Lokale Kultur

Abwechslungsreiches Adventskonzert

KIRCHHEIM Musizieren für einen guten Zweck: Zum 27. Mal konzertierte die Musikschule für die

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BRIGITTE GERSTENBERGER

Teckboten-Weihnachtsaktion, die dieses Jahr zugunsten des Arbeitskreises Leben, der Dienstleistungsgesellschaft Intakt und dem Förderverein der Janus-Korczak-Schule durchgeführt wird. Die Nachwuchsmusiker präsentierten der Zuhörerschaft eine überaus gelungene Auswahl traditioneller und zeitgenössischer Komponisten. Engagiert und mit viel Spielfreude zeigten die Instrumentengruppen niveauvoll ihr musikalisches Können.

Ob Wolfgang Amadeus Mozart zu Lebzeiten jemals Mozartkugeln genascht hat ist freilich ungewiss, zuweilen kostete er allerdings in anderen Melodienküchen. "Morgen kommt der Weihnachtsmann", von den Jüngsten des Liederorchesters unter der Leitung von Takashi Otsuka liebenswert vorgetragen, ist eines der bekanntesten deutschen Weihnachtslieder. Der Text stammt von Hoffmann von Fallersleben, die Melodie vom französischen Lied " Ah vous dirai je Maman", jene Melodie, die Mozart für seine Klaviervariation KV 265 verwendete. Und mit der Mozartfamilie ging es beschwingt weiter. Bei der heiter-amüsanten "Kindersymphonie" von Vater Leopold Mozart erwies sich das Streicherensemble der Musikschule als fideler Haufen, bei dem auch Kinderinstrumente wie Ratsche, Cymbelstern, Orgelhenne und Kuckuck zum Einsatz kamen.

Unter dem Einfluss von B.B. King entwickelte einst Eric Clapton sein virtuoses Gitarrenspiel. Gitarrengigant Clapton gedachte 1992 seinem verstorbenen Sohn mit dem Song "Tears in Heaven". Unter der Leitung von Sabine Märkle trug das Querflötenorchester diesen durchaus schwierig zu spielenden traurig-schönen Song samtweich und einfühlsam vor.

Zweifelsfrei ein Höhepunkt des Adventskonzertes in der Martinskirche: Das Werk des Kirchheimer Komponisten Xaver Paul Thoma, "Weihnachten 2000", komponiert nach dem Orgelstück op. 145/3 von Max Reger. "Ein mystisch-melancholisches Stück in Moll-Tönen gehalten." so Johannes Stortz, unter dessen Leitung das Symphonische Orchester bravourös aufspielte. In die außergewöhnliche Komposition sind neun unterschiedliche Weihnachtslieder in verschiedenen Tempi verwoben.

Einen weiteren Hörgenuss bot das Saxofonquartett von Tanja Heinkel mit "Spiritual Contrasts" des amerikanischen Komponisten Harold Lloyd Walter und einem rhythmisch artikulierten "He's got the whole world in his hand". Kontrastreich gelang auch der Wechsel zu Antonio Vivaldis Konzert a-Moll für Violoncello und Orchester. Vom Zeitalter des Hochbarock zurück in die elisabethanische Ära: Mit festlichen Bläserklängen von Teckbrass wurden die Konzertbesucher mit "Drei englische Madrigale" von John Dowland und Thomas Morley stimmungsvoll in die Vorweihnachtszeit verabschiedet.