Kirchheim

Arbeit der besonderen Art

Ausgerechnet der Tag der Arbeit fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Es gibt Stimmen von Politikern, die dafür plädieren, dass gesetzliche Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, am darauffolgenden Werktag nachgeholt werden. Wie dem auch sei, der 1. Mai ist der Tag der Arbeiterbewegung beziehungsweise der Gewerkschaften, die sich für die Belange der Arbeitnehmer einsetzen. Gut, dass es Gewerkschaften gibt. Das Arbeiten gehört zum Menschsein dazu. Jedoch ist die Arbeit nicht immer ein Traumjob, sondern eine Notwendigkeit, sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Nicht selten müssen Geringverdienende einen Zweitjob annehmen, um sich über Wasser zu halten. Andere wiederum verdienen sehr gut, sind aber durch ihre leitende Position weit entfernt von einer 40-Stunden-Woche. Arbeit kann etwas Beglückendes sein, aber auch eine schwere Last.

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In der Bibel wird über das „Schaffen“ Gottes berichtet. Wie er ein Chaos ordnet und eine Welt voller Schönheit gestaltet. Der Höhepunkt seiner Arbeit ist die Erschaffung des Menschen. Gott gibt seiner Arbeit das Prädikat „besonders wertvoll“. Gott freut sich an dem, was er hervorgebracht hat. Der Mensch ist kein misslungenes Werkstück, sondern eine einzigartige Kreation. In unserer Gemeinde läuft zur Zeit die Ausstellung „Gottes geliebte Menschen“. Über 400 Menschen aus Kirchheim und Umgebung haben von sich ein Porträtfoto machen lassen. Diese können noch bis Pfingsten im Steingauzentrum begutachtet werden. In den Bildern kommt die Originalität jedes Einzelnen zum Ausdruck. Die Schöpfungsgeschichte macht deutlich, dass jeder Mensch zum Bilde Gottes geschaffen wurde und genau darin sind ihm Würde und Schönheit geschenkt. Wie viele Menschen gehen durchs Leben, deren Würde Risse bekommen hat oder auch eingestürzt ist? Gott selbst ist es, der unsere Würde wiederherstellt und neue Hoffnung in ein Leben hineinlegt. In der Beziehung zu ihm dürfen wir heil werden.

Nach der Erschaffung der Menschen, so berichtet es uns die Bibel, wird auch der Mensch in das Arbeiten mit hinein genommen (1. Mose 2,15). Der Mensch soll bebauen und bewahren! So wird das Tun des Menschen umschrieben. Es ist eine Berufung zu schützen und zu fördern, was dem Leben dient. In diesem Sinne: Viel Spaß bei der Arbeit.

Noch ein letzter Gedanke: Arbeit ist nicht alles. Daher hat Gott auch den Ruhetag verordnet, längst bevor es Gewerkschaften gab. Der Sabbat beziehungsweise auch unser Sonntag ist die Einladung zum Atem holen und zur Ausrichtung auf den, von dem alles Leben kommt. Daher: Wie wäre es am 1. Mai mit einem Gottesdienstbesuch?!

Pastor Günter Öhrlich

Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, Kirchheim