Lokale Kultur

Beeindruckende „Essences“

Jacq Dorn und Mike Anderson konzertierten im Rundsaal des Schlosses

Kirchheim. Mit dem Konzert des Gitarrenduos Jacq Dorn und Mike Anderson im Rundsaal des Kirchheimer Schlosses kamen nicht nur eingefleischte Gitarrenliebhaber

FloriaN Stegmaier

auf ihre Kosten. Das gut einstündige Programm, in dem die beiden Musiker ihre sowohl gemeinsam komponierte als auch produzierte CD „Essences“ vorstellten, bot eine originelle Mischung, in der unterschiedlichste Einflüsse mit musikalischer Intelligenz und geschicktem Arrangement eigenständig und vital verquickt wurden.

Das Stück „La salida“ stand mit improvisatorischem Gepräge gleich zu Beginn des musikalischen Abends und bildete einen präludierenden Auftakt. Rhythmische Energie und perkussive Prägnanz bündelten sich kraftvoll im Stück „impulsion ardente“, bevor mit „Rosen und Dornen“ eine Klangwelt in Gestalt eines Liedes ohne Worte eröffnet wurde.

Die Komposition „Toccata“ kam als ein Klangkontinuum sich fortspinnender gebrochener Akkorde daher, versehen mit packender barocker Motorik und irisierender Klangfarbigkeit.

Ohnehin war das gebotene Klangfarbenkolorit ein besonderer Reiz des Konzerts. Nicht allein die virtuose Beherrschung verschiedener Spieltechniken sorgte für eine entsprechend große Bandbreite, schon die Disposition des Duos, die Kombination von klassischer Konzertgitarre und Steelstring bildete eine spannungsvolle Grundlage, die von Jacq Dorn und Mike Anderson vielfältig beleuchtet wurde.

Nomen est omen: das knapp viertelstündige Programm „opus magnum“ sorgte für eine Klangwelt für sich und fuhr einen reichen Stilmix auf mit rhapsodischen Elementen oder dem Wechsel von binärer mit ternärer Rhythmik.

Als echtes Charakterstück erwies sich „la barca nel mare“, dessen musikalische Rhetorik das Wogen eines Kahns anschaulich nachzeichnete. Sehnsüchtigen Schmelz, einen Hauch von gepflegter Tristesse verströmte schließlich „la promessa“, das letzte Stück des Konzerts.

Wer aus der mitreißend dargebotenen Melange auch Flamenco-Einflüsse herauszuhören glaubte, lag durchaus richtig und dürfte insbesondere am Zugabenteil seine besondere Freude gehabt haben.

Jacq Dorn, der in den Achtzigerjahren Schüler von Georg Lawall gewesen war, am Salzburger Mozarteum ein Konzertexamen mit Auszeichnung erwerben konnte und als Lehrer an der Kirchheimer Musikschule tätig ist, beschenkte die begeisterten Konzertbesucher im Kirchheimer Schloss abschließend mit einer Eigenkomposition, einer virtuosen Variationenfolge über ein Flamenco-Thema.

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