Lokale Wirtschaft

Angebot an Stellen ging zurück

Auch im Ferienmonat August hat sich die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Göppingen und Esslingen weiter positiv entwickelt. Seit Februar 2006, jetzt im sechsten Monat in Folge, ist die Zahl der Arbeitslosen stetig zurückgegangen. Im vergangenen Monat waren 22 050 Frauen und Männer ohne Arbeit.

GÖPPINGEN Im Vergleich zum Juli bedeutet dies einen Rückgang um 144 Personen oder 0,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen blieb im letzten Monat unverändert bei 5,5 Prozent. Zu Jahresbeginn lag sie bei 6,1 Prozent. Im Vergleich zum August des Vorjahres sind jetzt 2205 weniger Menschen arbeitslos gemeldet; die Quote lag bei 6,1 Prozent.

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11 149 Personen, etwas mehr als die Hälfte der gemeldeten arbeitslosen Menschen gehören zum Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (SGB II). Nach einem Rückgang um 61 Personen sind 3871 Menschen beim Job-Center des Landkreises Göppingen arbeitslos registriert (im Juli waren es 3932). Beim Job-Center des Landkreises Esslingen werden, ebenfalls mit einem deutlichen Rückgang von 172 Personen, 7278 Menschen gezählt (im Vormonat waren es 7450). Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, des Landkreises Göppingen liegt bei 6,3 Prozent, mit der Hauptagentur in Göppingen bei 6,2 und der Geschäftsstelle in Geislingen bei 6,5. Die Quote bei den Geschäftsstellen des Landkreises Esslingen (Esslingen: 5,3 Prozent; Kirchheim: 5,5; Leinfelden-Echterdingen: 4,2 und Nürtingen: 5,2) liegt bei 5,1 Prozent.

Mit 617 offenen Stellen weniger (minus 23,9 Prozent) gegenüber dem Vormonat, war im August wie in den Sommermonaten üblich ein Rückgang an bei der Agentur für Arbeit neu gemeldeten Jobs zu verzeichnen. Von den Betrieben und Verwaltungen in den beiden Landkreisen Göppingen und Esslingen wurden jetzt 1965 Stellen gemeldet. An ungeförderten Stellen also freie Arbeitsplätze ohne Einbeziehung geförderter Stellen wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), von Personal-Service-Agenturen (PSA) angebotene Arbeitsplätze oder Arbeitsgelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch II stehen dem Arbeitsmarkt im gesamten Agenturbezirk 5207 gemeldete Arbeitsplatzangebote für die Vermittlung zur Verfügung. Hinzu kommen weitere 235 geförderte Stellenangebote, darunter 195 so genannte Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs). Im Vorjahr waren bei der Agentur für Arbeit lediglich 4056 offene Stellen gemeldet.

Saisonale Aspekte wirken sich auch auf die Zahl der Kurzarbeiter aus, die im Juli (die Kurzarbeiterzahlen werden um einen Monat zeitversetzt veröffentlicht) gemeldet waren: im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen gab es 1090 Kurzarbeiter, 358 (24,7 Prozent) weniger als im Juni. 99 Betriebe (vier weniger als noch im Vormonat) hatten Kurzarbeit angemeldet (Landkreis Göppingen: 526 Kurzarbeiter in 33 Betrieben; Landkreis Esslingen: 564 Kurzarbeiter in 66 Betrieben). Gegenüber Juli 2005 waren jetzt 1 203 oder 52,5 Prozent und damit deutlich weniger Männer und Frauen in Kurzarbeit.

In 4920 Fällen konnten arbeitslose Frauen und Männer von den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten der Agentur für Arbeit Göppingen im August profitieren. Der Schwerpunkt lag auch im August wieder bei der Förderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. 1942 Menschen wurden im August bei dem Aufbau einer eigenen Existenz durch die Agentur finanziell unterstützt. Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch II nahmen 1747 arbeitslose Menschen arbeitsmarktpolitische Maßnahmen in Anspruch.

Bei den Arbeitnehmern, die langzeitarbeitslos sind sie sind länger als ein Jahr arbeitslos ist im Vergleich zum Vormonat ein Absinken der Arbeitslosigkeit festzustellen. Im August waren mit 7018 Menschen 194 langzeitarbeitslose Männer und Frauen weniger arbeitslos gemeldet als noch im Juli. Auch bei den arbeitslosen Menschen, die 50 Jahre und älter sind, ist im Vergleich zum Vormonat ein weiterer Rückgang der arbeitslosen Frauen und Männer festzustellen. Im Berichtsmonat waren mit 5620 Menschen 148 ältere Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als noch im Juli. Diese Entwicklung ist zum Teil auch auf das Projekt "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen" (WeGebAU) zurückzuführen, mit dem die Bundesagentur für Arbeit seit April diesen Jahres verstärkt ältere Arbeitslose mit geringen beruflichen Perspektiven in den Arbeitsmarkt integriert.

Das im August beobachtete Absinken der Arbeitslosigkeit findet sich leider nicht bei den jüngeren Arbeitslosen wieder. Bei der Gruppe der Jüngeren unter 25 Jahren waren 444 Personen (plus 19,1 Prozent), bei der Gruppe der Jugendlichen unter 20 Jahren waren 204 Personen (plus 49,6) mehr arbeitslos gemeldet. Hauptursache dafür ist das Ende der betrieblichen Ausbildungsverhältnisse, nach deren Ende das Arbeitsverhältnis im Ausbildungsbetrieb nicht weitergeführt wird. Heidrun Schulz, Leiterin der Agentur für Arbeit, überrascht der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren daher nicht: "Die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen steigt regelmäßig nach dem Ausbildungsende. Genauso regelmäßig finden die Jugendlichen im Herbst, wenn die Betriebe verstärkt Kräfte suchen, in die Beschäftigung zurück. Immer mehr wird die abgeschlossene Berufsausbildung ein wesentliches Kriterium, um schnell wieder Arbeit zu finden."

pm