Kirchheim

Angesagtes für Ferien und Feiertage

Spiele Wenn der Osterhase Kinderherzen glücklich macht, hat er meist Schokolade im Gepäck. Doch wie wäre es mit spielerischen Alternativen? Von Tanja Liebmann

Ganz schön spannend: Werden es die jungen Spielerinnen bei „Voll verwackelt“ schaffen, die Figuren so zu bewegen, dass die Wacke
Ganz schön spannend: Werden es die jungen Spielerinnen bei „Voll verwackelt“ schaffen, die Figuren so zu bewegen, dass die Wackelplatte nicht kippt? Foto: Tanja Liebmann

Endlich, die Osterferien sind da! Und egal, wie das Wetter wird: Ab und zu ein paar Partien zu spielen, bietet sich immer an. Doch welche der vielen aktuellen Neuerscheinungen taugen etwas und sind empfehlenswert? Nachfolgend eine Auswahl unserer Spiele-Expertin:

Für Kopfrechner

Unglaublich, aber wahr: Multiplizieren kann Spaß machen! Dann nämlich, wenn „Hochspannung“ ausgepackt wird und wache Köpfe am Tisch sitzen, die actiongeladene Reaktionsspiele mögen. Welche Rechenaufgabe zu lösen ist, gibt die oberste Karte des Stapels vor, zum Beispiel neun mal acht. Rasch die Lösung zu wissen, ist schon mal gut. Doch findet man auch zügig eine Handkarte, die in den Ecken eine sieben oder eine zwei hat? Schnelle Finder müssen gleichzeitig auch schnelle Leger sein, denn nur, wer als Erster eine passende Karte in die Tischmitte wirft und das richtige Ergebnis nennt, ist sie tatsächlich los. Fazit: ein rasanter Karten-Lege-Spaß für konzentrierte Kopfrechner.

Hochspannung von Maureen Hiron ist bei Amigo erschienen und für Kinder ab zehn Jahren.

Für Knobelfreunde

Wie genial ist das denn: Ein Spiel für Fünfjährige, das auch Erwachsenen Spaß macht? Tatsächlich ist „Coïnx“ in seinen höheren Schwierigkeitsstufen eine ziemliche Herausforderung. Im Einstiegs-Level ist es noch einfach, die Spielsteine so auf die Aufgabenkarten zu legen, dass durch die Löcher in den Steinen die Augen der Naturmonster Coïnx herausschauen. Schließlich geben deren Augen auf den Karten die Farbe des Steins vor, der über den Coïnx liegen soll. Schwierig wird es dann, wenn in höheren Levels die Farbvorgaben fehlen. Fazit: ein super Solospiel für Alt und Jung.

Coïnx von Guy Jeandel ist bei Huch erschienen und für Kinder ab fünf Jahren.

Für Familien

Es gibt Spiele, die sind thematisch hervorragend umgesetzt. „Showtime“ ist so ein Glanzstück, denn hier geht es darum, einen Kinosaal geschickt mit Zuschauern zu befüllen. Die Gäste sind auf Karten abgebildet und haben bestimmte Vorlieben. Komödien-Fans bringen in Runden, in denen etwas Lustiges läuft, Zusatzpunkte. Manche Gäste können andere Besucher von ihren Plätzen vertreiben. Der Zufall spielt eine große Rolle, und je nach Situation können die Karten viele oder wenige Punkte bringen. Fazit: „Showtime“ ist ein kurzweiliges Ärger- und Glücksspiel - super geeignet für die ganze Familie.

Showtime von Anna Oppolzer und Stefan Kloß ist bei Pegasus Spiele erschienen und für Kinder ab acht Jahren.

Für Geschickte

Tiere auf einer grünen Platte vorwärts zu bewegen und Kokosnüsse zu sammeln? Pah, das kann ja wohl jeder! Fakt ist aber: Selbst die Geschicktesten scheitern bei „Voll verwackelt“ irgendwann, denn die grüne Scheibe macht ihrem Namen „Wackelplatte“ alle Ehre. Zu Beginn bietet es sich an, mit der einfachsten Scheibe zu beginnen und dann den Schwierigkeitsgrad zu steigern. Kniffelig ist: Je nach Würfelergebnis und Position der Tiere bleibt den Spielern manchmal keine andere Wahl, als das Gleichgewicht auf der Laufstrecke zu stören. Rutschen die Tiere ab, ist nicht alles verloren, doch die Unruhe steigt: Wer riskiert wie viel und wem ist das Glück am meisten hold? Fazit: wackelig, spannend, toll.

Voll verwackelt von Manfred Reindl und Wolfgang Dirscherl ist bei Queen Games erschienen und für Spieler ab sechs Jahren.

Für Taktiker

Beim Detektivspiel „TKKG - Gangsterjagd“ wird vorausschauendes Denken großgeschrieben. Wohin wird der Gangster auf dem Stadtplan ziehen? Könnte er in einem seiner nächsten Züge einen Juwel erreichen? Wie könnte das TKKG-Team ihn daran hindern? Diese und andere Fragen treiben die Spieler um, denn sie sind es, die in die Rollen schlüpfen. In jeder Partie ergeben sich unendlich viele Szenarien, denn zufällig auf dem Plan verteilte Zahlenplättchen bestimmen, wie weit die Figuren ziehen dürfen, und Zusatzchips erlauben taktische Tricks. Fazit: kniffelig, verlockend, spannend.

TKKG - Gangsterjagd von Zoltan Labas ist bei Ravensburger erschienen und für Spieler ab acht Jahren.

Für Kindergartenkinder

Wer den Nachwuchs in Bewegung sehen möchte, bringt am besten „Turn-Domino“ auf den Tisch. Denn die Regel sagt: Immer dann, wenn ein Spieler ein Kärtchen an ein bereits ausliegendes Kärtchen legt, muss er die Bewegung machen, die auf seinem Kärtchen abgebildet ist. Super dabei ist, dass die Abbildungen kinderleicht verständlich und somit selbsterklärend sind: Arme kreisen, unter einem Bein klatschen, eine Standwaage machen oder wie ein Hampelmann hüpfen. Die Kinder lernen, Farbe an Farbe anzulegen und freuen sich, die gezeigten Übungen von Hase Emmi und Bär Benni nachmachen zu dürfen. Fazit: gelungene Domino-Variation für Kinderkartenkinder.

Turn-Domino ist bei Schmidt Spiele erschienen und für Spieler ab drei Jahren geeignet.

Für Zocker

Taktiker werden sich bei „Rück’s raus!“ am Planen versuchen. Doch Achtung: Der Glücksfaktor ist bei diesem Spiel recht hoch - unter anderem deshalb, weil die Mitspieler sich gegenseitig Klunker zuschieben und wegnehmen können. Besonders kniffelig ist dabei, dass nicht der gewinnt, der am Ende der Partie am meisten Klunker hat; Sieger wird der Spieler mit den zweitmeisten Klunkern. Generell gilt, dass jeder Spieler das gleiche Set an Zahlenkarten bekommt und in jeder Runde eine Karte verdeckt vor sich ablegt. Welche Spieler anschließend Klunker bekommen, Klunker abgeben oder den Vorrat anderer verändern dürfen, wird in der Anleitung gut erklärt. Bereits nach wenigen Runden läuft die Partie flüssig. Fazit: zum Lachen, Freuen und zum Fluchen.

Rück’s raus! von Antonin Boccara, ist bei Zoch erschienen und für Spieler ab acht Jahren.

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