Lokale Wirtschaft

Akkubetrieben auf und über die Alb

Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins Teck-Neuffen im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb

Nicht der Blick auf bereits Geleistetes, sondern die Konzentration auf die künftige Ausrichtung des Verkehrsvereins Teck-Neuffen spielte eine zentrale Rolle bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb.

Lenningen. Nach der Begrüßung durch die Erste Vorsitzende des Verkehrsvereins Teck-Neuffen, Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker, sang Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht ein Loblied auf den Veranstaltungsort, der jederzeit eine Reise wert sei. Das sollte wörtlich genommen werden, denn bei aller Zufriedenheit mit der Nachfrage im Biosphärengebiet wünscht sich Michael Schlecht künftig mehr „sanften Tourismus“ mit einer steigenden Zahl an Übernachtungsgästen.

Anzeige

Dass das Interesse an der Verkehrsvereins-Website www.albtrauf.de im vergangenen Jahr erfreulich angestiegen ist und auch die Image-Broschüre „Der Albtrauf – Faszination Vielfalt“ gut angenommen wird, hob die Erste Vorsitzende positiv hervor. Lagen die Aufrufe über das gesamte Jahr 2010 in einer Bandbreite zwischen 34 881 im Januar und 47 234 im Spitzenmonat Juli, lag vor allem die zweite Hälfte des Berichtsjahrs 2011 deutlich höher. Der Septemberwert von 106 392 wurde im Spitzenmonat November nochmals übertroffen, der damit die Vergleichszahl des Novembers 2010 verdreifachen konnte.

Nachdem personelle Veränderungen in den Geschäftsstellen Nür­tingen und Kirchheim und Diskussionen innerhalb des Vorstandes über die künftige Ausrichtung des Vereins das vergangene Jahr bestimmt hatten, schlug die Vereinsvorsitzende der Versammlung vor, einen Tag gemeinsam in Klausur zu gehen, um die Chance des aktuellen Wandels für Synergien zu nutzen und dafür, neue Ideen einzubringen.

Wert legt Angelika Matt-Heidecker bei den Angeboten für die Klausur darauf, dass die Moderation regional verankert ist. Dem Anliegen, dass der Kreis keine reine Bürgermeisterrunde sein, sondern auch für die Schwäbische Landpartie sowie Vertreter der Hotellerie und private Vermieter geöffnet werden sollte, wurde ebenfalls Rechnung getragen.

Eine wichtige Rolle spielt derzeit die Entwicklung auf dem Gebiet der E-Mobilität und die Frage, wie mit dem neuen Raderlebnis E-Bikes und speziell Pedelec umgegangen werden kann. Die im Landratsamt für die Förderung des Tourismus zuständige Tanja Gems informierte daher nicht nur über das „Schwäbische Streuobstparadies“, sondern auch über die „Projektplanung E-Mobilität in der Region Stuttgart“. Liegt der Marktanteil von E-Bikes in Deutschland bei rund sechs Prozent, sind es in den Niederlanden schon 20. Mit E-Bike angebotenen Radreisen, deren aktueller Marktanteil bei rund vier Prozent liegt, wird ein Potenzial von 35 Prozent vorhergesagt.

Auf der Liste der anstehenden Termine finden sich von April bis Juni die offiziellen Eröffnungen gleich dreier Radwege: Der Eröffnung des „Lauter-Alb-Lindach Radwegs“ im April schließen sich zwei literarische Radwege an, die im Nürtinger und im Kirchheimer Raum liegen. Neu ist auch, dass die ausgewiesene Strecke des Albtraufmarathons künftig dem „sanften Tourismus“ zur Verfügung stehen und künftig auch per GPS-Unterstützung begehbar sein soll.

Wünsche für eine mögliche Zukunft des Biosphärengebiets in der „entspannend spannenden“ Albtrauf-Region weckte dann Herbert Ottenschläger mit seinem Impulsreferat „Elektromobilität“. Das von ihm vertretende Dienstleistungsunter-nehmen „Movelo“ hat sich nicht nur zum Ziel gesetzt, das E-Bike im Tourismus möglichst effektiv einzusetzen, sondern mit 17 Mitarbeitern und fünf Repräsentanten auch schon in 80 Regionen erfolgreich realisiert.

Rund 1 600 Verleih- und weitere 1 100 reine Aufladestationen sorgen in diesen „erschlossenen“ Regionen für ein funktionierendes Netzwerk. Die besonders umworbene Zielgruppe der „Genussfahrer“ im besten Alter kann dort mit rund 5 000 zur Verfügung stehenden Leihrädern bequem durch die Gegend radeln, ohne von unerwarteten Anstiegen oder aber einem leeren Akku ausgebremst zu werden. An immer mehr gängigen Radstrecken und Besuchspunkten können „Gelegenheits-Biker“ beliebig lange verweilen, da an all diesen Stationen Akkus nicht zeitintensiv geladen, sondern unkompliziert gegen geladene Akkus getauscht werden.

Die zum Abschluss vorgesehenen Testfahrten mit den zu günstigen Gebühren angebotenen acht modernen Leih-Pedelecs der Stiftung Naturschutzzentrum Schopfloch mussten der Schneelage wegen noch einmal vertagt werden. Stattdessen konnten interessierte Besucher die Gelegenheit nutzen, sich vom Hausherrn und Gastgeber Dr. Wohnhas in die vielen zu entdeckenden „Geheimnisse“ des neu erstrahlten Aushängeschildes Naturschutzzentrum einführen lassen.