Lokale Kultur

Alte und neue Musik präsentiert

WEILHEIM Ein kleines Jubiläum gab es bei der "Kleinen Abendmusik" im evangelischen Gemeindehaus am Weilheimer Egelsberg zu feiern: das fünfzehnte Konzert des Spielkreises unter der bewährten Leitung von Eva Narr.

Anzeige

Das in Weilheim gut eingeführte Blockflötenensemble besteht aus etwa 20 Jugendlichen, überwiegend Mädchen, im Alter von zehn bis 16 Jahren. Wie in den vergangenen Jahren wurden sie bei manchen Stücken begleitet von Irmgard Metzger (Cello) und erstmalig von Renate Hein-Linsenmeyer (Kontrabass). Zusätzlich traten auch einige Mitglieder des Spielkreises solistisch hervor: Claudia Heilemann (Altflöte, Klavier, Schlagwerk), Julia Reinert (Altflöte), Eva-Maria Werner (Klavier, Spinett) und Ann-Sophie Werner (Klavier).

Das Programm demonstrierte die ganze Vielfalt des Repertoires: Musik aus alter und neuer Zeit, Besinnliches und Heiteres. Besonders beliebt beim Publikum sind immer wieder Stücke für das Gemshorn. Das Gemshornensemble des Spielkreises brachte eine Canzona von Costanzo Antegnati (1549 1624) zu Gehör, einem italienischen Komponisten und Organisten aus einer Orgelbauerfamilie. Als Instrument stirbt das Gemshorn nach der Barockzeit praktisch aus, lebt aber als Orgelregister weiter. Auch die Orgel der Weilheimer Peterskirche ist mit einem Gemshornregister ausgestattet.

Besonders eindrucksvoll und stilecht wurde ein Stück des englischen Komponisten Henry Purcell (zirka 1659 - 1695) interpretiert. Die Bühnenmusik zu "The History of Dioclesian" (London 1690) ein Schauspiel über das Leben des römische Kaisers Diokletian wurde tatsächlich im Original für Blockflöten geschrieben.

Der nächste Programmabschnitt war solistisch geprägt: Klaviermusik von Beethoven und Schubert sowie eine Triosonate für zwei Altblockflöten und Basso Continuo von Giuseppe Sammartini (1700/1701 1775). Hier zitierte Eva Narr aus dem biografischen Roman "Schubert" von Peter Härtling: "Musizieren schließt nicht aus, es verbindet" gleichzeitig Motto des Konzertabends.

Höhepunkt und Schluss des ersten Teils war eines der bekanntesten Werke der Barockmusik überhaupt: die "Feuerwerksmusik" von Georg Friedrich Händel, uraufgeführt im Jahre 1748 von über 100 Musikern unter freiem Himmel anlässlich des Friedensschlusses von Aachen. Die Bearbeitung für Blockflöten, jetzt zusammen mit allen Begleitinstrumenten, überzeugte durch ihren spielerischen Schwung.

Der zweite Teil des Konzerts im evangelischen Gemeindehaus zeigte, dass der Spielkreis auch mit der eher leichten Muse gut zurechtkommt. Besonders die musikalische Weltreise des zeitgenössischen Komponisten Jacob de Haan hatte es dem Publikum angetan. Der Spielkreis wurde für dieses unterhaltsame und abwechslungsreiche Konzert mit lang anhaltendem herzlichem Applaus belohnt.

pw