Lokale Kultur

C-Moll-Messe und Weihnachtskantate

ESSLINGEN Zwei fragmentarische Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Arthur Honegger erklingen am 3. Adventssonntag, 11. Dezember, um 19 Uhr in der Esslinger Stadtkirche Sankt Dionys. Unter der Leitung von Jörg Dobmeier singen und spielen Anja Metzger, Sopran, Anna Haase, Mezzosopran, Karl Jerolitsch, Tenor, Peter Alexander Herwig, Bariton, der Chor und das erweiterte Orchester des Oratorien-Vereins Esslingen sowie die Kinderstimmen des Kinder- und Jugendchors der Musikschule Köngen/Wendlingen.

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Die c-Moll-Messe gilt obschon unvollendet als Mozarts bedeutendstes Messewerk. Ihre Entstehung geht auf ein Gelübde des vom Vater Leopold bedrängten Mozart zurück. 1782 verliebt er sich in Constanze Weber. Für ihn ist klar, dass er sie heiraten will. In dieser Situation gelobt Mozart, eine Messe zu schreiben, wenn er die Situation heil überstehen würde. Am Tag nach der Hochzeit trifft die Einwilligung des Vaters ein, mit dem bitteren Zusatz, dass Wolfgang von ihm nichts mehr zu erwarten habe.

Eigentümlich bleibt, dass dieses Werk nie ganz fertig gestellt wurde. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Ebenso schleierhaft ist, warum und wie Mozart das wahrscheinlich unvollendet gebliebene Werk am 26. August 1783 in der Kirche von Sankt Peter in Salzburg zur Aufführung brachte.

Die wahrscheinlichste Variante ist die Annahme, dass er die fehlenden Messeteile durch früher komponierte ergänzt hat. Andere meinen, dass die c-Moll-Messe als Torso erklang oder dass die fehlenden Teile verloren gegangen sind. Zu erwähnen ist noch, dass bei der Uraufführung Constanze die sehr anspruchsvolle Sopranpartie sang.

Im zweiten Teil des Konzerts steht die "Cantate de No‰l" (1953) des Schweizer Komponisten Arthur Honegger, bei dem zu Chor und Orchester noch Kinderstimmen und die Orgel hinzutreten. Mit schmerzlichen und apokalyptischen Klängen beginnt das Werk ganz und gar unweihnachtlich. Das rührt daher, dass Honegger diesen ersten Teil zunächst als Passionskantate plante und der bedrückende Hintergrund des Zweiten Weltkriegs dominierte. Im Mittelteil des Werkes stimmt der Kinderchor das Lied "Es ist ein Ros entsprungen" an, mit dem Honegger nach und nach viele verschiedene Weihnachtslieder in unterschiedlichen Sprachen musikalisch verwebt, sodass sich laut Honegger ein Weihnachtsliedersingen wie "ein Schleier um die ganze Welt zieht" eine berührende musikalische Vision des "Friede auf Erden" der Weihnachtsgeschichte.

Dieser zweite Teil gibt zugleich ein lebendiges Zeugnis vom inbrünstigen Wunsch nach friedvoller Zeit, Ruhe und Geborgenheit, nach Weihnachten in der Familie, nach einer Zeit ohne Hass und Zerstörung. Mit festlichen Klängen endet das Werk in vollkommenem Frieden.

Karten für das Konzert in der Esslinger Stadtkirche Sankt Dionys gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf bei der Buchhandlung H. Th. Schmidt, in Esslingen, Innere Brücke 12, Telefon 07 11 / 3 96 97 90.

pm