Lokale Wirtschaft

Abbau von 70 Stellen

Bielomatik Leuze plant im Stammwerk in Neuffen im ersten Halbjahr 2005 einen Abbau von rund 70 Arbeitsplätzen. Dies bestätigte auf Nachfrage Geschäftsführer Jörg Gottlieb. Betroffen ist der Bereich Papierverarbeitungsmaschinen. Dort sehe man mittelfristig einen Auftragsrückgang in der Größenordnung von 20 Prozent, der anders nicht mehr kompensiert werden könne.

HENRIK SAUER

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NEUFFEN Der Rückgang sei strukturell bedingt, so Gottlieb: "Dieses Geschäft war schon immer zyk-lisch, aber die jetzige Schwankung nach unten wird nach unserer Ansicht nicht mehr wieder nach oben gehen." Ursächlich sei in erster Linie der Konzentrationsprozess in der Papier herstellenden Industrie und der damit verbundene geringere Bedarf an Maschinen. Betroffen davon sei die ganze Branche. Gottlieb: "Wir haben keine Marktanteile verloren."

Die Maßnahmen Kurzarbeit und eine um eine Stunde reduzierte Wochenarbeitszeit, mit denen man in diesem Jahr versucht habe, die Situation zu überbrücken, hätten nicht ausgereicht. Weitere Einsparungen seien notwendig, um die "belastete Ertragslage" wieder zu verbessern.

In einer Betriebsversammlung wurde die Belegschaft informiert. Von dem Stellenabbau sind sowohl Verwaltung und Konstruktion wie auch Fertigung und Montage betroffen. Den Mitarbeitern wurden Aufhebungsverträge angeboten. Damit, so hofft man in der Geschäftsleitung, werde man den Abbau vorwiegend erreichen.

Betroffen von den Sparmaßnahmen ist auch das Werk in Gomaringen. Dieses wird im Frühjahr geschlossen. Für die dortigen 35 Mitarbeiter werde ein Sozialplan erstellt.

Keine Probleme gebe es in den beiden weiteren Geschäftsbereichen Kunststoffschweißmaschinen und Zentralschmiertechnik, so der Geschäftsführer. Das Werk in Kohlberg, dort ist die Zentralschmiertechnik mit rund 30 Mitarbeitern untergebracht, sei von dem Stellenabbau nicht betroffen. Insgesamt beschäftigt Bielomatik an den drei Standorten rund 800 Personen.

Im Betriebsrat bedauert man natürlich die Entscheidung. "Wir haben versucht, das abzuwenden", berichtet dessen Vorsitzender Mariano Garcia. Aber Vorschläge wie eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit oder auch Verzicht auf Lohnerhöhung seien von der Geschäftsleitung mit der Begründung, dass keine steigenden Umsätze zu erwarten seien, als nicht ausreichend abgelehnt worden.