Kirchheim

Briefe für die Rechte von Menschen

Menschenrechte Amnesty International setzt sich für Aktivisten in Kasachstan, Bangladesch und Burundi ein.

Symbolbild

Kirchheim. Die ai-Briefkam­pagne appelliert seit Jahren gegen das Vergessen. Im August bittet ai um höflich formulierte Briefe an entsprechende Stellen. Die bereits vorformulierten Briefe können im Weltladen in der Dettinger Straße in Kirchheim abgeholt werden.

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Maks Bokaev aus Kasachstan

Maks Bokaev befindet sich im Hungerstreik. Er protestiert damit gegen seine Verlegung in eine Strafkolonie und die Weigerung der kasachischen Behörden, ihn und Talgat Ayan in die Nähe ihrer Familien zu verlegen. Derzeit sind sie 1 500 Kilometer von den Angehörigen entfernt inhaftiert. Ende April und Anfang Mai 2016 fanden in ganz Kasachstan Demonstrationen gegen die geplanten Änderungen des Bodengesetzes statt. Im Zusammenhang mit diesen Protesten wurden die beiden Männer aufgrund ihrer Beteiligung an der Organisation friedlicher Demonstrationen und ihrer Veröffentlichungen in sozialen Medien zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt.

Maks Bokaev leidet an Hepatitis C. Nach einer erfolgreichen Behandlung vor zwei Jahren befand er sich auf dem Weg der Besserung, seit seiner Inhaftierung hat sich sein Gesundheitszustand jedoch wieder erheblich verschlechtert. Die Familien von Maks Bokaev und Talgat Ayan sind wegen der Gesundheit und der schlechten Haftbedingungen in großer Sorge.

Kalpana Chakma aus Bangladesh

Kalpana Chakma war Koordinatorin der Organisation Hill Women’s Federation, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung in Bangladesh einsetzt. Sie wurde 1996 aus dem Haus ihrer Familie entführt. Die damals 23-Jährige ist seitdem nie mehr gesehen worden. Bei den Entführern soll es sich um Sicherheitskräfte aus einem Armeestützpunkt gehandelt haben. Kalpana Chakma wurde gemeinsam mit zwei ihrer Brüder aus dem Haus verschleppt. Die Brüder konnten entkommen, obwohl die Sicherheitskräfte auf sie schossen.

Nach Einschätzung zivilgesellschaftlicher Gruppen vor Ort verschleppen die Behörden die Untersuchung des Falls, um zu verhindern, dass Militärangehörigen Verstöße gegen das Völkerrecht und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Die Brüder von Chakma haben Verantwortliche benannt. Die Polizei weigerte sich damals jedoch, die Anzeige aufzunehmen.

Trotzdem macht die Polizei von Bangladesch einen Mangel an Beweisen geltend und hat bei einem Gericht in Rangamati beantragt, die Ermittlungen einzustellen.

Esdras Ndikumana aus Burundi

Der burundische Journalist Esdras Ndikumana wirft Angehörigen des Geheimdienstes (SNR) vor, ihn gefoltert zu haben. Esdras Ndikumana, der für Radio France Internationale und Agence France Presse arbeitet, wurde vom Geheimdienst festgenommen, als er Fotos am Ort des Anschlags machte, bei dem General Adolphe Nshimirimana getötet wurde. Die SNR-Angehörigen ergriffen den Journalisten, warfen ihn auf einen Pick-up und traktierten ihn mit Fäusten. In der Zentrale des Geheimdienstes in Bujumbura wurde er gefoltert. Weil er um sein Leben und das seiner Familie fürchtete, ging er nach Frankreich, wo er einen Asylantrag stellte.

Esdras Ndikumana und seine Arbeitgeber erstatteten Anzeige gegen Unbekannt. Nach mehreren Monaten bat der Staatsanwalt den Journalisten um die Namen derjenigen, die er der Folter beschuldigte. Bei einer Anzeige gegen Unbekannt können die Ermittlungen aber auch dann eingeleitet werden, wenn keine Namen von Verdächtigen vorliegen. Die Foltervorwürfe sind bis heute nicht aufgeklärt.ai