Infoartikel

Aktionskreis für Menschen mit und ohne Behinderung: Wie alles begann

Über die ersten Jahre des AKB berichteten Gerhard Thrun, Karl Blankenhorn, Gaby und Martin Lempp sowie Martin Renz. 1972 schlug eine Jugendgruppe der Auferstehungskirche vor, mehrmals im Jahr Ausflüge mit behinderten Kindern und Jugendlichen zu unternehmen. Die Einladungen dazu erfolgten über Kontakte mit der Bodelschwinghschule, früher Kirchheim, später Nürtingen, und Verantwortlichen der Lebenshilfe Kirchheim. Die Jugendgruppe traf sich in den Räumen der Auferstehungskirche, einer Baracke mit Miniglockenturm. Nicht alle hatten einen Bezug zu Kirchengemeinden. Die Leitung hatte, wie heute beim AKB, ein Team inne und die Gruppe war gemischtgeschlechtlich, zur damaligen Zeit bei kirchlichen Jugendgruppen eher eine Seltenheit. Bereits 1972 für den AKB die Inklusion Leitidee. Junge Menschen wollten versuchen, durch Spiele gemeinsame Erlebnisse und Begegnungen behinderte Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit zu beschäftigen und in die Gesellschaft einzugliedern. Die ersten Aktivitäten 1972 waren ein gemeinsamer Gottesdienst in Sankt Ulrich, Sonntagsaktivitäten der Jungen Gemeinde an der Auferstehungskirche, Spielnachmittag im Doschler, Besuch des Segelfluggeländes Dettingen, ein Referat für Mitarbeiter über Behinderungen, ein Sommerfest mit der Kontaktgruppe Weilheim, Osterbazar mit anschließendem Kauf eines Klettergerüsts für die Au-Baracken, eine Wanderung zur MSSGV-Hütte bei Schopfloch und eine Wochenendfreizeit in der Sigelshütte. Heute gibt es acht Clubs im AKB. Der erste Club wurde im März 1975 gegründet und traf sich 14-tägig. Die ersten Veranstaltungen des AKB gingen in der provisorischen Kirche und später im Neubau der Auferstehungskirche über die Bühne. Später wurde dann nach dem Auszug der Sonderschule in die Bodelschwinghschule dem Schulkindergarten eine Baracke und die andere dem AKB zur Verfügung gestellt. Die beiden Baracken in der Austraße in Kirchheim hatte die Lebenshilfe von der Stadt angemietet. Die gemeinsame Freizeitgestaltung von Menschen mit und ohne Behinderung entsprach in den 70er Jahren nicht dem Zeitgeist. Erst allmählich und durch die Erfolgsmeldungen über den AKB sowie die Erfahrungsberichte meldeten sich immer mehr Interessenten. Viele hatten zuvor keinen Kontakt zu behinderten Menschen. Etwa gegen Ende der 70er Jahre war es „in“, im AKB mitzuarbeiten. Viele Realschüler, Gymnasiasten, Studenten, aber auch andere Interessierte arbeiteten in den Clubs und bei den Freizeiten mit.

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