Kirchheim

Attac plant Aktionen in der Region

Politik Ist ein ökologisches Weltwirtschaftssystem möglich? Globalisierungskritiker wollen die Diskussion auf die Straße tragen.

Kirchheim. Die Klimaerwärmung ist keine graue Theorie, sondern brutale Realität: Die Rekordniederschläge und -stürme der vergangenen Monate senden bittere Grüße. Das haben Mitglieder der Attac-Regionalgruppe Kirchheim bei ihrem letzten Treffen festgestellt. „Das Klimachaos kommt immer heftiger in den Metropolen an. Zugleich potenziert die Klimakrise die bestehenden sozialen Ungleichheiten des globalen Kapitalismus“, schreibt die Gruppe in einer Pressemitteilung. Die Kosten würden vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten tragen. Mit einem globalen Temperaturanstieg von 2 bis 4,9 Grad droht eine umfassende „Zivilisationskrise“, wie es indigene soziale Bewegungen beim Weltsozialforum 2007 im brasilianischen Belem ausdrückten. Statt aufhaltsamer Katastrophe, könnte alles anders sein, sind sich die Kirchheimer einig: Eine Transformation hin zu einem sozialen, ökologischen und demokratischen Weltwirtschaftssystem sei machbar. Jedoch nicht innerhalb eines profitorientierten Wirtschaftssystems.

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Dieses Thema will der Regionalverband mehr auf die Straße tragen. Vom UN-Klimagipfel, der seit Montag in Bonn tagt, erwartet die Gruppierung wenig. Während es bei der Konferenz für viele Menschen - insbesondere aus dem globalen Süden - um substanzielle Fragen geht, sei vom diplomatischen Parkett und von „freiwilligen Selbstverpflichtungen“ kein effektives Abbremsen der Klimaerwärmung zu erwarten. Von den meisten Regierungen werde eine Weltwirtschaft auf Basis fossiler Energien weiterhin mit aller Macht verteidigt.

Sofortiger Kohle-Ausstieg nötig

Um die Klimakrise abzubremsen, sei eine sofortige Einleitung des Ausstiegs aus der Braunkohle und der Steinkohle und damit ein rascher endgültiger Kohleausstieg bis 2025 nötig, so Attac. Technisch sei das machbar. Inzwischen sei klar, dass reine Emissionsreduzierungen nicht mehr ausreichen dürften, um die menschliche Zivilisation vor der Klimakatastrophe zu bewahren.

Die Teilnehmer der Attac-Treffen in Kirchheim setzen sich dagegen für eine demokratische Wirtschaftsordnung und Globalisierung ein, die den Klimawandel abmildert und Menschen weltweit die Existenz sichert. Zu diesen Themenbereichen sind eine oder mehrere Aktionen in der Region geplant. Über mögliche Formen der Auseinandersetzung wurde in der Sitzung lebhaft diskutiert. Im nächsten Treffen sollen sie konkretisiert werden. pm

Info Wer sich für mehr Informationen zu Attac Kirchheim interessiert, bekommt diese im Internet unter www.attac-netzwerk.de/kirchheim.