Lokale Wirtschaft

75 Stellen in Gefahr

Bei der Firma RICO in Kirchheim droht die Streichung von 75 Arbeitsplätzen im Fertigungsbereich. Bis Ende 2005 sollen diese in das Werk Sankt Katharinen der NIEDEX-Gruppe, des neuen Besitzers, verlagert werden. Das teilte die IG Metall nach der gestrigen Betriebsversammlung mit.

KIRCHHEIM Belegschaft und Betriebsrat der Firma RICO GmbH & Co. KG wurden bereits am Donnerstag letzter Woche von der Geschäftsleitung darüber unterrichtet, dass die Fertigung von Kabeltragsystemen in Kirchheim auf Jahresende 2005 geschlossen werden soll. Damit würden rund 75 Arbeitsplätze im Fertigungsbereich und zugelagerte Stellen gestrichen. Dies entspricht zirka einem Drittel der Gesamtbeschäftigtenzahl.

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Die Firma RICO war Mitte Dezember 2004 vom Vorbesitzer, der niederländischen van Geel-Group an die in Linz am Rhein ansässige NIEDAX-Gruppe verkauft worden.

Auf der Betriebsversammlung gestern Nachmittag sei der Unmut der betroffenen Beschäftigten deutlich zum Ausdruck gekommen, teilt die Verwaltungsstelle Esslingen der IG Metall mit. Gleichzeitig wurden auch aus dem Bereich der Angestellten Ängste über den dauerhaften Fortbestand ihrer Stellen formuliert.

Nach bisherigen Informationen soll die Fertigung von RICO in die Produktionsstätten der NIEDAX in Linz am Rhein und in deren Werk Sankt Katharinen eingegliedert werden.

Für die IG Metall ist das Vorgehen der Gesellschafter, insbesondere auf Grund der erst kürzlich vorgenommenen Übernahme, ein Hinweis darauf, dass es sich bei der Maßnahme um eine gezielte und von vornherein geplante Marktbereinigungsmaßnahme handeln könnte.

Nach Auskunft der IG Metall war die Geschäftsleitung nicht zur Teilnahme an der Betriebsversammlung und zu Aussagen und Antworten gegenüber den Beschäftigten zu bewegen. Die Versammlung wurde daher unterbrochen und wird bei näherem Informationsstand weitergeführt.

Betriebsrat und IG Metall fordern die Geschäftsleitung nachdrücklich auf, ohne Vorbedingungen in die anstehenden Verhandlungen über einen Interessensausgleich einzutreten. Dabei muss aus deren Sicht auch über Möglichkeiten des Erhalts der Fertigungsarbeitsplätze in Kirchheim und gegebenenfalls notwendig werdender Sanierungsbeiträge auch seitens der Unternehmensleitung ernsthaft verhandelt werden.

pm