Kirchheim

Altglas trennen lohnt sich wirklich

Recycling Es ist nicht egal, in welchen Container man sein Altglas wirft. Der Abfallwirtschaftsbetrieb reagiert jetzt auf Gerüchte.

Symbolbild

Region. Im Jahr 2016 sind kreisweit fast 13 000 Tonnen Altglas in die Container geworfen worden. Es kursiert das Gerücht, dass die mühsam nach Farben getrennten Gläser und Flaschen beim Abtransport einfach wieder in einen Behälter geworfen werden. Die Firma Rhenus Recycling, die für die Sammlung und Wiederverwertung im Landkreis zuständig ist, stellt das richtig: Nur durch die Trennung sei eine problemlose Wiederverwertung und eine möglichst effektive Schonung von Ressourcen möglich.

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„Die Behauptung, dass das farblich getrennte Glas bei der Abfuhr wieder in einem Container zusammengeschüttet wird, ist natürlich ein großer Unfug“, kommentiert das Heribert Streubel, der Niederlassungsleiter Stuttgart von Rhenus Recycling. Auch Manfred Kopp, der Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises (AWB), betont, dass die Annahme falsch ist. „Im vergangenen Jahr wurden 12 925 Tonnen Altglas eingesammelt. Das Altglas wird in den Containern farblich getrennt vorsortiert und mit Fahrzeugen, die drei verschiedene Kammern haben, abtransportiert“, sagt er.

Porzellan macht Glas unbrauchbar

Wie Streubel erzählt, ist Altglas ein Sekundär-Rohstoff, der sich durch Einschmelzen fast unbegrenzt wiederverwerten lässt. Somit lasse sich der Einsatz von Primär-Rohstoffen auf ein Minimum begrenzen, entsprechend werden Ressourcen und damit die Umwelt geschont. Das Drei-Kammer-System werde vom Standplatz des Sammelcontainers über den Abfuhr-Lkw bis zum Lagerplatz auf dem Hof des Unternehmens konsequent verfolgt. „Dort wird dann der ganze Müll aussortiert, das Glas zerkleinert und maschinell möglichst farbtreu separiert.“ Probleme bereiten laut Streubel Porzellan und Keramik. „Die haben einen viel höheren Schmelzpunkt als Glas. Wird Keramik mit eingeschmolzen, gibt das Einschlüsse im Glas, und damit ist es unbrauchbar“, erzählt er. Die Schraubverschlüsse auf Flaschen und die Deckel von Marmeladengläsern dürften hingegen drauf bleiben. Die kann man völlig problemlos aussortieren.

Aufgrund des hohen Aufwands empfiehlt er, beim Einwurf in den Container dringend auf die farbliche Trennung zu achten. Im Zweifelsfall, etwa bei blauen Flaschen oder Mischfarben, sollte man den grünen Container wählen. „Grün ist am unempfindlichsten“, sagt Streubel. Fensterglas und Bleikristallglas sollten hingegen nicht in den Container, sondern in den Hausmüll geworfen werden. „Je besser also die Bürger am Glascontainer vorsortieren, desto besser ist das für die Umwelt“, sagt Streubel.Peter Stotz