Lokale Kultur

Collagetechniken und Montotypieverfahren

KIRCHHEIM Sie können bereits auf etliche Ausstellungen im weiteren Umkreis zurückblicken, nun präsentieren Ingrid Ballas, Gabi Finkbeiner und Edda Messner ihre Arbeiten

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FLORIAN STEGMAIER

lokal vor Ort im Jesinger Rathaus, quasi nur einen Steinwurf von der zu dritt bestrittenen Ateliergemeinschaft entfernt. Da passt es auch, dass Gabi Finkbeiner etlichen ihrer Exponate ein Sujet mit Jesinger Lokalkolorit zugrunde legt.

Gerade ihre Foto-Collagen spielen mit mehr oder minder prominenten Motiven des Kirchheimer Ortsteils und rücken, durch den künstlerischen Blick verwandelt, scheinbar Profanes, im Vorbeifahren oft nur oberflächlich Wahrgenommenes in ein neues, lebendiges Licht. So geschehen etwa mit Kirche, Mühle und dem "Brünnele".

Dem Thema Siedlung und Behausung begegnet man ebenfalls in Gabi Finkbeiners großformatigen Stadtlandschaften, die zu den zurückhaltenderen Fotoarbeiten einen buntfarbig-gesättigten Kontrapunkt bilden.

Die Technik der Collage, die derzeit zentral im Schaffen von Ingrid Ballas steht, ermöglicht ihr, Linie und Fläche darzustellen, wobei ihrer Intention gemäß die Bewegung als Prinzip der Veränderung in den Fokus genommen wird. Die Werke sind geprägt von der menschlichen Figuration. Zu Paaren oder kleinen Gruppen geordnet scheinen sich anthropomorphe Formen in dynamisch-rhythmischer Bewegung zu befinden, die Körperproportionen expressiv übersteigert.

Das Mittel der Collage erzeugt Räumlichkeit, definiert den agierenden, sich bewegenden Körpern ein Oben und Unten, ein Links und Rechts. Mit dem Verfahren der Montotypie, mit Tusche, Grafit- und Buntstift widmet sich auch Edda Messner der menschlichen Figur. Anders als bei Ingrid Ballas begegnen sich hier jedoch keine formalen Archetypen, sondern individuellste Physiognomie. Oftmals wie etwa im Blatt "Der Straßenkehrer" ist die zentrale, auch buntfarbig behandelte Figur mit einem ausdrucksstark verdichteten, sich in die Tiefe des Bildraums drängenden linearen Geflecht verknüpft, aus dem sich kraft eines souveränen linearen Duktus weitere Hände, Köpfe, Gesichter herausschälen, vielleicht auch halt- und heillos darin verfangen sind.

Die Ausstellung mit Werken von Ingrid Ballas, Gabi Finkbeiner und Edda Messner vereint unterschiedlichste künstlerische Ansätze und Sichtweisen. Sie kann bis einschließlich Sonntag, 13. Januar, zu den Öffnungszeiten des Jesinger Rathauses besucht werden.