Lokale Wirtschaft

Bosch ist "enttäuscht"

Die Firma Schrott-Bosch wollte auf dem Gelände eines abbruchreifen Wohnhauses in unmittelbarer Nachbarschaft eine neue Lagerhalle erstellen. Der Technische Ausschuss des Dettinger Gemeinderats ist nun aber einstimmig dem Verwaltungsvorschlag gefolgt und hat das kommunale Einvernehmen versagt.

ANDREAS VOLZDETTINGEN Das Problem in der Kirchheimer Straße und im Lindengarten besteht nach wie vor darin, dass kein Bebauungsplan vorliegt und dass sich die bestehende Bebauung auch in keinem Planwerk mehr unter einen Hut bringen ließe: Wohnen und Industrie direkt nebeneinander schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Hatten die Genehmigungsbehörden beim Austausch der Shredderanlage im vergangenen Jahr den Bestandschutz als Argument zu Gunsten der Firma Schrott-Bosch ins Feld geführt, so wirkt sich jetzt dasselbe Argument zu Ungunsten des Dettinger Industriebetriebs aus.

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Durch die geplante Lagerhalle käme es auf dem früheren Wohngelände mindestens zu einer gewerblichen Nutzung, wenn nicht gar zu einer industriellen, führte Bürgermeister Rainer Haußmann aus. Dadurch könnte die Gemengelage in dem Gebiet kippen. Wenn auch eine Lagerhalle als solche grundsätzlich denkbar sei in einem Mischgebiet, so handle es sich beim Bauvorhaben der Firma Schrott-Bosch eher um einen Umschlagplatz oder um die Einhausung des Betriebshofs.

Folglich könne aus baurechtlichen Gründen keine Genehmigung erfolgen, weswegen die Dettinger Verwaltung nach Absprache mit den zuständigen Fachbehörden vorschlug, das Einvernehmen zu versagen. Paragraf 34 des Baugesetzbuches lasse zwar Ausnahmen zu, allerdings müsse die Baumaßnahme "städtebaulich vertretbar" und die Abweichung "auch unter Würdigung nachbarlicher Interessen mit den öffentlichen Belangen vereinbar" sein. Beides sei jedoch nicht der Fall.

Geschäftsführer Ralf Bosch zeigte sich in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des Technischen Ausschusses "enttäuscht". Zunächst sei ihm allenthalben signalisiert worden, dass es bei dem Bauvorhaben keine Probleme gebe. Er selbst sieht auch für die Nachbarschaft nur Vorteile: Lärm und Staub wären seiner Ansicht nach bei der Lagerung in einer Halle weniger belastend als bisher. Ralf Bosch will jetzt "erst einmal abwarten, bis wir die Begründung haben, und dann schauen, was wir machen können".