Lokale Kultur

Arbeit aus Eisen, Diabas und Stahl

KIRCHHEIM "Wie ein Altar" nannte der Bildhauer K. H. Türk seine 1992 entstandene Arbeit aus Eisen, Diabas und Stahl, die heute im Besitz

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FLORIAN STEGMAIER

des Landkreises Esslingen ist und ihren Platz beim Kirchheimer Kreiskrankenhaus an der Ecke Stuttgarter Straße / Charlottenstraße gefunden hat.

Zum Eisen, mit dem Türk schon früh in Berührung kam, hatte der Künstler eine besondere Beziehung. Zur Fertigung seiner zahlreichen Eisenskulpturen, die alle unter dem Oberbegriff "Voluntas", Wille stehen ein Verweis darauf, dass die Form letztlich aus dem Willen hervorgeht - wandte Türk die verhältnismäßig seltene Technik des Eisengusses an. "Wenn das Eisen sich selbst formen könnte", so äußerte sich der Künstler einmal, "müsste es Formen annehmen, die meinen Skulpturen ähnlich sähen."

Eisen ist in der Erde und im menschlichen Blut vorhanden. Aus dem Weltall fallen jährlich Hunderte von Tonnen Meteoreisen auf die Erde. Aus diesen Tatsachen heraus hatte das Material für Türk einen irdisch-kosmischen Doppelaspekt, der für ihn ein ständiges künstlerisches Faszinosum darstellte.

Türks Eisenskulpturen haben stets etwas blockhaftes, zeigen nur selten einen Durchbruch. Sie besitzen somit das so genannte "intakte Volumen", ein Begriff, den Brancusi, der Vater der modernen Plastik, gern für sich in Anspruch nahm und der auch in der Klasse von Otto Baum, bei dem K. H. Türk an der Staatlichen Akademie in Stuttgart studierte, oft diskutiert wurde.

Im Falle von "Wie ein Altar" verleibt Türk dem Eisenblock Diabas-Gestein ein. Ein Erstarrungsgestein, das ein Element verhaltener Dynamik in die Arbeit hinein trägt. Aus Diabas hatte Türk zahlreiche "Meditationsstelen" gefertigt, sodass die Deutung nahe liegt, der Künstler habe hier den Aspekt der Andacht, der Sammlung und Kontemplation betonen wollen.

K. H. Türk wurde 1928 im schlesischen Hirschberg geboren. 1977 gründete er die Freie Kunstschule Nürtingen. Im Jahre 1986 wurde er dort zum Gründungsrektor der Fachhochschule für Kunsttherapie ernannt. An den Folgen eines Verkehrsunfalls verstarb der Künstler 2001 in Ulm. Seine Werke sind in zahlreichen privaten wie öffentlichen Sammlungen vertreten.