückten Flugzeug, bei dem es sich zudem gar nicht um ein Segelflugzeug handelte. „Umfangreiche Suchmaßnahmen, unter Einbindung von Streifen mehrerer Polizeireviere und eines Polizeihubschraubers“, hätten schließlich zum Absturzort im Gewann „Hörnle“ geführt. Nach anderen Informationen, die nicht von der Polizei stammen, soll die Ortung eines Handys bei der Suche nach der Absturzstelle eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Dieselbe Quelle nennt als Ursache für den Absturz, dass das Ultraleichtflugzeug gegen einen Baum geprallt und zerschellt sei. Die Polizei wiederum hält sich mit detaillierteren Beschreibungen zurück: Die Absturzursache sei bislang noch ungeklärt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Stuttgart vor Ort aufgenommen. Wie üblich, arbeitet die Polizei dabei auch eng mit der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zusammen, deren Zentrale sich in Braunschweig befindet.

Was dagegen feststeht, ist, dass das Ultraleichtflugzeug auf der Kirchheimer Hahnweide gestartet war. Den Schaden am Flugzeug beziffert die Polizei auf 165 000 Euro. Es handle sich um einen Totalschaden - eine Einschätzung, die angesichts der Überreste keiner weiteren Begründung bedarf.

Was ebenfalls nicht weiter begründet werden muss, ist der Einsatz von Notfallseelsorgern. Sie unterstützten die Rettungsteams, zu denen außer den Polizeikräften auch die Kirchheimer Feuerwehr sowie Notärzte und Rettungswagen zählten. Letztere konnten allerdings nichts mehr ausrichten, da sie den Flugzeug-Piloten an der Absturzstelle eben nur noch tot auffinden konnten.

Abgesehen davon, dass es sich um eine ganz andere Art von Flugzeug handelt, und abgesehen davon, dass sich die Absturzursachen wohl nicht vergleichen lassen werden, erinnert der Fall viele Kirchheimer an einen anderen Absturz, der nur etwas mehr als sechs Jahre zurückliegt: Am 30. April 2012 war eine zweisitzige Kunstflugmaschine über dem Talwald abgestürzt, die ebenfalls auf der Hahnweide gestartet war. Damals kam LEKI-Chef Klaus Lenhart ums Leben - am Tag vor seinem 57. Geburtstag -, während der 24-jährige Pilot das Unglück überlebte.

Ultraleichtflugzeug
Foto: SDMG