Lokale Kultur

Begeisterndes Gospelkonzert

Vokalensemble der Kreuzkirchengemeinde unter der Leitung von Adina Kolb

Kirchheim. Der vitalen Welt des Gospels widmete sich das Vokal­ensemble der Kirchheimer Kreuzkirchengemeinde unter der Leitung von Adina Kolb. Mit hörbarem Elan gaben die Sängerinnen und Sänger Einblicke in Vielfalt und Reichtum

Florian stegmaier

des Repertoires, eröffneten mit ihrer engagierten Darbietung einen Zugang zu der emotionalen, weltzugewandten und expressiven Spiritualität des Gospels, die den speziellen Reiz dieses Genres ausmacht.

Dynamisch-beschwingtes wie „Let my light shine bright“ fand seine kontrastreiche Entsprechung in elegischer Klage („Trouble, Oh“), biblische Historie („Ezekiel saw the Wheel“) harmonierte mit Ausdruck exstatischen Empfindens („Every time I feel the spirit“).

Zusätzliche Bandbreite erfuhr die souveräne Leistung des Ensembles dank der solistischen Beiträge von Christian Dieterich, Adina Kolb, Uwe Mayer und Markus Wachtler, wobei insbesondere Christian Dieterich mit seiner differenziert gestalteten Interpretation des Traditionals „Little ­David“ für nachhaltigen Eindruck sorgen konnte. Neben dem prägenden klanglich-rhythmischen Gefüge, dessen lebendig brodelnder Vielschichtigkeit, ist es vor allem die Botschaft des Textes, von dem die Gospelmusik ihre Inspiration bezieht. Die Programmfolge als einen Wechsel von gesungenem und gesprochenem Wort zu gestalten, erwies sich daher als bereichernde Idee.

Zu „poetischen Interpretationen“ hatten die Gospels den Kirchheimer Dichter Hans-Hilmar Seel angeregt. Jeweils als Rezitationen den Gesangsdarbietungen vorangestellt, leisteten seine Nachdichtungen mehr als nur den Dienst einer Einstimmung. Sie machten hellhörig für die Textinhalte, sensibilisierten auch für deren zeitlose Anliegen.

Konnte sich Hans-Hilmar Seel an manchen der tradierten Vorlagen relativ deckungsgleich entlang reimen, ließ er sich andere Male mehr vom urbildhaften Funkeln einzelner Metaphern leiten und schöpfte die lyrische Gestalt aus keimhaft angelegten Motiven.

So konnten Musik und Dichtung einander ergänzend die Bälle zuspielen, im fruchtbaren Dialog für synergetischen Schub sorgen und dem Konzert zu einer ansprechenden, auch erfreulich anregenden Atmosphäre verhelfen.

Anzeige